Bei Müllsammelaktion beweisen Weyher umweltbewusstes Miteinander

Drogen-Päckchen gefunden

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Anwohner der Straße Kleiberweg säubern den Grünstreifen.

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Zahlreiche Bürger haben am Sonnabend Frühjahrsputz gemacht: Sie waren dem Aufruf der Agenda-21-Gruppe gefolgt und betätigten sich als Putzengel.

Bereits am Donnerstag hatte die Grundschule Erichshof die Aktion mit 180 Schülern und Lehrern eröffnet, am Sonnabend war in den anderen Weyher Ortsteilen Frühjahrsputz, für den sich 157 Personen angemeldet hatten. „Spontan kamen noch weitere zehn Freiwillige dazu“, sagte Rathausmitarbeiterin Christina Mielke erfreut, die diese Aktion koordinierte. Etwa die Hälfte der Sammler gehörte Vereinen und Verbänden an. Neben der Grundschule Erichshof waren dies Mitglieder der Gästeführung, des TTC Erichshof, des Weyher Schwimmvereins, des NABU, des TuS Sudweyhe, des Fördervereins der GTGS Lahausen, des Hospizvereins, der SPD-Fraktion sowie der Restless-Liner.

Die Sammler stellten die gefüllten Müllsäcke am Straßenrand ab, die Mitarbeiter des Bauhofes abholten und zu einem Container brachten, den die AWG kostenlos für diese Aktion bereitgestellt hatte.

Für den fünfjährigen Veit Haesloop hatte sich das Sammeln gelohnt, denn er fand im Graben einen noch intakter Playmobil-Bagger. „Anschließend konnte er allerdings nicht mehr sammeln“, lachte Sylvia Haesloop, während ihr zwei Jahre älterer Sohn Urs ein gefundenes Schubkarrenrad auch noch gut gebrauchen konnte. Sie waren zusammen mit Jan und Jacob Kunze für den Förderverein der Lahauser Schule unterwegs und hatten durchaus auch Gründe, sich zu ärgern: „Ich hätte gedacht, dass die, die nicht mitsammeln wenigstens vor der eigenen Haustür den Müll entfernen. Wir haben dort sogar noch Überreste von Silvester-Knallern gefunden“, schimpfte Jan Kunze. „Erstaunlich, was die Leute so wegwerfen“, bemerkte Gisela Wulf. Sie hatte im Bereich des „Schmalen Bruchs“ mehrere gebündelte Zeitungspakete entdeckt, die sich mit Feuchtigkeit vollgesogen hatten und ziemlich schwer zu bergen waren. Noch mehr regte sie sich aber über die am Wegrand entsorgten Hundekötel-Beutel auf. „Es waren Hunderte“, berichtete sie. Sammler vom Weyher Schwimmverein schimpften über die vielen leeren „Coffee-to-go“-Becher.

Sie fanden aber auch ein Glas voller Nudeln, ein weiteres Glas mit Peperoni, eine volle Wodka-Flasche und ebenso volle Windeln. „Radkappen häufen sich“, berichtete ein Sammler, der entlang der „Kohlrouten“ auch zahlreiche „Flachmänner“ entdeckte und entsorgte.

Schließlich meldete sich eine besorgte Mutter bei Vize-Bürgermeister Frank Seidel. Sie hatte im Bereich „Rendsburger Straße“ mehrere Päckchen mit Haschisch gefunden, und eine andere Familie bat darum, im Bereich der „Sonnengasse“ Mülleimer aufzustellen, denn dann wäre das Abfallaufkommen dort vielleicht nicht so groß gewesen. Auch dort stießen sie auf zahlreiche Beutel mit Hundekot.

Bei allen „Putzengeln“ bedankte sich Christina Mielke. Sie sei sehr erfreut über die vielen Teilnehmer, die ein gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein bewiesen und zum Umweltschutz beigetragen hätten. „Es ist eine Umweltaktion, die die Bewohner dazu bewegt, sich für eine saubere Gemeinde und für ein umweltbewusstes Miteinander zu engagieren“, erklärte sie.

Allerdings gelangten nicht alle Fundstücke in die Müllsäcke: Dazu zählten Scheckkarten, Rabatt- und Kreditkarten, die Mitglieder der SPD-Fraktion fanden.

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