Astrid Schlegel hilft beim Auszählen

Nachtschicht in der Berliner SPD-Zentrale

Bild mit Erinnerungswert: Astrid Schlegel (2.v.l.), Mitglied des SPD-Landesverbandes, mit Mitstreitern aus dem Bezirk Hannover.

Weyhe/Berlin - Von Sigi Schritt. Als Sonntagmorgen Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, in der Tagesschau vom positivem Groko-Votum berichtet hat, sah das Fernsehpublikum auf den Bildschirm noch etwas ganz anders: Im Hintergrund war zu erkennen, dass sich im Atrium der Berliner SPD-Zentrale eine Gruppe zum Erinnerungsbild vor der 3,40 Meter großen Willy-Brandt-Skulptur aufstellt – mittendrin Astrid Schlegel aus Melchiorshausen.

Zu diesem Zeitpunkt lag vor der Weyher Ratsvorsitzenden nur noch die Heimreise, hinter ihr war die lange Nacht, die sicherlich in die Geschichte der SPD eingehen wird.

Weshalb war die Melchiorshauserin im Willy-Brandt-Haus? „Ich war Mitglied der Mandatsprüfungs- und Zählkommission“, berichtet Astrid Schlegel auf Anfrage. Ihre Aufgabe: In einem Gremium von 40 Mitgliedern bei Zweifelsfragen eine Entscheidung darüber herbeizuführen, was mit jedem einzelnen Stimmzettel passieren soll, den die 120 Frauen und Männer aus dem Hans-Jochen-Vogel-Saal nicht eindeutig hatten zuordnen können.

Die Nachtschicht ging von 21 Uhr bis in die frühen Morgenstunden. „Wir wurden nicht müde. Es gab Speisen und Getränke, und wir waren ständig in Bewegung.“ Die Stimmung sei gut gewesen. Nachts zu arbeiten sei ihr nicht fremd, da sie früher als Schwester im Krankenhaus Schichtdienst hatte.

Bekanntlich waren insgesamt 463.722 Mitglieder aufgefordert, darüber abzustimmen, ob die SPD nach langen Verhandlungen und nach Maßgabe des ausformulierten Koalitionsvertrags erneut mit der CDU/CSU eine Große Koalition bilden soll oder nicht. Für „Ja“ stimmten 239.604 (66,02 Prozent), für „Nein“ 123.329 Mitglieder (33,98 Prozent), teilten die Sozialdemokraten mit. Da sich in Weyhe wie im Rest des Landes die Mitglieder nicht einig waren, sei es so wichtig gewesen, respektvoll miteinander umzugehen. Das sei allen gelungen, so Schlegel.

Dass die Weyherin und die anderen Helfer ihre Handys abgeben mussten, störte Schlegel nicht. Immerhin hat sie ein Selfie mit besonderem Erinnerungswert mitgebracht.

Ganz ohne leere Hände musste sie nicht gehen: Die SPD hatte einen Film drehen lassen, auf dem Schlegel ebenso zu sehen ist wie Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, der derzeit den Parteivorsitz führt.

Dazu: Tina Hassel über den Ausgang des Votums

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