Gemeinde will Stichweg an der Daimlerstraße zur Hauptradroute ausbauen

Weg übers Gleis: Perspektive bleibt bestehen

Am Ende des Famila-Areals (Baustelle rechts): Dort befindet sich ein Bahnübergang. Folgt man der Jahnstraße bis zur 90-Grad-Kurve geht es über einen Stichweg zum Weidufer.
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Am Ende des Famila-Areals (Baustelle rechts): Dort befindet sich ein Bahnübergang. Folgt man der Jahnstraße bis zur 90-Grad-Kurve geht es über einen Stichweg zum Weidufer.

Weyhe – Die Gemeinde möchte die innerörtlichen Radwegeverbindungen verbessern. Das erklärte Ziel wurde bei vielen Sitzungen des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt immer wieder deutlich und wird auch in der nächsten Ratsperiode verfolgt. Im Zuge der Leester Ortskernsanierung gibt es Pläne, die unter anderem eine neue Gleisüberquerung im Bereich vom Bahnhof Leeste vorsehen.

Eines der Ziele: Von der Leester Mitte eine schnellere Radwegeverbindung in die Leester Marsch zu schaffen. Die Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE) äußerte sich skeptisch.

Rahmenplan Ortskern Leeste sieht neue Fuß- und Radwegeverbindungen vor

Bei der Verkehrsplanung in Weyhe hat der Fuß- und Radverkehr eine gewichtige Stellung eingenommen, sagt Steffen Nadrowski, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung und Umwelt. „Aus diesem Grund wird in allen aktuellen Planungen geprüft, wo neue Fuß- und Radwegeverbindungen grundsätzlich wünschenswert sind.“ Auch in den Rahmenplan „Ortskern Leeste“ sei deshalb die Vision einer weiteren Querung als langfristige Perspektive aufgenommen worden. Nadrowski räumt aber auch ein, dass Schienenquerungen „rechtlich, technisch und finanziell äußerst komplex“ seien. Eine konkrete Planung gebe es nicht, sagt der Fachbereichsleiter auf Anfrage. Daher stehe in den nächsten Jahren zunächst „die Prüfung der Machbarkeit im Vordergrund“.

Gemeinde im Planungsprozess: Verbindung ist „sehr wichtig“

Die BTE hatte als sogenannte Trägerin öffentlicher Belange bei der Erstellung des „Integrierten städtebaulichen Konzeptes und Rahmenplan“ für das Sanierungsgebiet zahlreiche Einwendungen vorgebracht. Die BTE hatte einer möglichen Fußwegeverbindung über die Gleise eine Absage erteilt. Der Rat bestätigte im Abwägungsprozess das Gegenargument der Gemeinde, dass diese Fußwegeverbindung „sehr wichtig“ sei. Der Rat folge dem BTE-Hinweis nicht. Laut Ratsunterlagen sei „die Relevanz durch verschiedene informelle Planungen ebenfalls ermittelt.“ Auch für die überregionale Radwegeverbindung sowie die Anbindung des Bahnsteigs der Linie 8 „ist die Verbindung bedeutend, weshalb die Maßnahme beibehalten wird.“ Die konkrete Bezifferung der Kosten für eine niveaufreie Querung bleibe späteren Planungen vorbehalten, heißt es in der Unterlage.

Die Frage, mit welchen Kosten die Gemeinde rechnet, ließ sie offen. Die BTE machte weiterhin deutlich, dass sie wesentlich mehr Fläche als Bahnanlage betrachtet als in den ursprünglichen Planungen aufgeführt worden sind. So führt das Eisenbahnunternehmen an, dass zum Beispiel der Bereich des Lokschuppens dazugehöre. Es weist darauf hin, dass es sich bei der gesamten Fläche der BTE um betriebsnotwendige Bahnanlagen handelt. Diese Flächen würden für die Abwicklung der Personen- und Güterverkehre zukünftig für den Bahnbetrieb benötigt.

Konkret: Der Lokschuppen sei „immer noch eine gewidmete Betriebsanlage (Serviceeinrichtung) der BTE. Auch wenn er überwiegend von den Kleinbahnfreunden Leeste für die Instandhaltung und Abstellung ihrer Fahrzeuge genutzt wird, werden dort auch Arbeiten an Fahrzeugen verschiedener Eisenbahnverkehrsunternehmen durchgeführt.“ Solange dieser eine Serviceeinrichtung sei, müsse diese den Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Verfügung gestellt werden. Unterm Strich müsse dieser auch im Rahmenplan als Betriebsanlage der BTE dargestellt werden. Diesem Einwand folgte der Rat.

Eine neue Fußwegeüberquerung in diesem Bereich würde also über zahlreiche Gleise führen. Die BTE weist in ihrer Stellungnahme im Hinblick auf die geplante Linie 8 darauf hin, dass die künftigen Bewegungen der BSAG-Züge rechtlich als Eisenbahnverkehr zu werten seien.

Bestehende Gleisüberwege liegen fußläufig 450 Meter auseinander

Derzeit haben die Radfahrer in dem Bereich zwei Möglichkeiten, gefahrlos das BTE-Gleis zu überqueren. Auf der Leester Straße und an der Daimlerstraße/Jahnstraße. Diese beiden Orte liegen laut Google Maps 450 Meter auseinander, wenn man sich einen Weg über die Straße Irrgarten sucht.

Google Maps kennt Stichweg von Daimlerstraße zum Weidufer nicht

Wer von der vorhandenen Bahnüberquerung an der Leester Straße zum Ausgangspunkt des Radwegs durch die Leester Marsch gelangen will, muss laut der Routenplanung von Google Maps mit dem Rad 600 Meter in zwei Minuten fahren. Dann erreicht er die Ecke Am Weidufer/An der Weide. Zu diesem Punkt sind es 750 Meter und drei Minuten, wenn man von der Überquerung Daimlerstraße/Jahnstraße ausgeht. Dass es in der Kurve der Daimlerstraße eine Abkürzung zur Straße Am Weidufer gibt, kennt Google offenbar nicht. Diese Verbindung wird nicht angezeigt, wenn man diesen Routenplaner für Radler und Fußgänger benutzt.

Verbindungsweg ist perspektivisch als Hauptradroute vorgesehen

Sollte dieser Stichweg von der Daimlerstraße zum Weidufer für stärkeren Rad- und Fußweg-Begegnungsverkehr ausgebaut werden, damit die Radler besser und schneller in die Leester Marsch kommen? „Eine Verbesserung des Verbindungsweges Daimlerstraße – Weidufer soll geprüft werden, um eine weitere sichere Radwegeverbindung in die Leester Marsch abseits der Hauptverkehrsachse Leester Straße zu schaffen.“ Im jüngst beschlossenen Verkehrsentwicklungsplan der Gemeinde sei dieser Verbindungsweg und seine Verlängerung in die Leester Marsch als perspektivische Hauptradroute vorgesehen.

Von Sigi Schritt

Für manche ein Geheimtipp: Dieser Stichweg für Radler und Fußgänger führt zum Weidufer.

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