Neuer Kirchenvorstand soll entscheiden

Zukunft des Pfarr- und Gemeindehauses in Erichshof ungewiss

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Das Pfarrhaus und der Saal (vorne) können eine Sanierung vertragen, heißt es.

Erichshof - Von Sigi Schritt. Der Abschied von seiner langjährigen Wohnung ist Pastor Holger Tietz nicht leicht gefallen, berichtet er. 35 Jahre hatte er im Pfarrhaus an der Geestfurth gewohnt. Die dienstlich und privat genutzten Räume stehen nun leer. Der Saal, in dem er zahlreiche Konfirmanden unterrichtete, wird noch genutzt. Eine Entscheidung, was mit dem Ensemble passiert, ist noch nicht gefallen.

Tietz lebte dort mit seiner Familie und sah beispielsweise, wie seine Kinder groß wurden. In Erichshof verfasste der Pastor viele Predigten und führte dort auch seelsorgerische Gespräche. Der Geistliche wäre gerne in der Wesergemeinde geblieben – eine bezahlbare und kleinere Wohnung nach seinen Vorstellungen habe er – ein Jahr vor seinem Ruhestand – aber nur in Brinkum gefunden, in der Nähe des Kreisels. Zurück ließ er eine Wohnung samt 80 Quadratmeter großem Gemeindesaal. Beides verträgt laut Superintendent Jörn-Michael Schröder vom Kirchenkreis Syke-Hoya eine Sanierung.

„Uns steht der Erichshofer Gemeindesaal nicht mehr zu“, bedauert der Leester Pastor Ulrich Krause-Röhrs des noch amtierenden Kirchenvorstands auf Anfrage, obgleich die Gemeinde mit 5573 Mitgliedern (Stand 1. November) eine größere in der Region sei, Austritte machten sich bemerkbar. „Rechnerisch reiche das neue Gemeindezentrum an der Marienkirche aus“, ergänzt Krause-Röhrs.

Was mit dem Gebäude an der Geestfurth passiert, ist noch völlig unklar. Abriss und Neubau oder Verkauf, Sanierung oder Vermietung – die Diskussion sei offen. Eine Entscheidung soll der nächste Vorstand treffen, der im März gewählt wird.

Geld für Reparaturen und Sanierungen fehlt

Der Kirchenkreis pocht jedenfalls nicht darauf, dieses Ensemble grundsätzlich aufzugeben, betont der Superintendent. Künftig gebe es nur kein Geld, um Reparaturen oder auch Sanierungen zu finanzieren. Diese müsste die Gemeinde aus eigenen Mitteln stemmen. Krause-Röhrs und Schröder bringen beide die Möglichkeit einer Kooperation mit dem Rathaus ins Spiel. Wie diese aussehen soll, kann Krause-Röhrs zu diesem Zeitpunkt nicht konkretisieren. Vielleicht möchte die Gemeinde das Gebäude maßgeblich mitbenutzen, bringe eigene Vorstellungen ein und übernehme die Kosten. „Denkbar ist alles“, ergänzt Schröder.

In der Weyher Verwaltung weiß man von der Problematik. „Konkrete Überlegungen gibt es nicht“, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte auf Anfrage. Eines steht jedoch fest: Die Gruppen, die sich derzeit in dem Saal treffen, müssen nicht befürchten, vor geschlossenen Türen zu stehen. Es geht vorerst weiter wie gehabt, so Pastor Krause-Röhrs.

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