Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Weyhe und Umgebung wird 15 Jahre alt

„Nicht im Internet hektisch nach Antworten suchen“

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte (2.v.l.) lobt die Prostatakrebs- Selbsthilfegruppe um (v.l.) Siegfried Just, Georg Rother und Wilhelm Holzhausen für das langjährige Engagement. 

Weyhe - Von Sigi Schritt. "„Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern“, sagt Georg Rother von der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Weyhe und Umgebung.

Der Sprecher nimmt den 15. Geburtstag dieser Gruppe zum Anlass, Männern ab dem 45. Lebensjahr zu raten, einen Urologen für eine Früherkennung aufzusuchen. Die Gruppe hatten Manfred Lüpke und Manfred Kummerow gegründet.

Im Rahmen einer Feier im Martha-Schubert-Haus hat Bürgermeister Andreas Bovenschulte das Engagement der Mitglieder gelobt, die beispielsweise Betroffene beraten, ihr Wissen auf Gesundheitsmessen weitergeben und sich weiterbilden. „Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle“, sagte Bovenschulte. „Auf der einen Seite gibt es das professionelle, medizinische System mit den Krankenhäusern und Ärzten. Auf der anderen Seite stehen Familien und Freunde. Aber die können mit den Fragen der Ängste und dem Austausch über die Krankheit nicht gut umgehen, weil sie emotional viel zu nah dran sind.“ 

Bevor betroffene alleine hektisch im Internet nach Antworten suchen, um zu beurteilen, was die Mediziner an „medizinischen Maßnahmen“ vorgeschlagen haben, sei es doch besser, sich in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen auszutauschen. „Sie bekommen dort, was Ärzte, Freunde und das häusliche Umfeld nicht zu leisten im Stande ist.“

Rother stimmte Bovenschulte zu: „Bei vielen Patienten stellen sich als Begleiterscheinungen nach einer Operation Ängste ein, welche die Lebensqualität körperlich und seelisch einschränken.“ Zahlreiche Studien zeigten, dass Selbsthilfegruppen heilsame Wirkung hätten – durch „vermehrtes Selbstvertrauen der Betroffenen durch die Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung. Für Rother ist die Selbsthilfe „ein wesentliches Element, den Status eines mündigen Patienten im Alltagsleben der medizinischen Erfahrung“ umzusetzen.

„Ist Prostatakrebs früh erkannt, ist dieser gut behandelbar“, sagte Helmut August Kurtz aus Soltau, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen und Sprecher aller Landesverbände in Deutschland. „Das nächste Prostatakrebszentrum befindet sich in Hannover. Dort operieren die Ärzte, sie bestrahlen und forschen.“

Nach heutigem Stand der Wissenschaft wissen die Mediziner laut Kurtz aber nicht, welche Therapie wirklich am besten hilft. Ein Patient bekommt eine Strahlentherapie, der nächste wird operiert und einem anderen werden mit radioaktiven Teilchen versehene Seed-Implantaten „reingeschossen“. Daneben bestünde als Therapie außerdem die Möglichkeit, einen Prostatakrebs nur zu überwachen.

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