Bühnen dicht

Open-Air im Fokus: Das macht das Weyher Theater in der Corona-Krise

Christian Hamann, Franziska Krumwiede und Marc Gelhart (v.l.) spielen auf der Bühne des Weyher Theaters
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Konnte coronabedingt nur bis Anfang November 2020 aufgeführt werden: das Stück „Seitenspringer“ mit Christian Hamann, Franziska Krumwiede und Marc Gelhart (v.l.). Die turbulente Verwechslungskomödie hatte bis zum Lockdown für ausverkaufte Vorstellungen gesorgt.

Der Vorhang öffnet sich nicht. Es sind keine Zuschauer da, die Beifall klatschen und sich vor Lachen auf die Schenkel klopfen können. Es herrschen augenblicklich harte Zeiten für die Kunst- und Kulturszene, die neben der Gastronomie stark unter den Coronabedingungen leidet. So ist es auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Weyher Theaters, die nur allzu gerne wieder ihrer normalen Tätigkeit nachgehen würden.

Weyhe – Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres und geplante Aufführungen müssen verschoben werden, in der Hoffnung, dass sich eines Tages der Vorhang wieder heben kann.

Seit Mitte März hilft Marc Gelhart, Schauspieler und Pressesprecher des Weyher Theaters, bei dezentralen Corona-Impfaktionen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus. Auch Schauspielerin Sarah Kluge ist zurzeit auf diese Weise für das DRK in Schulen und Sporthallen des Landkreises tätig. „Mit der Dokumentation des Impfprozesses entlasten wir das medizinische Personal und halten ihnen so den Rücken frei“, erzählt Gelhart. „Weil im Theater Kapazitäten brach liegen, wurde die Geschäftsleitung angesprochen und hat die Anfrage an uns weitergeleitet.“ Auch Servicekräfte des theatereigenen Pubs „Shakes-pear’s“ sind mit dabei. Andere Schauspieler betätigen sich in der spielfreien Zeit momentan in boomenden Branchen, wie dem Paketdienst oder bei Immobilienmaklern.

Anfang November 2020 wurde die Verwechslungskomödie „Seitenspringer“ zum letzten Mal auf der Weyher Bühne präsentiert. Der auch heute noch gültige Lockdown brachte das vorläufige Aus. „Wir konnten aufgrund der Abstandsregeln im Saal leider nicht so viele Vorstellungen zeigen, wie es aufgrund der Nachfrage möglich gewesen wäre“, bedauert Gelhart.

Probleme durch Lockdown

„Es macht keinen Sinn, das Stück ‚Eine Reise’, das Ende Januar hätte Premiere feiern sollen, noch für die laufende Saison einzuplanen“, berichtet Marc Gelhart von den durch den Lockdown verursachten Schwierigkeiten. Die Inszenierung von Frank Pinkus und Kay Kruppa soll nun am 15. Oktober über die Bühne gehen (wir berichteten). „Nach der Premiere für ‚Eine Reise’ wäre das Stück ‚Bella Italia’ an der Reihe gewesen, gefolgt von ‚Männer allein zu Haus’, das bereits zum zweiten Mal verschoben werden musste.“

Terminliche Verlegungen, Umplanungen angesetzter Aufführungen, Tausch von verkauften Karten und Lösungen für die Ansprüche von Abonnenten, sorgen nachvollziehbar für eine große administrative Belastung bei den Theaterleuten in der Verwaltung und an der Kasse. „Zum großen Teil sind unsere Besucher dankbar dafür, dass wir sie bei den Ersatzterminen berücksichtigen konnten. Die verkauften Karten behalten ja ihren Wert“, stellt Gelhart klar. „Einige Kartenkäufer habe ihr Ticket für ausgefallene Vorstellungen zurückgegeben, ohne eine Erstattung zu erwarten“, zeigt sich Marc Gelhart beeindruckt von der Spendenbereitschaft einiger Theaterfreunde.

Freilichttheater auf dem Weyher Marktplatz

„Wir fokussieren uns jetzt primär auf das Freilichttheater auf dem Weyher Marktplatz“, berichtet Gelhart. Nach derzeitiger Planung soll dort ab 2. Juli das Stück „Sonne, Sand und Sylt“ aufgeführt werden. Die musikalische Komödie aus der Feder von Frank Pinkus und Kay Kruppa wurde speziell für Vorstellungen unter freiem Himmel konzipiert. Die Handlung der Komödie spielt auf einem Campingplatz der Insel Sylt und enthält zahlreiche Songs.

Erstmals 2007 hatte das Weyher Theater bei zehn abendlichen Open-Air-Aufführungen auf dem Marktplatz eine große Zahl von Zuschauern mit dem Stück „Amore“ begeistert. Marc Gelhart hofft, trotz des logistischen Kraftaktes, den der Wechsel des Bühnenstandortes verursacht, mit der neuen Geschichte an den Erfolg aus 2007 anknüpfen zu können.

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