Ferienkistenkinder zu Gast bei der Polizei

Nachwuchs kommt Rasern auf die Schliche

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Während sein Kollege telefoniert, erklärt Dirk Pistol (stehend) den Kindern den Polizeialltag.

Weyhe - Von Angelika Kratz. „Eine Hand nach oben, eine Hand am Abzug und dann Feuer frei“. – Der Nachwuchs darf nicht nur in den Alltag polizeilicher Ermittlungsarbeit reinschnuppern. Er darf am Donnerstag beim Termin der Weyher Ferienkiste im Leester Kommissariat sogar selbst schießen – auch wenn es „nur“ mit der Laserpistole ist, um Verkehrssünder zu überführen.

Samuel fixiert angestrengt den roten Punkt, aber es ist gar nicht so einfach mit der Laserpistole ein Auto bei der Geschwindigkeitskontrolle zu schnappen. „Wenn du den triffst, wirst du eingestellt“, lockt Dirk Pistol, der seit vielen Jahren im Umgang mit den Ferienkindern geübte Kontakt- und Präventionsbeamter. Immerhin erwischen die Sprösslinge einen Raser mit 59 Kilometern pro Stunde.

Zwei Gruppen mit acht und neun Kindern zwischen neun und elf Jahren erleben einen spannenden Vormittag. Bei Samuel, Lennart, Tim, Melissa, Dana, Jannis, Charlotte und Zwillingsbruder Laurenz fängt das Abenteuer beim Streifenwagen auf dem Hof der Dienststelle an. Blaulicht und Sirene werden erklärt. Die Gäste dürfen sogar selber die Schalter im Fahrzeug bewegen.

Praktische Einblicke in die erste Hilfe von Verletzten vermittelt Michael Förster. Auch für ihn, der sonst Dienst in Zivil macht, ist die Ferienaktion eine interessante Abwechslung. „Erstaunlich, viele Kinder wissen mit der Erstversorgung umzugehen“, sagt er erfreut über die vorhandenen Kenntnisse, die die Sprösslinge zum Beispiel in der Jugendfeuerwehr und im Jugendrotkreuz erworben haben.

Spurensuche beim kriminaltechnischen Erkennungsdienst

Zur Spurensuche geht es schließlich wieder ins Innere. „Seid bitte ruhig, hier arbeiten ganz viele Menschen“, mahnt Dirk Pistol. Sichtbar beeindruckt sind die Mädchen und Jungs und verhalten sich äußerst diszipliniert. Fast leise geht es in der Polizeistation durch die Flure, und oft werden die Ferienkinder mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt“.

Zum kriminaltechnischen Erkennungsdienst führt der Weg nach ganz oben zur „Kripo“. Die kriminaltechnische Angestellte Silke Riemann findet für die vielen Hände für ein „echtes Verbrecherfoto“ genau die richtige Lösung. „Wer am kleinsten ist, darf anfangen“ und so geht es zur Vermessung an die Wand. Melissa liegt mit ihren 137 Zentimetern Körpergröße vorn und darf als erste auf den Fotostuhl.

Zwischen „lieb“ oder „böse“ gucken wählt sie ihr freundliches Lächeln. Fingerabdrücke gehören als weiterer Schritt der späteren Erkennung dazu, und deutlich zeigen die Ferienkinder sehr viel Respekt, denn alles scheint plötzlich ganz echt.

Mit einem Blick auf ihren Schrittzähler vermeldet Charlotte über 1000 Steps am Morgen. „Ich habe bereits über 4000“, kontert Silke Riemann. Schließlich hatte sie zu Dienstbeginn schon drei Autoaufbrüche.

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