Spur der Steine

Paul Athmanns Gästeführungspremiere: per Rad zu Ziegeleien

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Einblicke in die Geschichte von ehemaligen Weyher Ziegeleien bekommen die mehr als 30 Teilnehmer bei der von Paul Athmann (Mitte) geleiteten Gästeführung

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Mehr als 30 Gäste haben sich am Sonnabend an der ersten Gästeführung beteiligt, die Paul Athmann leitete. Der empfing die Teilnehmer vor der „Weyher Ziegeldiele“, wo auch der Chef der ehemaligen Ziegelei Wehrmann, Hans-Heinrich Meier, die Anwesenden begrüßte und sie zu einem Rundgang durch die Diele einlud. Er informierte über das Betriebsverfahren der letzten von zahlreichen Weyher Stätten dieser Art.

Bis zuletzt hatte die Ziegelei aus der Wesermarsch zwischen Dreye und Ahausen außendeichs noch Ton gewonnen. Um jedoch Ziegel mit speziellen Eigenschaften oder besonderen Farben zu brennen, wurden dem hiesigen Ton auch weitere Tone aus dem Osnabrücker Raum oder dem Westerwald zugesetzt. Meier erklärte den Produktionsablauf und informierte über unterschiedliche Formate und Oberflächen.

Athmann kam einst Wanderarbeiter

Anschließend setzte die Gruppe die Gästeführung per Fahrrad fort, denn Paul Athmann wollte mit ihnen einen spannenden Teil der Weyher Ziegelei-Historie abfahren. Zunächst ging es zu der ehemaligen Ziegelei Kops-Esdohr, die Ziegeleimeister Löhr bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges führte. Von dieser Stätte zeugen noch zwei Wohnhäuser.

Weiter führte die Fahrt an ehemaligen Abbaugebieten vorbei, die sich die Natur längst zurückerobert hat.

An der ehemaligen Ahauser Ziegelei legten die Radler den nächsten Halt ein. Auch von dieser um 1970 stillgelegten Fabrik sind kaum noch Zeugen geblieben.

Unterwegs informierte Athmann darüber, dass früher Wanderarbeiter aus dem Lippischen nach Dreye kamen, um dort während der Sommersaison zu arbeiten. „Lippischer Pflug“ nannten sich diese Gruppen, die von Meistern geleitet wurden und in einer Zieglerschule in der Lippe das Handwerk erlernten.

Wiederholung möglich

Nach einer Erfrischungspause am Wieltsee ging es weiter zur dritten ehemaligen Fabrik, von der absolut nichts mehr außer dem ehemaligen Standort zu erkennen ist: zur „Inselziegelei“, die noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges betrieben wurde.

Etwa 15 Kilometer hatten die Teilnehmer bei dieser Gästeführung zurückgelegt. Es hat ihnen gefallen, und auch Paul Athmann hat die Tour so viel Spaß gemacht, dass er über eine Wiederholung nachdenkt. Allerdings wird er sich zuvor noch mit Hans-Heinrich Meier wegen einer Terminabsprache in Verbindung setzen.

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