Angebot für verhaltensauffällige Jungen und Mädchen

Neues Schulgebäude in Sudweyhe geplant

Viel Platz für einen Neubau: Das Bild zeigt einen Teil des Geländes der Grundschule Sudweyhe.
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Viel Platz für einen Neubau: Das Bild zeigt einen Teil des Geländes der Grundschule Sudweyhe.

Weyhe – Bethel im Norden, ein Unternehmensbereich der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, plant für seine Janusz-Korczak-Förderschule ein neues Gebäude in Weyhe. Darin sollen Mädchen und Jungen mit einem emotionalen und sozialen Unterstützungsbedarf in den Jahrgangsklassen eins bis vier unterrichtet werden. Bethel im Norden hat bereits ein Gelände im Auge: das Areal der Paul-Maar-Ganztagsgrundschule in Sudweyhe.

Das neue Gebäude soll eine Außenstelle der Janusz-Korczak-Förderschule in Freistatt werden, bestätigt auf Anfrage der dortige Schulleiter Heinz Thiemann. Es gebe bereits konstruktive Gespräche mit der Gemeinde Weyhe, der Grundschule und den entsprechenden Gremien.

Thiemann könne noch nicht sagen, an welche Position das neue Schulgebäude kommen soll. Das Gelände dort sei recht groß. Es gebe viele Möglichkeiten. Fest stehe nur, dass es ein eigenständiger Bau wird und dass der Schulhof in den Pausen gemeinsam mit dem der Grundschule genutzt werden sollte. Außerdem sollte das Förderschul-Gebäude Klassenräume für Mädchen und Jungen der ersten vier Jahrgänge umfassen. Ziel sei es, dass die Lehrer an den spezifischen Problemen der Schüler arbeiten, damit diese wieder in das öffentliche Schulsystem zurücküberwiesen werden können. Ein Termin für den Baustart sei noch nicht bekannt.

Derzeit werde intensiv am Konzept gefeilt. Für die Trägergesellschaft Bethel im Norden sei klar, dass der Bedarf im Nordkreis jetzt und auch künftig da ist. In öffentlichen Schulen in Weyhe, Stuhr und Syke gebe es verhaltensauffällige Kinder und das speziell in Grundschuljahrgängen. Es mache für Eltern keinen Sinn, ihre Kinder an das andere Ende des Landkreises, also nach Freistatt, zu fahren.

Welche Schüler kommen für die Janusz-Korczak-Förderschule in Sudweyhe infrage? Laut Heinz Thiemann zum Beispiel hyperaktive Mädchen und Jungen, vielleicht Autisten und solche, die Schwierigkeiten hätten, Beziehungen zu Lehrern oder Mitschülern einzugehen.

Der Unterstützungsbedarf der emotionalen und sozialen Entwicklung eines Schülers sei in der Regel gekennzeichnet durch eine gestörte Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen und damit oftmals auch zu einer sich ihn umgebenden gegenständlichen Lebenswelt, erklärt Thiemann. Da es keine öffentliche Förderschule für Kinder mit solch emotionalem und sozialem Unterstützungsbedarf gibt, will die Janusz-Korczak-Förderschule als Ersatzschule diese Lücke im Nordkreis schließen.

„Wir schauen auf jedes Kind und erarbeiten einen individuellen Förderplan“, sagt Thiemann. Die Mitarbeiter hätten unterschiedliche Qualifikationen. So sehen sie die Schüler systemisch oder arbeiten als Anti-Aggressionstrainer. „Unser Methodenkoffer ist groß. Mit welcher Methode wir einen Schüler erreichen können, hängt auch mit dem Alter zusammen.“

Dass die Janusz-Korczak-Förderschule auf dem Gelände der Sudweyher Grundschule bauen will, sei nicht dem Zufall geschuldet, erklärt Heinz Thiemann. Die Förderschule arbeite seit 2017 erfolgreich mit der Grundschule zusammen. Bis vor einem halben Jahr habe man dort zwei Räume genutzt. Als die Grundschule dann mehr Erstklässler als in den Vorjahren hatte, zog die Förderschule nach Lahausen ins Gemeindehaus der Felicianus-Gemeinde um.

Die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde klappt gut, sagt Thiemann. Es sei aber wichtig, dass die Förderschüler – derzeit zehn – Kontakt zu Grundschülern hätten. Dann sei die sogenannte Rückschul-Quote höher. Denn zum Konzept gehört laut Heinz Thiemann auch, dass die Förderschüler zum Beispiel für einen Tag am Unterricht der öffentlichen Schule teilnehmen.

Ersatzquartier für Erst- bis Viertklässler der Janusz-Korczak-Förderschule: Das Gemeindehaus in Lahausen.

Von Sigi Schritt

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