New Yorker Comedienne in Leeste

Tamika Campbell im Kulturforum: Originell, aber nicht selten vulgär

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Künstlerin Tamika Campbell lacht lieber über sich selbst als über andere. 

Leeste - Von Heiner Büntemeyer. Als Frau in ihren besten (Wechsel)jahren stellte sich am Samstag im Kulturforum Leeste die Comedienne Tamika Campbell vor. Sie stammt aus New York und lebt in Berlin. „Aber so lange Trump lebt, erzähle ich überall, dass ich Kanadierin bin“, fügt sie hinzu. Sie ist mit acht Geschwistern aufgewachsen und kennt ihre Mutter nur schwanger. „Sie war eine echte Gebärmutter“, kalauert sie.

Sie liebt Deutschland, liebt Hildegard Knefs Chansons und kämpft sich durch die deutsche Sprache. „Verpflichtungserklärung“ sei so ein Wort, an dem sie drei Wochen lang geübt hat. „Aus Liebe zu einem Mann“ sei sie nach Deutschland gekommen – von New York nach Recklinghausen. Das sei ein Kulturschock vom Feinsten gewesen, erinnert sie sich. 

Allerdings auch für ihre Schwiegermutter, zumal ihr Ehemann seiner Mutter zuvor nicht verraten habe, dass sie eine Farbige und keine besonders gute Schwiegertochter sei. Sie habe auch mal versucht, eine Dame zu sein, aber sie sei viel lieber eine Frau, „hetero mit maskulinem Einschlag“ und wäre liebend gern Donald Trumps Domina.

Forsch, direkt, frech und selbstbewusst

Sie hat eine inzwischen achtjährige Tochter und ist alleinerziehend. Natürlich ist sie auf der Suche nach einem Typ. Und das Bewerbungsprofil verriet sie den Besuchern auch: „Er soll einen Job haben, athletisch sein, und seine Mutter muss tot sein.“

Anschließend gab sie Erkenntnisse aus ihrem bewegten Leben zum Besten: Forsch, direkt, frech und selbstbewusst stellte sie sich dem Publikum vor. Ihre Beobachtungen über das Leben im Allgemeinen, die Liebe im Besonderen und ihre persönliche Sicht der Dinge waren originell, aber nicht selten auch vulgär und unterhalb der Gürtellinie: „Stubenrein“ geht anders.

„Überlebende“ einer Vergewaltigung

Unter den Besuchern waren überraschend viele junge Leute, mit denen sie das direkte Gespräch suchte. Ihr Statement, der Freund ihrer Tochter dürfe nicht bei ihr im Haus schlafen, bevor die Tochter elf Jahre alt ist; er müsse genügend Geld haben, um ein Hotelzimmer bezahlen zu können, klang ebenso einstudiert wie ihr Rat an die Männer, in einer heftigen Diskussion nie zu ihrer Frau zu sagen, sie möge sich beruhigen: „Das ist wie ein Druck auf den Atomknopf.“ Glaubwürdig und überzeugend klang aber ihre Aussage, sie sei als junge Frau vergewaltigt worden, betrachte sich jedoch nicht als Vergewaltigungsopfer sondern als „Überlebende“, denn erst dadurch sei sie stark geworden.

Tamika Campbell zeigte eine starke, temperamentvolle Bühnenpräsenz mit Slapstickeinlagen und kam beim Publikum auch deshalb gut an, weil sie lieber über sich selbst lachte, als andere – abgesehen von den verweichlichten Männern – durch den Kakao zu ziehen.

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