„Westside Xtreme Wrestling“: Mehr als 300 Zuschauer bei Dassbeck in Dreye

Perfekte Show für epischen Kampf Gut gegen Böse

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Axel Dieter Junior und Jigsaw (mit der roten Maske) bestreiten ein fantastisches Match. Das Publikum johlt.

Dreye - Von Uwe Goldschmidt. Theaterreife Keilereien sowie eine Mischung aus Sport und Seifenoper haben sich 14 Kämpfer der deutschen Wrestling-Szene am Sonnabend im Sportcenter Dassbeck geliefert.

Nicht nur im Ring ging es dabei zur Sache, auch das Publikum musste reaktionsschnell sein, wenn es nicht unvermittelt in die Kämpfe involviert werden wollte. Bereits zum fünften Mal machte der Wrestling-Verband „Westside Xtreme Wrestling“ (WXW) nun Station in Weyhe und hatte erneut starkes Programm auf die Beine gestellt.

In sechs Kämpfen legten sich die internationalen Wrestler auf die Matte, verprügelten sich mit den unmöglichsten Gegenständen, wirbelten sich gegenseitig aus dem Ring und beschimpften sich. Gut, dass alles nur eine perfekte Show ist, die den epischen Kampf zwischen Gut und Böse widerspiegelt, wie „Bad Bones“ alias John Klinger, der Lokalmatador aus Bremen, erzählte.

Mehr als 300 Besucher, darunter auch zahlreiche treue Fans, waren beispielsweise aus Hamburg oder dem Ruhrgebiet angereist, um ihre Stars im Ring lautstark anzufeuern.

Den ersten Kampf bestritt der Hamburger „Da Mack“ gegen Sasa Keel als „Der Kran vom Balkan“. Schon als Kind hatte er in der Mini- Playbackshow Michael Jackson nachgeahmt, und auch in Dreye ist vieles an seinem Auftreten ein Tribut an den King of Pop. Es war demnach eindeutig, wem die Sympathien bei diesem Eröffnungskampf zu gelten haben. So entschied das Jackson-Double nicht ganz unerwartet den Kampf via Roll-up für sich.

Lautstark war der Einzug des nur 1,76 Meter großen und 82 Kilo schweren Dresdeners Franz „Zero“ Engel an diesem Abend. Sein musikalisches Thema „Wir wollen den Waschbären sehen“ wirkte, als wäre der König von Mallorca in die Halle gekomen.

Die Masse sang mit, klatschte und grölte. Die Partie gegen Scotty Saxon schien vor Beginn entschieden. So kam es dann auch. Doch bevor Zero seinen Sieg genießen konnte, bekam er noch kurz einen Tritt ins Gesicht, zum Glück war es ja nur eine Show. Er wurde von zwei scheinbar aus dem Nichts erscheinenden Bösewichten nochmals in die Mangel genommen, bevor ihm seine Kumpels vom Team „Posse in Effect“ zu Hilfe kamen, um die Fieslinge aus dem Ring zu katapultieren und sich rührend um Zero zu kümmern.

Wrestling-Event in Dreye

Weiter ging es mit dem „Bullen aus Wien“ alias Big Daddy Walter. Mit 1,93 Metern Größe und 141 Kilogramm Kampfgewicht trägt der hünenhafte Veganer aus Österreich seinen Namen nicht zufällig. Sein Kontrahent war an diesem Abend der Oberhauser Mike Schwarz. Singend mit einem Becher Bier in der Hand kam er gut gelaunt in die Halle. Die Fans stimmten gleich mit ein: „Wir sind das Ruhrgebiet…“! Bei so viel Sympathie stieß der Oberhauser erstmal mit seinen Fans an und prostete ihnen auf den Ringseilen stehend zu. Allerdings unterbrach Big Daddy diese Harmonie jäh aus dem Hinterhalt, indem er Schwarz von hinten in den Rücken sprang, so dass die Zuschauer in der ersten Reihe den Rest des Bieres von oben abbekamen.

Auch der Rest des Kampfes spielte sich außerhalb des Ringes ab. Schnelles Ausweichen war in den Stuhlreihen angesagt, als die beiden Wrestler dabei in Reichweite kamen. Die Kämpfer kamen dabei zu einem Double Countout – sie wurden beide ausgezählt. Walter konnte deswegen nach dem Match nur durch den vom Sprechertisch herbeieilenden Eddy Steinblock („The Big German“) mittels eines Klappstuhls und deftigen Worten in seine Schranken verwiesen werden.

Im „No DQ Match“, ein Kampf, in dem es keine Disqualifizierung gibt, standen sich außerdem das Team „Posse in Effect“ und Cerberus alias Julian Nero & Ilja Dragunov aus der Sowjetunion gegenüber. Sie nutzen allerlei Hilfsmittel wie Klappstühle, Kuchenbleche und Holzstangen, um eine Entscheidung herbeizuführen. Den Kampf verlor übrigens das Team „Posse in Effects“, da die Kämpfer angeschlagen auf der Matte liegen blieben.

Den Hauptkampf entschied erwartungsgemäß Lokalmatador „Bad Bones“ gegen „The Villain“ Marty Scurlls mit den Wrecking Ball Knees für sich, nachdem zwischenzeitig auch der Ringrichter auf die Matte geschickt wurde.

Ein Wiedersehen mit den Teams versprach Bad Bones übrigens für Sonnabend, 12. November, am gleichen Ort.

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