Werbetafeln: Parteien reagieren allergisch

Neues Recht für Weyher Wohngebiet Appelallee: Bebauungsplan soll 2022 beschlossen werden

Der neue Bebauungsplan soll das Areal in jeweils zwei Mischgebiete und zwei sogenannte Allgemeine Wohngebiete aufteilen.
+
Der neue Bebauungsplan soll das Areal in jeweils zwei Mischgebiete und zwei sogenannte Allgemeine Wohngebiete aufteilen.

Weyhe – Der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt der Gemeinde Weyhe hat sich mit dem Bebauungsplan Appelallee befasst. In der Sitzung am Dienstagabend im Rathaus haben die Mandatsträger einstimmig dem Rat empfohlen, die die Planinhalte der Ortssatzung zu billigen und die frühzeitige Beteiligung zu beschließen. Dabei wurde auch das Aufstellen von Werbetafeln thematisiert.

Das Gebiet, um das es geht, befindet sich an der Kirchweyher Straße. Es ist rund 27 000 Quadratmeter groß. Es wird im Norden durch den Edeka-Markt und im Süden durch die Wegeparzelle Zur Hache begrenzt. Ziel der Planung ist laut Jutta Timmermann, die im Rathaus für Bauleitplanung zuständig ist, dass unter anderem die gemischte Baufläche den Gebietscharakter als Wohnstandort behält. Orientiert an der Bestandsbebauung sollen mit der neuen Satzung Art und Maß der baulichen Nutzung konkret geregelt werden.

Höhere Bebauung möglich

Jutta Timmermann zeigte den Ausschussmitgliedern sowie den Zuschauern auf der Empore bei einer Beamer-Präsentation einen Plan, der das Gebiet in mehrere Abschnitte teilt. Demzufolge sollen im Norden zwei Mischgebiete festgesetzt werden. Die Grundstücke nördlich der Appelallee könnten bei einer Neubebauung künftig höher städtebaulich ausgenutzt werden. Gebäudehöhen von zehn Metern würden dann zugelassen. Es würden maximal sechs Wohneinheiten pro Gebäude zulässig sein, Staffelgeschosse würden aber ausgeschlossen. Außerdem wären dort laut eines Entwurfs Werbeanlagen zulässig. Alternativen seien aber möglich.

Im zweiten Mischgebiet, es liegt südlich der Appellallee, sind die möglichen Grundstücksflächen im Vergleich zum ersten vergrößert. Pro Wohneinheit werden dann nicht 135, wie beim ersten Mischgebiet, sondern jetzt 235 Quadratmeter festgesetzt. Werbeanlagen seien dort ausgeschlossen, des dürften lediglich Hinweisschilder zu sehen sein.

Das Areal soll zum Feld eine Hecke bekommen.

Im Wohngebiet 1, das im Westen vom Ruschkamp begrenzt wird, sollen Werbeanlagen ausgeschlossen werden. Ziel sei es, traditionelle Wohnformen zu wahren: Pro Gebäude würden laut Plan nur sechs Wohneinheiten genehmigt. Die Gebäudehöhen sollen ebenfalls auf zehn Meter begrenzt sein. Das zweite Wohngebiet wird begrenzt durch das Feld in Richtung Hache. Dort sollen neue Häuser maximal neun Meter hoch werden dürfen. Ebenfalls würden dort Staffelgeschosse und Werbeanlagen ausgeschlossen.

Begrüntes Areal gewünscht

In allen Baugebietstypen sollen künftige Dächer symmetrisch geneigt sein. Daneben sind laut Jutta Timmermann grundsätzlich Schottergärten ausgeschlossen. Mehrere Bäume sollen erhalten bleiben und werden im Plan festgesetzt. Weitere Besonderheiten: Parkplätze sollen eingegrünt und das Regenwasser auf den Privatgrundstücken versickert werden. Bunte Dächer wären deshalb nicht möglich, weil die Gemeinde nur bestimmte Farben erlauben möchte. Aufgrund der direkten Ausrichtung zum anschließenden Feld soll das Areal mit Hecken eingegrünt werden. Details will die Gemeinde in Bürgergesprächen erläutern. Die Verwaltung wolle angesichts der Corona-Lage eine Lösung finden.

Ingrid Söfty: Webeanlagen „ein Dorn im Auge“

Ein Zuhörer äußerte Bedenken hinsichtlich der Gebäudehöhen. Es gebe Unterschiede zwischen den Höhen von neuen und bestehenden Häusern. Der Ausschussvorsitzende Berthold Groeneveld (SPD) riet dem Anwohner, er möge sich im Rahmen der Beteiligung einbringen und seine Hinweise detailliert vorbringen. Ein anderer Anwohner berichtete, dass es in der Appelallee zahlreiche Poller gebe. Die Straße selbst sei geschottert, zwei größere Autos könnten sich dort kaum begegnen. Der zuständige Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski äußerte sich zu diesem Weg, den er als Sonderfall bezeichnete. Es handle sich um eine öffentlich festgesetzte Straße auf einem Privatgrundstück. Er gehe davon aus, dass die Appelallee ausgestaltet wird.

Bezüglich der Werbeanlagen machte Ingrid Söfty (CDU) deutlich, dass diese „mir ein Dorn im Auge sind. Wenn ich höre, wie groß die sein sollen, erinnert mich das an ein Gewerbegebiet. Riesige Anlagen kann ich mir nicht vorstellen. Das halte ich dort für daneben.“ Sie forderte eine Veränderung des Plans. Dem schloss sich auch Rainer Zottmann (SPD) an. „Wir tragen eine große Tafel nicht mit.“ Zu den Festsetzungen merkte der Sozialdemokrat an, dass seine Fraktion es erwarte, dass die Häuser unverwechselbar seien und zu Weyhe passen. Bezüglich der Appelallee mahnte er, dass sichergestellt werden müsse, dass Radfahrer den Weg weiter benutzen dürfen, um nach Sudweyhe fahren zu dürfen. Der Grünen-Vertreter Jörn Rosenthal gab vor der Abstimmung der Verwaltung noch mit auf den Weg, dass er es begrüßt, wenn der Alleecharakter dieser Straße erhalten bleibt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher
Bruchhausen-Vilsen plant voller Zuversicht das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren

Bruchhausen-Vilsen plant voller Zuversicht das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren

Bruchhausen-Vilsen plant voller Zuversicht das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren
Infiziert, aber negativ getestet: Wie sicher sind Testzentren?

Infiziert, aber negativ getestet: Wie sicher sind Testzentren?

Infiziert, aber negativ getestet: Wie sicher sind Testzentren?
Drei Schließungen in der Diepholzer Innenstadt

Drei Schließungen in der Diepholzer Innenstadt

Drei Schließungen in der Diepholzer Innenstadt

Kommentare