Für ein ökologischeres Weyhe

Annika Bruck will auf Andreas Bovenschulte folgen

Annika Bruck aus Leeste will Chefin der Weyher Verwaltung werden. Foto: Jantje Ehlers
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Annika Bruck aus Leeste will Chefin der Weyher Verwaltung werden.

Annika Bruck will Nachfolgerin von Andreas Bovenschulte werden. Die Fraktionschefin der Grünen hat am Freitag gegenüber der Mediengruppe Kreiszeitung ihre Kandidatur für das Bürgermeister-Amt angekündigt. Vorstand und Fraktion der Weyher Grünen unterstützen die Leesterin.

Weyhe - Die 42-Jährige geht fest davon aus, dass der amtierende Verwaltungschef in wenigen Wochen die Wesergemeinde Richtung Hansestadt verlässt und nach der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft am 26. Mai seinen Posten in Weyhe aufgibt. Die Grünen wollen für den Fall der Fälle gerüstet sein.

„Ich habe Andreas Bovenschulte als ehrlichen und guten Bürgermeister kennengelernt. Wenn er sagt, dass er seiner Partei in Bremen beiseitestehen will, dann ist das absolut nachvollziehbar. Ich rechne nicht mit einem Rückzug.“ Sollte Bovenschulte wider Erwarten nicht kündigen, gibt es auch keinen Wahlkampf der Grünen, so Bruck.

Konkretes Programm in den nächsten Monaten

Wie berichtet, kandidiert Bovenschulte auf einem aussichtsreichen SPD-Listenplatz für ein Mandat der Bremischen Bürgerschaft. Beobachter trauen ihm nicht nur den Job eines Senators, sondern auch den eines Senatspräsidenten zu. „Bovenschulte geht nach Bremen. Zur Not auch in die Opposition“, so Bruck.

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Die Grünen möchten mit Annika Bruck einen Wahlkampf bestreiten, der Argumente für „ein ökologischeres und sozialeres Weyhe“ liefern soll, sagt Jens Uhlhorn. Ein konkretes Programm will die Partei in den nächsten Monaten erarbeiten, so der Vorsitzende des Weyher Ortsverbandes. Es geht um die Themenfelder Bauen und Verkehr sowie um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. An diesem Prozess könnten sich auch Interessierte beteiligen, die nicht der Partei angehören. „Wir treffen uns regelmäßig im Kirchweyher Hof“, sagt Bruck. Eile sei nicht geboten, weil eine Wahl für die Nachfolge frühestens im November ansteht.

Flächen für mittelständisches Kleingewerbe

Obwohl Weyhe „eine liebenswerte Gemeinde ist“, will Bruck Schwierigkeiten nicht unter den Tisch fallen lassen. Sie prangert die Erweiterungungspläne für das Gewerbegebiet Dreye West III an und erinnert, dass das Areal vor zwei Jahrzehnten eine wertvolle Naturfläche war. „Damals hatte der Rat sich für eine Versiegelung der Flächen entschieden. Das war schon damals falsch.“ Wo bleibe jetzt die Verlässlichkeit einer Gemeinde, wenn die festgelegten Ausgleichsflächen jetzt verlegt würden und bedrohte Vogelarten ihre Brutstätten verlieren? Es habe Bruck geärgert, dass Gutachter im Auftrag der Gemeinde die geschützten Flächen im August und damit zu einer Zeit besucht hätten, in der keine Vögel brüten. Annika Bruck hofft, dass die Untere Naturschutzbehörde das Vorhaben der Gemeinde nicht genehmigt. Die Deutsche Bahn gehe bei der Erneuerung der Ochtumbrücke mit positivem Beispiel voran. Sie hatte ihre Hausaufgaben gemacht und im Vorfeld viele Begehungen im Jahr organisiert.

Um Gewerbe anzusiedeln müsse die Gemeinde sehen, ob zum Beispiel Arbeitsplätze geschaffen werden. Annika Bruck findet, dass Flächen insbesondere für mittelständisches Kleingewerbe entwickelt werden müssten. „Große Areale sollten nicht für Lagerhallen versiegelt werden.“

Persönliches:

Annika Bruck, geboren 1976 in Hannover, ist in einem Dorf nahe der Landeshauptstadt aufgewachsen. Sie studierte Architektur in Bremen, Fachrichtung: Städteplanung. In der Hansestadt fand sie die Liebe und zog mit ihrer Familie 2005 nach Leeste. Die Mutter von drei Mädchen und einem Jungen ist verheiratet und gründete 2005 mit weiteren Müttern den Verein „ProFil“. Damals forderte Annika Bruck die Gemeinde auf, Krippenplätze zu schaffen und erinnerte an den Rechtsanspruch. 

Die Leesterin trat 2011 bei den Grünen ein und war bei der Landtagswahl Kandidatin mit einem Achtungserfolg. Bruck ist Mitglied des Kreisvorstandes und führt den Ortsverband und die Ratsfaktion. Beruflich arbeitet sie für „Immobilien Bremen“ – vergleichbar mit einem Hochbauamt für die Hansestadt. Dieses Unternehmen baut zum Beispiel Schulen und Kindergärten.

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