Leester Kommissariat stellt Statistik vor

Ordnungshüter klären jeden vierten Wohnungseinbruch auf

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Die Chefin des Weyher Polizeikommissariats, Franziska Mehlan, und ihr Stellvertreter Lothar Sengelmann (links) beschäftigen sich mit der Entwicklung der Straftaten. 

Leeste - Von Sigi Schritt. Wie erfolgreich die Arbeit der Polizei wirklich ist, lässt sich an der Statistik ablesen, die alle Straftaten eines Jahres erfasst.

Die Beamten hatten 2017 offensichtlich sämtliche Register gezogen, um der Kriminalität sowohl in Weyhe als auch Stuhr effektiv zu begegnen – die Zahlen, die Franziska Mehlan, Chefin des Leester Polizeikommissariats, und ihr Stellvertreter Lothar Sengelmann gestern in Leeste vorstellten, sprechen für sich. Die Fallzahlen sanken im Vergleich zum Vorjahr um rund 680 auf knapp über 3 000 Taten – das ist laut Mehlan der niedrigste Wert seit 2009. Außerdem konnten ihre Beamten die Aufklärungsquote um 1,17 Prozent auf 59,1 Prozent steigern.

„Der Rückgang der Straftaten zieht sich durch fast alle Bereiche“, sagt Sengelmann erfreut. Das sei insbesondere bei den Diebstahlsdelikten der Fall. Dazu zählen die Wohnungseinbrüche, die bei der Polizei zur Schwerpunktkriminalität zählt. Der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes hat 2017 für die beiden Großgemeinden insgesamt 115 Fälle registriert. Im Vorjahr waren es noch 145. „Das ist ein Rückgang um 30 Prozent“, sagt Sengelmann.

Auf aufmerksame Zeugen angewiesen

Um fast 60 Prozent sind sogar die Einbrüche in Firmengebäude zurückgegangen. Waren es 2016 121 Fälle, waren es 2017 „nur“ 50. Das ist laut Mehlan vor dem Hintergrund der vielen Unternehmen, die sich in den beiden Großgemeinden niedergelassen haben, eine „sehr beachtliche und erfreuliche Veränderung“.

Der Erfolg hat nach Meinung der beiden Sheriffs viele Gesichter. So seien die Ordnungshüter auf aufmerksame Zeugen angewiesen, die es zweifellos in Weyhe und Stuhr gibt. Diese beobachteten Täter und riefen in der Wache an. Streifenbeamten fuhren dann mit Blaulicht zum Geschehen und nahmen die Einbrecher im besten Fall an Ort und Stelle fest.

Prävention zählt aber ebenso dazu, dass Straftaten sinken. „Wenn Türen und Fenster gut gesichert sind, dann ziehen Einbrecher weiter“, sagt Mehlan. Hunde seien ebenso probate Mittel, ungebetene Gäste vom fremden Eigentum fernzuhalten, zitiert Lothar Sengelmann eine Studie aus England.

„Kameras sind sehr preiswert geworden“

Außerdem sind den Ermittlern bei der Aufarbeitung der Taten einige Fische ins Netz gegangen. So haben zum Beispiel Überwachungskameras die Kleidung der Täter im Bild festgehalten. „Die Kameras sind sehr preiswert geworden“, sagt Sengelmann. Einige Eigentümer setzten auf sogenannte getarnte Wildcams. Die Fotos geben schließlich Hinweise auf die mutmaßlichen Täter, so der Erste Kriminalhauptkommissar. Schließlich konnte die Polizei die an den Tatorten gefundenen Spuren den Verdächtigen zuordnen, und so die Täter überführen.

Mehrere Großkontrollen in Brinkum-Nord aber auch Überprüfungen in Melchiorshausen auf der Bundesstraße 6 und einige in Fahrenhorst auf der Bundesstraße 51 verfehlten ihre Wirkung nicht, insbesondere wenn die Beamten Täterwerkzeug oder gestohlenes Gut in den Fahrzeugen gefunden haben. Unterm Strich führt das dazu, dass jede vierte Straftat aufgeklärt wird.

Außerdem hat die Politik auf das Sicherheitsbedürfnis reagiert und den Wohnungseinbruch einem Verbrechen gleichgestellt – die Mindeststrafe ist jetzt ein Jahr Gefängnis. Der Einstieg in ein Firmengebäude ist nach wie vor ein Vergehen und wird geringer bestraft, erläutert Sengelmann.

„Die Leute sprechen mit uns“

Das subjektive Sicherheitsgefühl sei ein anderes als das objektive, so Mehlan. Sie macht es am Beispiel der Flüchtlinge fest. In beiden Großgemeinden ereigneten sich gerade mal 68 Fälle, in denen Flüchtlinge in den Unterkünften sich geprügelt oder in Wut Gegenstände beschädigt hätten. Es zeigt sich, dass sich die dezentrale Unterbringung der Schutzsuchenden in den Kommunen Stuhr und Weyhe bewährt hat. „In den Unterkünften gibt es keine Problemlagen. Die Leute sprechen mit uns.“

Gibt es grundsätzlich Gewalt gegen Beamte? „Verschwindend gering“, so Franziska Mehlan. Widerstand leisteten im vergangenen Jahr gerade mal zwei Personen. 2016 registrierten die Ordnungshüter insgesamt vier Fälle.

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