Neue Jugenddiakonin Janna Marie Eckert will Orientierungshilfe bieten

Wie bei Promi-Big-Brother: Einzug in WG auf Probe

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Janna Marie Eckert hat sich die KGS Kirchweyhe angeschaut. Sie freut sich auf die Aufgabe, Projekte mit jungen Menschen anzugehen.

Weyhe - Von Sigi Schritt. „Ich möchte Kindern und Jugendlichen helfen, sich in einer komplizierten Welt zu orientieren und einen Ausweg aus einem scheinbaren Labyrinth zu finden.“ Deshalb hat Janna Marie Eckert die auf fünf Jahre ausgeschriebene Stelle der Jugenddiakonin angetreten. Ihre Stelle finanzieren die beiden evangelischen Kirchengemeinden, der Kirchenkreis sowie zu einem Bruchteil Mittel der KGS Kirchweyhe.

Die neue in Salzgitter aufgewachsene Religions- und Sozialpädagogin hat jede Menge Ideen im Gepäck: Unter anderem möchte die 24-Jährige im derzeit leer stehenden Lahauser Gemeindehaus eine Wohngemeinschaft (WG) auf Zeit anbieten. Zwar wird das Übernachten wie bei den Teilnehmern im kärglich ausgestatteten Kellerdomizil der TV-Show Promi-Big-Brother spartanisch sein, weil die zehn Jugendlichen auf Matratzen und Iso-Matten schlafen, doch dafür gibt es keine Überwachung durch eine Vielzahl von Objektiven, sagt Eckert. Es geht bei dem Projekt, dessen Start noch nicht feststeht, um das Leben eines Erwachsenen auf Probe. „Es gilt, Pflichten der Gemeinschaft wie Einkaufen, Kochen, Abwaschen und Putzen zu erledigen, tagsüber den üblichen Alltagsbeschäftigungen wie Schule oder Ausbildung nachzugehen und zusammen einen Abendausklang etwa mit einer Andacht zu gestalten“, skizziert sie den Ablauf.

Außerdem möchte Janna Marie Eckert schwungvolle Jugendgottesdienste mit moderner Musik ins Leben rufen. Dafür will sie auch Lieder einfließen lassen, die in den Charts laufen. Probleme, die sich aus der Nutzung von sozialen Medien wie Facebook ergeben können, möchte die 24-Jährige ebenfalls angehen. Sie denkt an Postings mit diskriminierenden Inhalten oder an sogenannte Mobbing-Shitstorms, die das Leben eines Betroffenen erschweren können. „Jugendliche bewegen sich in diesen Welten, in denen wiederum Gleichaltrige einen großen Einfluss haben.“ Und mancher Erwachsener, der es gut mit den jungen Menschen meine, erreiche sie nicht, weil er vielleicht nicht deren emotionalen Zugang zum Thema erwische. Janna Marie Eckert hingegen spricht die Sprache der Kinder und Jugendlichen und möchte deshalb mithelfen, ihnen ein christliches Wertebild zu vermitteln.

Der Wunsch, „aus dem Hobby“ wie sie sagt einen Beruf zu machen, reifte in der Zeit zwischen der Konfirmation und dem Abitur mit naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Sie arbeitete in Gruppen verschiedener evangelischer Kirchengemeinden mit und wirkte auch an überkonfessionellen Projekten unter anderem mit Freikirchen mit. „Ich war sogar Betreuerin bei einem katholischen Kinderzeltlager“, sagt sie.

Eckert schätzte als Jugendliche besonders die gemeinsame, verbindende Haltung der Mitchristen und die damit verbundene angenehme Atmosphäre. Gut gefallen hätten ihr auch die vielen Kirchentage, die sie besucht hat. Sie war sowohl in Dresden dabei als auch in Bremen, München, Hamburg und in diesem Jahr in Stuttgart und erlebte Persönlichkeiten wie die ehemalige EKD-Präsidentin Margot Käßmann. Bei diesen Großveranstaltungen habe sie erlebt, wie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als auch junge Menschen ihren Glauben ausdrückten.

Für Eckert war das Studium an der Hochschule Hannover folgerichtig. Sie zog nach Syke, um ein Anerkennungsjahr im Kirchenkreisjugenddienst abzuleisten. Bis Ende August organisierte sie unter anderem Fortbildungen und Juleika-Kurse. Jetzt will die Sykerin in Weyhe mit Elan Taten folgen lassen.

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