„Tongrube ist kein Abenteuerspielplatz“

Naturfreund „stolpert“ über umwucherten Warnhinweis

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Josef Teupe steht am zugänglichen Rand des Tongruben-Gebiets.

Sudweyhe - Von Sigi Schritt. Geht von einem ohne Hindernisse betretbaren Biotop in Sudweyhe eine erhebliche Gefahr aus oder nicht? „Tongrube Lebensgefahr! Unbefugtes Betreten verboten“ steht auf Schildern, die allerdings von Pflanzen umrankt sind und vom unbedarften Spaziergänger nicht mehr ausgemacht werden können.

Im Fokus steht eine ehemalige Tongrube auf einer Fläche von rund 20 Hektar, die in der Nähe der Doppelwegsscharte zwischen dem Deich und der Weser liegt. Forstwissenschaftler Josef Teupe, der regelmäßig vor und hinterm Deich mit seinen Hunden unterwegs ist und die Natur beobachtet, sagt, dass dort nach wie vor Lebensgefahr besteht – auch wenn die Schilder niemand mehr wahrnimmt. „Die umliegenden Landwirte scheuen sich, diesen Bereich zu betreten, bei dem vor Jahren für eine nahe Ziegelei Ton abgebaut worden ist. Denn sie fürchten, an einigen Stellen im Boden zu versinken.“

Der 62-Jährige hatte kürzlich Kinder beobachtet, die auf dem Areal spielten, während ihre Großeltern sich offensichtlich auf der Bank eine längere Pause gönnten. „Eine alte Tongrube ist kein Abenteuerspielplatz“, kommentiert er. Außerdem hatte Teupe Reiter entdeckt, die den Rand des Areals erkundeten. Er fordert, dass die Gefahrenhinweise wieder sichtbar gemacht werden. „Das müsste genügen“, so Teupe. Das Gebiet habe sich nach dem Tonabbau hervorragend renaturiert. Dort brüteten zahlreiche seltene Vogelarten und das Areal selbst sei als Biotop schützenswert.

Die Recherchen dieser Zeitung haben ergeben, dass das Grundstück keiner Firma gehört. Der ehemalige Geschäftsführer der Ziegelei Wehrmann, Hans-Heinrich Meier, sagt, dass das Areal teilweise im Eigentum der Gemeinde und zu einem anderen Teil einer Privatperson steht.

„Die Schilder seien alt.“ Abschüssige Böschungen gebe es dort nicht. Bei Regen sei allerdings der Boden glitschig. Und es könne durchaus passieren, dass Schuhe im Lehm sinken, das könnte anderswo jedoch auch der Fall sein, so Meier. Das bestätigt Detlef Plate vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Gemeindeverwaltung, denn in der Kirchweyher und Leester Marsch gebe es ebenfalls Lehmboden. Eine unmittelbare Gefahr sehe die Gemeinde jedoch nicht. Allerdings müsse jeder aufpassen, wo er hintritt. Plate will sicherheitshalber bei der Unteren Naturschutzbehörde abklären, ob es zu diesem Areal besondere Auflagen gibt.

Hans-Heinrich Meyer dankt für den Hinweis des Naturliebhabers und will die Schilder vorm Gestrüpp befreien. Er habe keine Eile, sie abbauen zu lassen. Sie halten den einen oder anderen ungebetenen Gast davon ab, in das Biotop unerlaubt einzudringen und die Tierwelt zu stören.

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