Nabu-Fledermaus-Projekt: Was ein Bat-Detektor macht und wie man den Tieren helfen kann

Nachtschwärmer auf Wohnungssuche

Das Braune Langohr hängt in einer Bunkerspalte und nutzt diese für ihren Winterschlaf. Aber auch in Fledermauskästen können die Tiere unterkommen.
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Das Braune Langohr hängt in einer Bunkerspalte und nutzt diese für ihren Winterschlaf. Aber auch in Fledermauskästen können die Tiere unterkommen.

Weyhe – Der Nabu Weyhe hat vor einem Jahr den Luftschutzbunker an der Hördener Straße zu einer Fledermaus-Unterkunft umfunktioniert. Die Flattertier-Freunde hofften damals auf einen baldigen Bezug der Nachtschwärmer – und es gibt Positives zu berichten. „Der Bunker wurde im letzten Winter von einer Fledermaus – einem Braunen Langohr – benutzt. Sie hatte sich in einem von uns dort aufgehängten Betonfladen einquartiert. Wir hatten keinen besonders kalten Winter und so war sie bei unserer Kontrolle im Januar schon nicht mehr voll im Winterschlaf“, sagt Alfred Schulte vom Nabu. Er ergänzt: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir im nächsten Winter dort mehr Fledermäuse vorfinden werden.“

Wie beispielsweise schon in anderen Fledermaus-Bunkern in der Wesergemeinde. In diesen hätten schon viele andere Fledermäuse ein Quartier gefunden. Dort hätten sich die Tiere ebenfalls in die angebrachten Betonfladen gehängt, aber auch die bereits vorhandenen Lücken im Bunker für ihren Winterschlaf genutzt.

Die Fledermaus-Projektgruppe will diese Spalten noch vorsichtig vergrößern und dadurch mehr Unterschlupfmöglichkeiten schaffen. Und feuchter sollen die Unterkünfte auch werden, denn: Fledermäuse bräuchten dringend genug Feuchtigkeit. „Ist zum Beispiel der Bereich nicht feucht genug, besteht unter anderem die Gefahr, dass ihre Flughäute zu sehr austrocknen“, sagt Schulte. Die Winterschlaf-Plätze müssten zudem kühl, aber frostfrei sein. „Bei der Inspektion in fast allen Bunkern stellten wir fest, dass sie immer noch nicht feucht genug waren, obwohl wir mehrfach Wasser eingebracht hatten. In dem Bunker, wo wir die meisten Fledermäuse gefunden haben, hatte sich das Wasser sehr viel länger gehalten.“ Das sei für den Nabu die Bestätigung, dass die Feuchtigkeit in den Bunkern erhöht werden müsse. Dazu soll das Regenwasser im Außenbereich aufgefangen und nach innen geleitet werden. „Wir planen zudem, weitere Bunker entsprechend aufzubereiten, um noch mehr Fledermäusen ein gutes Winterquartier bieten zu können.“

Den Tieren fehle es nämlich grundsätzlich an Lebensraum. Durch ein konsequentes Verschließen von Gebäudeöffnungen werde den Fledermäusen der Zugang zu ihren bisherigen Unterkünften verwehrt. Maßnahmen zur Wärmedämmung seien sinnvoll, aber der Nabu setze sich auch dafür ein, das Verschließen aller Zugänge zu vermeiden, „denn Fledermäuse sind geschützte Tiere“.

Einige Arten würden auch Baumhöhlen nutzen. Das Entfernen von abgestorbenen Bäumen zerstöre in der Regel eine Fülle von Lebensräumen für die Tiere – und davon seien nicht nur Fledermäuse betroffen. „Ein solcher Schritt ist bei Einsturzgefahr nicht zu vermeiden, jedoch sollten solche Bäume, wo es irgend geht, erhalten bleiben und nicht komplett entfernt werden“, bittet Schulte.

Um herauszufinden, welche und wie viele Fledermausarten in Weyhe unterwegs sind, hat sich der Nabu Bat-Detektoren beschafft. So ein Gerät bestehe im Wesentlichen aus einem Ultraschall Mikrofon, das die von den Fledermäusen ausgesendeten Rufe empfangen kann und diese dann einem Aufzeichnungsgerät zuführt. Langfristig könne man damit Fledermausquartiere finden und überwachen.

Und was kann man privat tun, wenn man den Tieren helfen möchte? „Wir ermutigen ganz grundsätzlich Menschen, Fledermauskästen aufzuhängen. Dies ist nur mit geringem Aufwand verbunden und hilft den Tieren“, sagt Schulte. Wenn Fledertiere gefunden werden, sei eine Info an die Fledermaus-Regionalbetreuerin im Landkreis Diepholz oder den Nabu sinnvoll.

Weitere Infos

www.nabu.de

Von Biljana Neloska

So sieht ein Bat-Detektor aus: Im Koffer befindet sich die wasserdicht verpackte Elektronik und das Mikrofon sitzt oben auf der zweckentfremdeten Angelrute.

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