Für neues Lahauser Pfarrhaus: Felicianusgemeinde verkauft drei Baugrundstücke

180 Euro pro Quadratmeter

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Die Kirchenvorstandsmitglieder Frauke Wetjen, Karsten Damm-Wagenitz, Albert Gerling-Jacobi und Werner Marquart (v.l.) mit dem Grundstücksplan. Die Zufahrt erfolgt über die Straßen Am Neddernfeld und Lerchenweg.

Lahausen - Von Philipp Köster. Zweige knacken, Äste brechen, rumms – die etwa zehn Meter hohe Kiefer fällt. Wie der Nadelbaum weicht zurzeit alles Grün auf dem Grundstück des Pfarr- und Gemeindezentrums am Kleiberweg. Die Felicianusgemeinde lässt das Areal servierfertig herrichten. Denn aus dem Verkaufserlös von rund 2260 Quadratemetern wollen die Protestanten einen Großteil des Neubaus des Pfarrhauses bestreiten. Bauwillige können sich in Kürze um eine von drei Baulandflächen am Lerchenweg/Am Neddernfeld bewerben.

Wie berichtet, ist die Veräußerung nur ein Aspekt eines neuen Gebäudekonzepts. Für den Erhalt des alten Schulhauses bei der Kirche, des Gemeindesaals in Sudweyhe und des bestehenden Pfarrhauses am Kleiberweg hätte die Gemeinde zu viel Geld in die Hand nehmen müssen. Von der Landeskirche gibt es nur 8000 Euro im Jahr an Baumittelzuweisungen. „Einmal Fenster streichen ist die Kohle alle“, bringt es der Kirchenvorstandsvorsitzende, Pastor Albert Gerling-Jacobi, ganz plastisch auf den Punkt.

Für den Abriss des alten Schulhauses an der Felicianuskirche hätte die Gemeinde selbst 20000 Euro lockermachen müssen. Es musste also besagtes Gesamtkonzept her. Und mit den veranschlagten 180 Euro pro Quadratmeter nimmt die Gemeinde 400000 Euro ein, um die Vorhaben von Abriss bis Neubau zu stemmen.

Bei der Festlegung des Quadratmeterpreises hat sich die Kirchen- bei der politischen Gemeinde erkundigt. 180 Euro sind demnach für die Lage angemessen, lautete Gerling zufolge die Auskunft. Im aufgeheizten Immobilienmarkt in Weyhe ist sicher deutlich mehr zu verdienen. Doch darum ist es laut Gerling, seinem Kollegen Karsten Damm-Wagenitz und den Kirchenvorstandsmitgliedern Frauke Wetjen und Werner Marquart nicht gegangen. Auf der anderen Seite „konnten wir auch nicht 40 Euro unter dem Marktwert bleiben“, sagt Gerling-Jacobi. Dann hätte nämlich die Landeskirche ihr Veto eingelegt. In der aktuellen Debatte in Weyhe um bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen lässt sich darüber streiten, ob 180 Euro schon darunter fallen. „Wir brauchen das Geld zur Finanzierung unserer Projekte“, sagt Damm-Wagenitz, der inzwischen aus dem Pfarrhaus ausgezogen ist.

Immerhin folgt der Verkauf der einmal 1000, und zweimal 630 Quadratmeter großen Grundstücke sozialen Kriterien. So will die Gemeinde die Anzahl der Kinder, der pflegebedürftigen und schwerbehinderten Haushaltsangehörigen berücksichtigen. Auch sollten die Bewerber schon in Weyhe leben. Nachrangig, aber immerhin noch ein Kriterium, ist die Mitgliedschaft in einer Kirche mindestens seit dem 1. Januar dieses Jahres, wohlgemerkt nicht unbedingt in der evangelisch-lutherischen Landeskirche, sondern lediglich in einer der Glaubensgemeinschaften, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) zählen. Und das sind einige. Dieser Punkt der Kirchenzugehörigkeit war im Vorfeld nicht unumstritten. „Ich war dagegen“, sagt Damm-Wagenitz. Im Kirchenvorstand hätte es aber Stimmen gegeben, die dafür plädiert hätten, bei der Vergabe an die treuen Mitglieder zu denken.

Laut Werner Marquart gibt es schon zwölf Interessenten für die drei Grundstücke. „Es gilt aber nicht das Windhundprinzip.“ Auch werde nicht an den Meistbietenden verkauft. Unter Umständen kann laut Gerling-Jacobi ein Losverfahren entscheiden.

Welche Gestalt das neue Pfarrhaus haben wird, steht noch nicht fest. Die Weyher orientieren sich ein bisschen am Leester Neubau an der Kirchstraße. Es gibt aber noch keinen Entwurf, auch ein Architekt ist noch nicht gefunden.

Die genauen Vergabekriterien und die Bewerbungsunterlagen sind in Kürze auf der Internetseite der Kirchengemeinde einseh- und herunterladbar. Die Bewerbungsfrist endet am Sonntag, 13. März. Bis Ostern soll das gesamte Verfahren abgeschlossen sein.

Am Dienstag, 16. Februar, geht um 20 Uhr im Gemeindehaus am Kleiberweg ein Infoabend für Interessenten über die Bühne.

www.felicianuskirche-weyhe.de

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