Partner der Netzgesellschaft Stuhr/Weyhe reagieren mit Auflösung der GmbH auf die verschärfte Rechtslage im Wettbewerbsrecht

Erfahrungen für sichere Stromversorgung gesammelt

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Sind bereit für einen Neustart in Sachen Strom: Hermann Karnebogen von der Avacon sowie die Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Niels Thomsen.

Weyhe/Stuhr - Von Sigi Schritt. Die Netzgesellschaft Stuhr/Weyhe steht vor der Auflösung. Das haben gestern im Weyher Rathaus Geschäftsführer Hermann Karnebogen, Bürgermeister Andreas Bovenschulte und sein Stuhrer Amtskollege Niels Thomsen angekündigt.

Den formellen Beschluss müssen allerdings die Räte in ihren Sitzungen am Dienstag, 21. Juli, im Rathaus der Wesergemeinde und einen Tag später in Stuhr treffen.

Diese Entscheidungen markieren das Ende einer Erfolgsgeschichte, dessen Fundament die beiden Kommunen zusammen mit dem Energieversorger Avacon 2011 gegründet haben.

Die damals gefassten Ziele sind mehr als erfüllt, sagen die beiden Verwaltungschefs und blicken zurück: Vor über vier Jahren hatten die beiden Räte den Entschluss gefasst, sich auf das Auslaufen der Konzessionsverträge 2015/2016 intensiv vorzubereiten und das Wissen zu bekommen, um möglicherweise die Stromnetze in Eigenregie zu betreiben.

„Eine simple Verlängerung der über zwei Jahrzehnte geltenden Vereinbarungen“, war nicht angestrebt, erinnert Bovenschulte. Vielmehr galt es – damals wie heute – im Rahmen der sogenannten Rekommunalisierungs-Strategie, Chancen für die Kommunen auszuloten. Bovenschulte nennt Themen wie regenerative Energien, Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung für die Gemeinde, die über den Betrieb von Netzen weit hinaus geht.

In den vergangenen Jahren habe die GmbH, die zu 51 Prozent von den beiden Kommunen und zu 49 Prozent von der Avacon getragen wird, unter anderem eine Fotovoltaikanlage auf das Dach des Gebäudes auf dem Melchiorshauser Sportnebenzentrum platziert. Außerdem gab es zahlreiche Vorträge und Fortbildungen zu diesem Thema. „Stuhr und Weyhe sind sich durch dieses gemeinsame Projekt näher gekommen“, sagt Thomsen. „Wir haben zukunftsweisende Erfahrungen für eine klimaschonende und sichere Stromversorgung für Stuhr und Weyhe gesammelt.“

Da sich aber die gesetzliche Grundlage geändert und sich die Rechtssprechung im Wettbewerbsrecht verschärft hat, musste das Trio reagieren. Der Weyher Bürgermeister berichtete von Fällen, wonach sogar Kommunen, die weiterhin auf ihre eigenen Stadtwerke setzen wollten, durch die neue Rechtslage gezwungen waren, transparente Kriterien zu finden, um sich dem Wettbewerb zu stellen.

„Mit unserer Gesellschaft wären auf die Nase gefallen“, spielt Thomsen auf möglicherweise klagefreudiger Mitbewerber an.

Das zukünftige Netzgeschäft der beiden Kommunen soll in einer neu zu gründenen Gesellschaft angesiedelt werden. Für deren Gründung soll nach einem Wettbewerbsverfahren ein Partner gesucht werden, erklärt Andreas Bovenschulte.

Entscheidungen zu diesem Thema werden in den nächsten Monaten getroffen, kündigt der Stuhrer Verwaltungschef an. Kein Bürger müsse sich Gedanken machen, ohne Strom zu sein, zieht Niels Thomsen ein Fazit. Er dankte allen Beteiligten für „eine gute Zeit“.

Eine konzessionslose Zeit wäre für Avacon übrigens kein Problem, sagt Hermann Karnebogen. „Die Politiker können also in Ruhe überlegen.“

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