Bremens Bürgermeister Sieling zu Gast in Weyhe

„Müssen Umweg fahren“

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Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (l.) besucht die Weyher Verwaltungsspitzen Ina Pundsack-Bleith (Erste Gemeinderätin) und Andreas Bovenschulte (Bürgermeister).

Weyhe - Von Philipp Köster. Zu den Planungen für die Erweiterung der Straßenbahnlinie 8 nach Stuhr und Leeste gibt es für den Bremer Bürgermeister Carsten Sieling auch nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg keine Alternative. „Wir sind entschlossen, das Projekt weiterzuführen“, sagte der Präsident des Bremer Senats Donnerstag bei seinem ersten Besuch im Weyher Rathaus beim Amtskollegen Andreas Bovenschulte.

Sieling sparte nicht mit kritischen Worten. Er halte die Entscheidung des OVG für ein „schräges Urteil“. Es handele sich um eine „ärgerliche Betrachtung, die nicht so leicht heilungsfähig ist“, spielte er auf die OVG-Entscheidung an, nicht vor einer höheren Instanz gegen das Urteil klagen zu können. Schräg sei es darum, weil es hohe Verfahrensauflagen berge statt eine schnelle Lösung zu ermöglichen.

Selbstverständlich seien die Sorgen und Anliegen der Kläger zu respektieren. Doch auch die vielen Tausend Bürger, die mit der Straßenbahn an ihren Arbeitsplatz wollten, hätten ein Anliegen und seien zu berücksichtigen. Durch die anstehende sachlich-fachliche und juristische Prüfung des weiteren Vorgehens „müssen wir nun einen kleinen Umweg fahren“.

Projekt Linie acht wird „im Schulterschluss ein Erfolg"

Bovenschulte bekräftigte vor dem Hintergrund der Zukunft des Individualverkehrs, dass das Projekt Linie 8 „im Schulterschluss der drei Gemeinden Bremen, Stuhr und Weyhe ein Erfolg wird“. Weitere Gesprächsfelder des Austauschs, an dem auch die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith teilnahm, waren die Themen bezahlbarer Wohnraum für alle.

Die beiden Verwaltungschefs unterstrichen, dass dies eine regionale Aufgabe für alle Kommunen sei. Sieling habe vor kurzem in Stuhr und jetzt auch in Weyhe gelernt, dass Einfamilienhäuser nicht mehr das Charakteristikum des Umlands seien, weshalb die Bremer rauszögen, sondern dass auch hier Mehrgeschossbauten entstünden.

Der Bremer Bürgermeister hatte bei seinem Antritt vor einem Jahr die Beziehungen zum niedersächsischen Umland zu seiner Aufgabe gemacht und sie dem Bauressort entzogen. Er sieht die Hansestadt als „wirtschaftlichen Motor und Kraftmaschine“ der Region im gemeinsamem Interessensboot mit dem Nordwesten. Das gelte es auch gegenüber der niedersächsischen Landesregierung deutlich zu machen. 

Sieling und Bovenschulte lebten gemeinsam in einer WG 

Am kommenden Dienstag treffen sich beide Kabinette in Delmenhorst, bei dem ein Staatsvertrag zur Förderung des Nordwestens unterzeichnet werden soll. Dort spricht auch der Vorsitzende des Kommunalverbunds Niedersachsen / Bremen: Andreas Bovenschulte, dessen Stellvertreter wiederum Carsten Sieling ist.

Die Verwaltungschefs kennen sich schon lange, und zwar nicht erst seit gemeinsamer Zeit in der Bremer SPD, sondern Sieling und Bovenschulte haben einst in einer Wohngemeinschaft zusammengelebt, „ich als Zivi, Andreas als Jurastudent“, erinnerte sich der Ökonom.

Nach dem Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde besuchte Sieling das Weyher Theater.

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