Neuer Honorarkonsul für Russland

Heino Wiese: Vermittler in Putins Namen

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Heino Wiese ist ehrenamtlich für die Interessen Russlands tätig.

Weyhe - Von Siegfried Franke und Marvin Köhnken. Heino Wiese ist Wladimir Putins Mann aus Weyhe, der Wesergemeinde im Speckgürtel Bremen. Der 63-Jährige ist seit Anfang des Jahres Honorarkonsul Russlands und damit unter anderem Ansprechpartner für die niedersächsische Regierung, wenn es um die Beziehungen zu Moskau geht.

Beworben habe er sich nicht, übernommen hat er die ehrenamtliche Tätigkeit dennoch gerne: „Ich bin ein politischer Mensch, und es ist mir eine besondere Ehre, in dieser Position für die Völkerverständigung zu arbeiten“, erklärt der in Bremen geborene Politiker.

Wiese hat diese Position seinem gutem Ruf zu verdanken – sowohl in Deutschland als auch in Russland besitzt der studierte Volkswirt und langjährige Unternehmer Kontakte, die ihn für das Amt qualifiziert haben. Ein Konsul sollte „ein möglichst gutes Netzwerk in beiden Ländern und einen guten Leumund“ besitzen sowie „finanziell unabhängig“ sein, berichtet Wiese.

In Zeiten, in denen allein die Nennung des Namens Putin Aufmerksamkeit erzeugt und die Distanz zwischen Moskau und der europäischen Politik nicht zu übersehen ist, will Wiese als Brückenbauer auftreten. „Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, hierzulande Verständnis und Interesse an Russland und seinen Menschen aufzubauen.“

Anders als ein Botschafter vermittelt Wiese als Honorakonsul vor allem zwischen den Menschen – über seine beratenden Tätigkeiten für die Landesregierung hinaus. Für russische Staatsbürger ist er ein wichtiger Ansprechpartner.

In seinem neuen Amt will Wiese sich dafür einsetzen, Jugendliche beider Staaten verstärkt füreinander zu begeistern und dass wieder mehr niedersächsische Schüler die russische Sprache erlernen können.

Mit hoheitlichen Aufgaben wie Pass- und Visaangelegenheiten ist Wiese als einer von vier deutschen Honorarkonsuln für Russland nicht betraut. Diese Funktion übernehmen die sogenannten Generalkonsulate.

„Putin vertritt die Interessen seines Landes“, erklärt Wiese mit Blick auf dessen schwieriges Verhältnis zu Deutschland. Dennoch sei auch der Kreml-Chef „an Ausgleich und Verständnis“ interessiert. Der Arbeit von Heino Wiese kommt das entgegen: Der Honorarkonsul sieht sich zum einen als einen direkten Vertreter Putins, zum anderen als Vermittler zwischen Deutschland und Russland.

Zur Person

Heino Wiese (verheiratet, ein Sohn) war von 1998 bis 2002 Mitglied des Bundestages. Anschließend war er Mitglied der Geschäftsleitung des Modeunternehmens s.Oliver und dabei auch in Russland tätig. Der ehemalige Landesgeschäftsführer der SPD Niedersachsen hat Politik, Germanistik und Volkswirtschaft studiert und ist Vorstandsmitglied des Deutsch-Russischen Forums und Delegierter des Petersburger Dialogs.

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