Tot oder wohlgenährt?

Dutzende Katzen in Weyhe als vermisst gemeldet

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Claudia von Weihe aus Leeste vermisst Roxy, die Katze ihrer Tochter, seit dem 18. März.

Leeste - Von Marc Lentvogt. Noch hat Familie von Weihe Hoffnung. Roxy, die Katze von Mareen von Weihe, ist seit fünf Jahren Mitglied der Familie. Mitte März aber ist sie verschwunden. „Wenn wir nachts eine Klingel hören, schrecken wir auf. Roxy hat auch eine am Halsband“, erzählt Mutter Claudia von Weihe.

Jeder Tag spielt sich so auf dem Grat zwischen Hoffnung und Traurigkeit ab – und Familie von Weihe ist kein Einzelfall. Das international aktive Tierschutz Kompetenz Zentrum Tasso führt auf seiner Homepage (www.tasso.net) 44 Katzen, die derzeit in Weyhe und der näheren Umgebung vermisst werden. 

Die Hoffnung der betroffenen Familien beruht darauf, dass viele Tiere irgendwann den Weg zurückfinden. „Meine Mutter hat eine Katze, die verschwindet jährlich“, erzählt Claudia von Weihe. „Sie kommt dann irgendwann mit Allüren wieder, isst nur noch das Feinste.“ Bedeutet: Sie wurde angefüttert.

Von Weihes Meinung nach besteht ein Problem in der Wahrnehmung von Katzen. Diese seien draußen unterwegs, würden dann aber sofort als heimatlos wahrgenommen, selbst wenn sie ein Halsband tragen. „Es ist ja lieb von den Menschen, wenn sie sich kümmern, aber im Tierheim sitzen zig Tiere, die auf ein Zuhause warten“, appelliert sie an ihre Mitmenschen. Hinter dem Tier, um das sich jemand wohlwollend kümmert, mag eine Familie stecken, die in Sorge ist.

Mithilfe eines Chips schnell identifizierbar

Eine Überprüfung des Besitzstatus' ist dabei kaum aufwendiger, als das Füttern des Tieres selbst. Der Chip, den die registrierten Katzen tragen, kann in jeder Tierarztpraxis, oft auch in Tierheimen ausgelesen werden. Mittels der auch dabei meist verwendeten Tasso-Datenbank, liegen innerhalb kürzester Zeit die Daten des Eigentümers vor, bestätigt die Kleintierpraxis Dr. Anita Seide.

Familie von Weihe hat vor Jahren selbst Erfahrung mit einem fremden Tier im Garten gemacht: Plötzlich saß eine Katze auf der Terrasse. Die Familie hat ihr kein Futter gegeben und doch kam sie tagelang wieder. Ein Zeichen dafür, dass es dem Tier zuhause schlecht ging?

Nicht zwangsweise, wie Claudia von Weihe erzählt. Der eigentliche Haushalt der besagten Katze hatte Zuwachs bekommen, für den Vierbeiner folgte eine Zeit der Umgewöhnung. Die weinenden Mädchen, die dankbar waren, dass jemand den Fund ihrer verschwundenen Katze gemeldet hatte, bestätigten: Das Tier ist nicht geflohen, weil es ihm an Liebe fehlte.

Steckbriefe verteilt

Eine Vermisstenmeldung im Tierheim, Steckbriefe im direkten Umfeld, im Einzelhandel und an Bushaltestellen, die Suche im Internet – all das blieb für Familie von Weihe bisher ohne Erfolg. „Selbst wenn wir nur das Halsband wiederbekommen, hauptsache wir haben Gewissheit“, sagt Mareen von Weihe. 

Derzeit möchte niemand aus der Familie das Haus alleine lassen. Roxy könnte zurückkommen. Eine schwarze Katze sei seit ihrem Verschwinden zumindest nicht tot aufgefunden worden, ermutigt sich die Familie. „Also geben wir die Hoffnung nicht auf“, so Claudia von Weihe.

Lesen Sie auch: Treibt sich ein Tierquäler in Weyhe herum?

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