Neue Ausstellung im „Gänsebachers“

Spannendes Zusammenspiel

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Jürgen Moldenhauer und Karin G. Bliefernich pflegen eine künstlerische Verwandtschaft im „Gänsebachers“.

Leeste - Von Angelika Kratz. Verwandtschaftliche Verhältnisse werden in der Brasserie „Gänsebachers“ in der Regel bei Essen und Wein gepflegt. Seit Freitag können die Gäste zudem die Frage „Was ist eine Cousine zweiten Grades?“ auf künstlerischer Ebene diskutieren. Verantwortlich für den Blick auf die Großcousine sind Karin G. Bliefernich mit ihrer Malerei und Jürgen Moldenhauer mit Stahlfaltungen.

Die fünfte Kunstausstellung im „Gänsebachers“ eröffnete Kurator Gert Schröder, dem dank eines hervorragenden Netzwerkes wieder ein überaus interessantes und spannendes Zusammentreffen gelungen ist. „Im Kunstbereich hat das Wort Verwandtschaft eine ganz andere Bedeutung“, klärte Gert Schröder in seinen Begrüßungsworten die Gäste auf. Künstlergruppen würden miteinander kommunizieren, Gedanken zu einer Bild- oder Gestaltungsaussage formulieren und letztendlich eigene Ergebnisse schaffen, die dennoch künstlerische oder seelische Verwandtschaft spüren lassen.

Das kann das Publikum im oberen und unteren Bereich des Restaurants nachvollziehen. An den Wänden hängen die überwiegend großformatigen Leinwände von Karin G. Bliefernich, auf Sockeln sind die Objekte von Jürgen Moldenhauer zu sehen.

Schwarz, Grau und Weiß mit roten Farbakzenten eines „K“ auf den Bildern dominieren momentan den Pinselstrich der Bassumer Malerin Bliefernich. Früher habe sie viel farbintensiver gearbeitet, aber was sich beim eigenen Kleidungsstil ändert, darf auch auf der Leinwand geschehen. „Ich habe keine Scheu, alte Bilder zu übermalen“, gesteht sie und gibt Auskunft über ihren stets lebendigen Entwicklungsweg.

Jürgen Moldenhauers Stahlfaltungen überraschen mit vordergründiger Leichtigkeit. Gleichwohl bringen sie ein erhebliches Gewicht auf den Sockel. Wie seine Kunstkollegin hat Moldenhauer einen neuen Arbeitsschwerpunkt entwickelt. In viele Richtungen habe er seine künstlerische Kreativität sprudeln lassen, die nie den Ansatz zu Vergleichen mit anderen Künstlern boten, sagte Gert Schröder in der Einführung. Die Stahlfaltungen verdanken ihre Entstehung aus der Schülerarbeit des Kunst- und Werkpädagogen. Modelle mit exakten Winkeln werden vorab aus Pappe erstellt und dann mit Hilfe einer Kantbank hydraulisch gefaltet. Es gehört perfektes technisches Können dazu, den industriellen Stahlbändern ihre spezielle Leichtigkeit mit den verbundenen Flügeln zu verleihen.

Gedanken über Titel der einzelnen Objekte kann sich der Betrachter selber machen. Da trotzt womöglich bei Karin Bliefernich die erste Frühlingstulpe dem Schneesturm oder ein Schiff ist auf einem anderen Bild gestrandet. Die Stahlfaltungen leben vom Einfall des Lichts, verleiten zum Berühren der oft unterschiedlichen Oberflächen.

Zu sehen ist die Ausstellung im „Gänsebachers“ noch bis zum 7. Februar.

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