Fünf Storchenpaare beziehen Quartier in Weyhe

Nachwuchs für Adebar?

Dieser Weißstorch schwebte Claudia Schröder in Okel vor die Kamera. Durchaus möglich, dass er in einem der fünf Storchennester in Weyhe beheimatet ist. Foto: Claudia Schröder

Weyhe – Die Weyher Vogelfreunde sind hellauf begeistert. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben in Weyhe fünf Storchenpaare Quartier bezogen. In drei Horsten haben die Störche nachweisbar auch bereits mit dem Brüten begonnen. Bernd Urban hat beobachtet, dass die Storchenpaare auf dem Hof Oetjen in Ahausen und an der Schiffstelle in Leeste ihren Horst nicht mehr gemeinsam verlassen. Wenn ein Storch wegfliegt, bleibt der Partner oder die Partnerin im Nest. Dieses Verhalten gilt als sicheres Indiz dafür, dass die Vögel brüten.

Besonders erfreut sind Thorsten Stehmeyer und die Anlieger der Straße Am Warpel über „ihre“ Störche. Stehmeyer hatte das Gerüst für den Horst in der Sudweyher Schmiede Greve anfertigen lassen und es vor einigen Jahren zwischen der Sudweyher Straße und dem Kirchweyher See aufgestellt. Nach Aussage älterer Weyher sollen sich dort in früheren Jahren regelmäßig Störche aufgehalten haben.

Das neue Wohnangebot wurde auch prompt von den Störchen entdeckt, doch in den beiden vergangenen Jahren wurden sie von Greifvögeln attackiert, so dass sie den Standort aufgegeben haben. „In diesem Jahr hat es geklappt!“ berichtet Anlieger Horst Jaworksi, der von seinem Balkon einen sehr guten Blick auf das Storchennest hat und sich schon auf die Kinderstube bei „Storchens“ freut.

So weit ist das Storchenpaar beim Scheunenmarkt Warneke nahe dem Wittrocksee noch nicht. Wie Anke Schirrmacher berichtet, hat sich dort ein neues Storchenpaar angesiedelt. Nachdem in den vergangenen Jahren der Hahn beringt war, trägt bei diesem Pärchen die Störchin den Ring am Bein. Natürlich hofft Anke Schirrmacher, dass die neuen Mieter mehr Erfolg beim Brutgeschäft haben als ihre Vorgänger. 2018 hatten sie zwei Junge ausgebrütet, im vorigen Jahr ein weiteres, doch alle Jungtiere lagen später tot unter dem Baum.

Storchenexperte Wolfgang Werner vom Club der Vogelfreunde Hachetal, der das Nest an der Schiffstelle betreut, ist optimistisch. Die Brutsaison habe gerade erst begonnen und reiche bis Mitte Mai, berichtet er. Entscheidend sei in jedem Jahr die Futterlage. Grundsätzlich profitierten die Störche zwar von der gegenwärtigen Mäuseplage, die Jungtiere würden allerdings zunächst mit Regenwürmern aufgepäppelt, erst später bereicherten dann Mäuse, Maulwürfe, Frösche und anderes Kleingetier ihre Speisekarte.

Die Aussichten, dass in Weyhe auch in diesem Jahr wieder mehrere Störche das Licht der Welt erblicken, sind jedenfalls nach Ansicht der Experten sehr gut. Die Brutzeit bei dem „Vogel des Jahres“ 1984 und 1994 dauert rund einen Monat, und nach dem Schlüpfen der Jungtiere beginnt der Stress für die Storcheneltern, denn Storchenküken verschlingen in den ersten Lebenswochen rund 1,6 Kilogramm Futter pro Tag. Das ist dreimal so viel Futter, wie ihre Eltern benötigen. Bei einem Gewicht von rund 3,5 Kilogramm brauchen sie täglich „nur noch“ eine Nahrungsmenge von rund 500 Gramm, was immerhin noch rund einem Siebtel ihres Körpergewichts entspricht. Trübe Aussichten also für die Mäuse in Weyhe und umzu.  bt

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