Mitglieder geben grünes Licht für Pilotprojekt / Mit Fördergeldern Fahrzeug kaufen und verleihen

Bürgerbus-Verein will E-Mobil anschaffen

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Der Vorsitzende Franz Riedel (links) mit dem neu gewählten Vorstand.

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Einstimmig haben die Mitglieder des Bürgerbus-Vereins die Projektleiter Regine von Larcher und Manfred Soboll jetzt beauftragt, das „Pilotprojekt E-Mobilität“ weiter zu verfolgen und das Angebot der Energie-Agentur Weyhe (EAW) anzunehmen. Von Larcher und Soboll hatten mit der Planung begonnen und der Mitgliederversammlung die ersten Ergebnisse für eine Beschlussfassung präsentiert.

Grundlage der Überlegungen war eine zugesagte Förderung der EAW beim Kauf eines E-Autos. Außerdem hatte es bereits konkrete Nachfragen nach einem solchen Fahrzeug gegeben. Der Bedarf wäre vorhanden, als potenzielle Nutzer kämen Sozialverbände, Kirchen, das Seniorenzentrum oder Vereine wie „Gemeinsam“ in Frage, die sich das Fahrzeug beim Bürgerbus-Verein leihen könnten, der als Träger fungiert. Ob das Angebot später auf beispielsweise Sportvereine ausgeweitet werden könnte, müsse man abwarten, so der Vorstand. Das E-Mobil solle nicht an einen festen Fahrplan gebunden werden.

Mit den Nutzern würden Verträge vereinbart. Wer das Auto leihen möchte, müsste auch den Fahrer stellen. Über die Verrechnungseinheiten nach Zeit und gefahrenen Kilometern will der Verein noch nachdenken. Im Internet sollen sich Interessierte einloggen und das E-Mobil reservieren können.

Regine von Larcher und Manfred Soboll stellten den Mitgliedern mögliche Fahrzeuge vor, die später mit Ökostrom betrieben werden sollen. Die Reichweite von rund 120 Kilometern sei für den geplanten Zweck ausreichend, erklärten sie. Die Kosten betragen etwa 28000 Euro, an der laufenden Unterhaltung würde sich die Gemeinde beteiligen.

Würde die Planung umgesetzt, ergäbe sich daraus kein finanzielles Abenteuer für den Verein, versicherte der Vorsitzende Franz Riedel. Sollte das Projekt scheitern, würde es nach drei Jahren „für den Bürgerbusverein unschädlich“ wieder abgewickelt.

„Es bleibt ein spannendes Pilotprojekt“, sagte Soboll. Sie freue sich auf die Fortsetzung der Arbeiten, nachdem die Mitglieder dem Projektteam einstimmig grünes Licht dafür gegeben hatten.

Zwei Vorstandsmitglieder der ersten Stunde verzichteten während der Versammlung auf eine Wiederwahl: Fahrdienstleiter Horst Maertins und Schriftführer Holger Opitz. Der Vorsitzende bezeichnete Holger Opitz als einen „Wegbereiter“ des Bürgerbusses, denn er hatte bereits in der Agenda-Gruppe 1999 an diesem Projekt mitgearbeitet. Der Vorsitzende von „Pro Bürgerbus Niedersachsen“, Wolfgang Schmidt, bedankte sich ebenfalls mit einem Geschenk bei Opitz, weil dieser auch das inzwischen landesweit bekannte Logo der Bürgerbusse entworfen hatte.

Riedel erinnerte in seinem Jahresrückblick an die Beschaffung des neuen Busses. Das Fahrgastaufkommen bewege sich weiter auf sehr hohem Niveau. Pro Woche befördert der Bus zwischen 450 und 500 Fahrgäste, sagte Riedel. Davon rund 120 auf der Linie 116 und rund 360 auf der Linie 117. Gegenwärtig steuern 40 Fahrer die Busse. Insgesamt wurden seit 2001 etwa 260000 Fahrgäste befördert.

Riedel regte an, weitere Mitglieder für den Verein zu werben, damit sich die Einrichtung „Bürgerbus“ noch weiter in der Bevölkerung verankere. Er bedauerte, dass die Zahl der Fahrgäste weiter gestiegen sei, die mit einer Verbundkarte fahren würden, bei deren Nutzung der Bürgerbus keine Einnahmen erziele.

Wolfgang Schmidt gratulierte dem Verein zu seinem Jahresergebnis. Der Weyher Bürgerbus sei einer der erfolgreichsten landesweit. Inzwischen gebe es 40 Vereine, aber viele hätten Startschwierigkeiten, entweder fehlen Fahrer oder Busse. „Wir können froh sein, dass es hier so gut läuft“, so Schmidt.

Der neue Bus macht sich in der Bilanz, die Jürgen Niederée vorlegte, mit nur 3500 Euro bemerkbar. Dass die Kasse mit einem Überschuss abschließe, bedeute nicht, dass der Verein auf den Zuschuss durch die Gemeinde verzichten könne. Obgleich die Einnahmen durch den Verkauf von Tickets leicht gestiegen seien, weise der wirtschaftliche Bereich ein Minus aus.

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