Politik diskutiert über Gestaltung

Sechs Gebäudetypen für neues Baugebiet

Noch eine Blumenwiese im Herzen von Leeste: Auf dieser Fläche sollen bis zu 45 Wohneinheiten errichtet werden.
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Noch eine Blumenwiese im Herzen von Leeste: Auf dieser Fläche sollen bis zu 45 Wohneinheiten errichtet werden.

Mitten im Herzen von Leeste entsteht das neue Baugebiet „Westlich Hagener Straße“. Für dieses Areal sind sechs Gebäudetypen vorgesehen. Im Bauausschuss diskutiert die Politik über eine Gestaltungssatzung, die verbindlich festgelegt und mit der Projektgesellschaft vereinbart werden soll. 

Weyhe – Wohnklötze sind nicht unbedingt das, was sich Weyher wünschen. Das wurde in zahlreichen Bürgerversammlungen immer wieder zum Ausdruck gebracht. Aber wie soll oder wie kann die Weyher Baukultur aussehen? Die Gemeindeverwaltung will mit einem Gestaltungskonzept für das Baugebiet „Westlich Hagener Straße“ eine Antwort geben. Die Gemeinde hat zusammen mit der „creativ planen und bauen Projektgesellschaft“ auf der Grundlage der sogenannten Wohnungspolitischen Gesamtstrategie und eines Baulandbeschlusses ein Wohngebiet entwickelt, das laut Planungsunterlagen „vielfältig gestaltet“ ist.

Das Konzept dafür legt die Gemeinde in der virtuellen Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt am heutigen Abend zur Diskussion vor.

Über eine einzige Zufahrt gelangen Fahrzeuge in das neue Quartier. Durch die Gliederung in zwei Wendeplätze sowie eine verschwenkte Fahrbahn entstehen sehr kurze, oft nur 50 Meter lange Fahrbahn-Abschnitte. Das verursache Richtungswechsel und diene unter anderem der Verkehrsberuhigung. Die Pläne zeigen mehrere Planstraßen, die bislang den Namen von drei Buchstaben tragen. An ihnen werden laut Plan verschiedene Gebäude-Typen mit bis zu 45 Wohneinheiten errichtet.

Das Konzept führt den Bungalow-Typ (fünf Wohneinheiten) auf. Um im Bereich der eingeschossigen Bungalows an der westlichen und nördlichen Grenze des Gebietes eine architektonische Vielfalt trotz identischem Bautyps sicherzustellen, will die Gemeinde, dass die Fassaden unterschiedlich aussehen. So könne das zweischalige Mauerwerk entweder verputzt oder mit Verblendern umgesetzt werden. Der Projektträger bietet sechs verschiedene Verblender zur Auswahl an.

Die Gemeinde glaubt, dass durch die zahlreichen Wünsche der Bauherren bei den zu errichtenden sechs Einfamilienhäusern das Risiko einer Uniformität gering ist. Dieser Effekt könne dadurch verstärkt werden, dass ein Teil der weiteren vier Einfamilien-Baugrundstücke mittel- bis langfristig auch bauträgerfrei an den Markt kommt. Außerdem sollen in dem Baugebiet acht Doppelhäuser unterschiedlicher Bauweisen sowie zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt zehn Wohneinheiten gebaut werden.

Eine einheitliche Gestaltung ist laut Plan bei vier Doppelhäusern „ausdrücklich erwünscht“, weil diese Gebäude eine gestalterische Klammer zu einem gegenüberliegenden Bereich bilden sollen, auf dem die Gemeinde ein bauträgerfreies Errichten von Gebäuden ermöglichen will. In den anderen Doppelhäusern können Bauherren auf verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Durch das Angebot unterschiedlicher Materialien und Farben für Fassaden, Fenster und Dächer soll das neue Wohngebiet in gestalterisch voneinander abweichende Bereiche aufgeteilt werden.

In dem Wohngebiet sind sogenannte Traufhöhen bis 6,5 Meter erlaubt, wobei ab vier Metern Aufbauten im Dachgeschoss unzulässig sind.

Die Bauherren sollen bei den Fensterprofilen aus diesen Farben auswählen: Anthrazit, Basaltgrau und Reinweiß.

Bei den Dachpfannen gibt es auch eine klare Vorstellung: Die Planer gehen zum Beispiel von einem Betonsteindach Harzer Pfanne aus, wobei bei der Eindeckung mindestens den drei matt ausgeführten Typen in den Farben Granit, Schiefergrau und klassisch Rot ausgewählt und zwischen diesen gewechselt werden kann. Glänzende Dachpfannen sollen nicht zulässig sein.

Bei der Fassadengestaltung können interessierte Bauherren zwischen verschiedenen Verblendern sowie Putz in Reinweiß wählen: Cinder Kohle-Weiß, Keona, Nakoa, Haru, Adeva, Olina (Wienerberger).

Die Gemeinde will sicherstellen, dass je nach Lage im Gebiet, Haustyp und Hausgruppe zwischen den verschiedenen Verblendern gewechselt wird. Für die Gemeinde sei nur die Wirkung der Fassade maßgeblich, nicht aber der Hersteller oder die Produktbezeichnung. Einen bestimmten Hersteller gibt die Verwaltung daher auch nicht vor.

Von Sigi Schritt

Führen ins neue Baugebiet: Drei Planstraßen.

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