Ehemalige Kirchweyher KGS-Direktorin beschreibt 13 Wanderstecken

Beste Spazier-Routen in Weyhe: Karin Busch kennt sie

Verfasst ehrenamtlich eine Wanderbroschüre: Die Gästeführerin Karin Busch.
+
Verfasst ehrenamtlich eine Wanderbroschüre: Die Gästeführerin Karin Busch.

Karin Busch hat sich in den Weyher Ortsteilen umgesehen und abseits der bebauten Gebiete Areale gefunden, die einen Spaziergang wert sind. Die ehemalige Kirchweyher KGS-Direktorin stellt jetzt einen Führer vor, den sie in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Mittelweser-Touristik erstellt hat. 

Weyhe – Gästeführerin Karin Busch geht gerne in Weyhe spazieren. Sie gehört zu den Bürgern, die sich nicht nur in ihrem Ortsteil körperlich bewegen, sondern auch mal andere Gebiete der Wesergemeinde erkunden. Ihr Fazit: Es lohnt sich und das nicht nur in Corona-Zeiten, in denen Spaziergänge stets von Beschränkungen ausgenommen waren. Ihr Wissen um die besten Ecken und Routen will die ehemalige Kirchweyher KGS-Direktorin allerdings nicht für sich behalten.

Sie hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Weyhe und der Mittelweser-Touristik eine Broschüre herausgegeben, in denen insgesamt 13 Touren verzeichnet sind.

Das sei ein Herzensprojekt, was sie nach ihrer Pensionierung angegangen sei, so Busch. Alle Rundwege, die sie in der Broschüre vorstellt, habe sie vier oder sogar fünfmal abgelaufen. Teilweise sei sie auch mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, um ihre Informationen zu überprüfen.

Der erste Streifzug, den Karin Busch in der 32 Seiten umfassenden Broschüre beschreibt, dreht sich um Weyhes maritime Seite. Karin Busch hat eine etwa fünf Kilometer lange Tour ausgearbeitet, die am Zollhof in Dreye beginnt, an der alten Weser und Wasserstraße Weser ebenso wie am Wieltsee vorbeiführt. Die Pensionärin nimmt den Leser sprachlich mit, weil sie auf allen Seiten konsequent die Wege in der Wir-Form schildert.

Die Leser erfahren, was zum Beispiel in Dreye passiert, nachdem sie die Doppelschranke passiert haben. Den Reisegarten erwähnt Busch in ihrer Beschreibung ebenso wie die Badestelle und die Bootshäuser. Der Leser merkt, dass sie die schwimmende Gaststätte „Smokey Island“ in ihr Herz geschlossen hat, weil die Besucher von der Plattform aus „den schönen Blick übers Wasser“ genießen können.

Karin Busch erklärt zudem, was aus ihrer Sicht wissenswert sein könnte. So beschreibt sie in ihrem Bericht, worauf sich der Straßenname „Am Zollhof“ bezieht. Die Pädagogin blickt zurück auf die Geschichte von Bremen. Die Stadt hatte sich nicht dem Deutschen Zollverein angeschlossen, und Dreye gehörte zum Königreich Hannover. Außerdem erklärt sie den Namen des Ortsteils: „Der Name Dreye stammt (..) daher, dass die Weser hier früher noch stärker drehte (dreit) als heute.“ Im Sommer sollte man Badesachen dabei haben, lautet ihr Tipp.

Der Name einer anderen Tour lautet „Von der Schiff-stelle zur alten Ochtum – durch die Leester Marsch“. Start der 6,5 Kilometer langen Rundtour ist eine Brücke, die über den Hombach führt, der in diesem Abschnitt Leester Mühlbach genannt wird. Der Weg führt an Wiesen und Feldern vorbei. Dabei schildert sie, dass Spaziergänger Reste alter Stauanlagen besichtigen oder einen künstlich angelegten Hügel besteigen könnten.

Ein alter, wenig bekannter Ochtum-Arm wird ebenso thematisiert wie die Biotope, die besonders für Liebhaber hiesiger Vögel interessant seien. Es lohne sich, ein Fernglas mitzunehmen, da Wanderer je nach Jahreszeit Wildenten, Singschwäne, Reiher, Kiebitze, Fasane oder Kraniche sehen könnten.

Parallel zur Autobahn und über der Leester Marsch würden ab und an Flugzeuge ihre Schleifen ziehen, die darauf warteten, auf der Piste des Flughafens Bremen landen zu dürfen.

Weitere Touren beschäftigen sich mit dem Ellernbruch, dem Dorf Kirchweyhe, mit den Reiterhöfen und dem Pingelheini-Zug. Karin Busch thematisiert in Lahausen Bodenschätze, eine alte Badestelle und einen alten Speicher. „Die beiden Bauernhöfe beim Spieker wurden am Ende des Zeiten Weltkrieges in Brand geschossen. Durch die Kapitulation der umliegenden Einwohnerinnen und Einwohner wurde dann Schlimmeres verhindert. Zu Ehren des Lehrers Hermann Küsel, der voranging, wurde eine kleine Straße nach ihm benannt“, schreibt sie.

Karin Busch versichert, dass alle Wege, die sie in der Broschüre beschreibt, öffentlich zugänglich seien. „Wo ich Zweifel hatte, habe ich gefragt.“ In der Tat gebe es in der Leester Marsch Wege, die zwar zugänglich seien, aber die nur einen Wirtschaftsweg darstellen.

Dieser Wanderwege-Führer sei nur als Aufschlag zu verstehen. Es gebe weitere Touren. Weyhe sei groß, und es gebe darüber hinaus viel zu entdecken.

Ideen für Fortsetzungen habe sie schon. „Ich mache mir Gedanken, welche Wege für Menschen geeignet sind, die gehbehindert sind. Ganz viele Wege, von denen ich dachte, sie sind schön, sind ungeeignet.“ Die Broschüre gibt es im Rathaus und ist gratis erhältlich.

Von Sigi Schritt

Eine von mehreren Touren geht an der Schiffstelle in Leeste los und führt durch die Leester Marsch.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu
Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde
Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück
Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Kommentare