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„Für das Ehrenamt neue Maßstäbe gesetzt“

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Von: Sigi Schritt

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Rita Wegg, langjährige Vorsitzende des Sozialverbands Kirchweyhe, ist am Sonntag nach langer Krankheit gestorben.
Rita Wegg ist am Sonntag nach langer Krankheit gestorben. Archivfoto: Sigi Schritt © Archivfoto: Sigi Schritt

NACHRUF: Trauer um Rita Wegg. Die Weyherin führte den Sozialverband Kirchweyhe über viele Jahre an.

Weyhe – Rita Wegg ist tot: Nach langer Krankheit starb sie am Sonntag im Alter von 75 Jahren. Die Gemeinde trauert um eine herausragende Persönlichkeit, eine kreative Netzwerkerin und Ideengeberin.

Rita Wegg kümmerte sich jahrelang um das Gemeinwohl in der Wesergemeinde, initiierte zahlreiche Projekte und war über die Grenzen hinaus bekannt. Dafür wurde sie mehrfach geehrt.

Wer sie kennenlernte, bemerkte schnell, dass es Rita Wegg stets verstand, wichtige Impulse zu setzen und sich nicht scheute, selbst die Organisation in die Hand zu nehmen. Ihr ehrenamtliches Wirken begann nach einer rechtlichen Beratung beim Sozialverband (SoVD) und dem Wunsch, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sie trat in den SoVD Kirchweyhe ein, als er noch unter 500 Mitglieder hatte, und machte ihn zu einem starken Ortsverband mit derzeit rund 1300 Mitgliedern.

Rita Wegg leitete den Kirchweyher SoVD-Ortsverband von 2008 bis zum Mai dieses Jahres. „Sie hinterlässt eine große Lücke“, sagt Melanie Gottbehüt, Weggs Nachfolgerin an der Spitze des Verbands. „Sie ist ein Vorbild für alle und hat für das Ehrenamt neue Maßstäbe gesetzt.“ Als Vorsitzende des SoVD brachte Wegg die jüngere und ältere Generation der Gemeinde zusammen und zeigte, dass die Jüngeren viel von den Älteren lernen können.

In der Laudatio für die Ehrung „Weyher des Jahres“ stellte die Jury damals fest, dass sie zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen hatte. Sie setzte sich zum Beispiel dafür ein, dass der Weyher Bürgerbus in die Randgebiete fährt. Sie initiierte die Weyher Sozial- und Gesundheitsmesse und startete das Projekt „Gut tun macht Schule“ – eine Bündelung vieler Einzelprojekte.

Ihr Herz schlug ebenso für den Gesang. Sie engagierte sich neben dem SoVD auch bei den Leester Schlickrutschern. Die Liste der weiteren Projekte ist lang: Ob „Weyhe maritim – das Shantychorfestival“, „Tag der Weyher Kinder“, „Weyher Musiktalentwettbewerb“, „Nabucco“ oder eine Brillensammelaktion für Kambodscha – viele Veranstaltungen waren stets mit einem Namen verbunden: Rita Wegg. Es entstanden Vernetzungen innerhalb der Weyher Gruppen und Organisationen, die es ohne ihr Wirken sicherlich nicht gegeben hätte.

Die Weyherin gründete zudem die Zukunftswerkstatt Gesundheit und Pflege im Landkreis Diepholz und stand auch in diesem Gremium an der Spitze. Ivonne Beneke, die als Nachfolgerin die Zukunftswerkstatt leitet, war ebenfalls voll des Lobes. „Die Zusammenarbeit mit Rita bereitete Freude durch ihre Offenheit und Herzlichkeit.“

Auch die Gemeinde Weyhe trauert um die Dreyerin. „Rita Wegg war und ist für mich das personifizierte Ehrenamt in Weyhe, ein Synonym für Empathie, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe. An ihrem unermüdlichen Tatendrang dabei, anderen Menschen Mut und Rat zu geben, können wir alle uns ein Beispiel nehmen“, würdigt Bürgermeister Frank Seidel die Persönlichkeit und die Lebensleistung der verstorbenen Weyherin.

Rita Wegg erfuhr viele Ehrungen: In Berlin erhielt sie einen Preis aus den Händen des SoVD-Präsidenten. Sie war Weyherin des Jahres. Erst im September dieses Jahres wurde Wegg mit der Medaille für vorbildliche Verdienste um den Nächsten des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Damit wurde ein außergewöhnliches Lebenswerk geehrt, bei dem der selbstlose, uneigennützige Einsatz für Gerechtigkeit und Chancengleichheit, stets über allem stand.

Von Sigi Schritt

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