Onkel und Neffe treten zusammen auf

Nachdenkliches und Kritisches im Kulturforum

Onkel und Neffe auf der Bühne: Kai Spalkhaver (l.) und Mirko Hoppe spielen im Leester Kulturforum. - Foto: U. Goldschmidt

Leeste - Von Uwe Goldschmidt. Mit selbstkomponierten Songs, nachdenklichen Texten, einer Prise Gesellschaftskritik und Wehmut hat sich der Weyher Liedermacher Kai Spalkhaver am Sonnabend im Kulturforum des Leester Schulzentrums präsentiert. Zusammen mit Mirko Hoppe erreichten seine Stücke mit teils frechen und skurrilen Texten und in Begleitung wechselnder Instrumente das aufmerksame Publikum.

Kai Spalkhaver (46) ist nicht nur Mirko Hoppes Onkel, sondern auch dessen Vorbild. Er hatte ihn an die Gitarre heranführte. Mit 13 hatte Spalkhaver ein Jahr Gitarrenunterricht genommen und sich danach alles selber beigebracht. Als Hoppe mit 15 Jahren die erste hobbymäßig aufgenommene CD seines Onkels hörte, war er begeistert. Von diesem Zeitpunkt an verfolgten die beiden gemeinsame musikalische Ziele. Inzwischen ist Hoppe 31 Jahre alt, in Bremen als Bibliothekar tätig und hat eigene Bandprojekte, für die er sich als Singer und Songwriter engagiert.

Eher zurückhaltend trat Spalkhaver am Sonnabend anfangs in Aktion. So übernahm Mirko Hoppe die Begrüßung und stellte „den wortkargen Herrn zur seiner Rechten“ den rund 60 Besuchern im Forum vor. Auf dem Programm standen Songs geprägt von irischer Folklore, rockigen Klängen des Brit-Rocks mit selbst geschriebenen Texten und eigenen Kompositionen. Zunächst waren die Rollen klar verteilt: Hoppe der junge, eloquente Bühnenprofi und Spalkhaver, der verschlossene Abwartende. „Aller Anfang ist schwer“ lautete der erste Titel des Abends: die Geschichte des Lebens, von der Geburt bis zur ersten Liebe und der Arbeit bis zur Rente, geprägt von Hindernissen, die es zu überwinden gilt.

Doch nach einigen Stücken kam der Leester in die fordernde und unterhaltsame Form, wie es seine Texte vermuten ließen. Neben bereits bekannten Liedern, brachten die beiden auch Titel aus Spalkhavers neuer CD „Eine Reise“ auf die Bühne. Kritisch hinterfragen sie den heutigen Lebensstandard in dem Lied „Reicher als wir“. Beschrieben wird darin das Leben eines Urvolkes. „Sie kennen kein Telefon, keinen McDonald’s, leben nicht in Saus und Braus und besitzen auch kein Einfamilienhaus“ heißt es im Text, „und dennoch sind sie reicher als wir“.

Ein Titel, der das Publikum nachdenklich stimmte. Aber auch das Karrierestreben im Arbeitsleben nimmt der Musiker unter die Lupe. Machtgehabe und mögliche Strategien, auf der Karriereleiter nach oben zu gelangen, stellte er in dem Song „Es ist schwer, kein Arschloch zu sein“ dar. Melancholisch wurde es zum Schluss des Abends, als die gute alte Zeit besungen wurde, in der es noch Tante- Emma-Läden gab, die Leute ihre Briefe mit der Hand schrieben und man die Wartezeit vor der Schranke in Kirchweyhe zum Klönen nutzte.

Mit dem rockigen „Six-Pack Blues“ als Zugabe verabschiedeten sich die Liedermacher von den Weyhern nach kurzweiligen und zum Nachdenken anregenden zwei Stunden.

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