Obstbaumtreffen auf der Wiese

Paten für den Dülmener Rosenapfel

+
Organisator Jürgen Heyn (r.) und die Baumpaten vergleichen ihre Ernte.

Weyhe - Einmal jährlich steht auf der Streuobstwiese neben den Pferdehof van Hoorn ein „Obstbaumtreffen“ mit Begehung und fachkundiger Beratung an. Die Paten der 90 Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäumen schauen sich dann ihre Obstbäume an und informieren sich. So auch gestern Nachmittag.

Auch Dankwart Seipp, Obstbaumexperte und studierter Gärtner, war mit von der Partie und suchte nach einer Antwort, denn der „Behang“, also die Ernte, war sehr gering. Aber die in zwei geraden Reihen gepflanzten Bäume machten einen sehr gesunden Eindruck. Ein Grund für die geringe Ernte sei oft der Spätfrost, aber den habe es im vergangenen Frühjahr nicht gegeben. Wahrscheinlicher sei eine mangelhafte Bestäubung. Diese wiederum könnte darauf zurückzuführen sein, dass in der Leester Marsch großflächig Rapsfelder angelegt waren. „Wenn der Raps nur zwei oder drei Tage früher als die Obstbäume blühen, dann bleiben die Bienen dort“, erklärte Seipp.

Aber die Bäume wurden nicht in erster Linie wegen eines zu erwartenden hohen Ertrags gepflanzt, sondern, um alte Obstbaumsorten zu erhalten. 2011 und 2012 kamen jeweils 45 Bäume in die Erde, robuste Sorten, passend zum Marschboden; Bäume, die nicht gedüngt werden müssen, denen höchstens Kalk und Kalium zugefügt werden muss.

Auf dieser Obstplantage werden keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht, aber es bleibt den Paten freigestellt, um den Stamm herum das Gras zu entfernen und so einen Hof anzulegen. Weitere Pflegearbeiten sind nicht erforderlich, denn nach Aussage von Jürgen Heyn, der die Idee zu dieser Anlage hatte, wird Dankwart Seipp die Bäume in den ersten sieben Jahren regelmäßig im Frühjahr schneiden und bei einem möglichen Rehbiss für den Stammschutz sorgen.

Gegenwärtig sind noch sieben Bäume ohne Paten: Zwei Zwetschgenbäume sowie der Dülmener Rosenapfel, Grahams Jubiläumsapfel, Winterbananenapfel, Prinzenapfel und The Czar. Wer Interesse an einer Patenschaft für einen Baum hat, kann sich an Jürgen Heyn unter der Nummer 0172/9462762 wenden.

Was aus ihrer Ernte werden kann, durften die Baumpaten am Sonntag beim Obstbaumtreffen selbst schmecken, denn Manfred Böcker zapfte frisch gepressten Saft aus Äpfeln der vom Nabu betreuten Streuobstwiesen. Auch Jürgen Heyn plant, irgendwann zur Apfelernte eine mobile Mosterei anzufordern, damit das Leester Obst vor Ort gepresst werden kann.

Hoffnung auf eine bessere Ernte machte Dankwart Seipp. Er stellte bei der Begehung schon jetzt sehr viele angelegte Blütenknospen fest. Die Paten müssen nun nur noch auf günstige Witterung und nicht fehlgeleitete Bienen hoffen.

bt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Nach Sommergewittern kommt Herbstwetter

Nach Sommergewittern kommt Herbstwetter

Beachparty in Schwarme

Beachparty in Schwarme

Frühshoppen in Schwarme

Frühshoppen in Schwarme

Kinder aus Gomel in Wöpse

Kinder aus Gomel in Wöpse

Meistgelesene Artikel

14-Jähriger kracht auf der Flucht vor Polizei in Gaststätte

14-Jähriger kracht auf der Flucht vor Polizei in Gaststätte

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Unwetter erreicht den Bremer Süden mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

Kommentare