Melchiorshauser Blasorchester weiß bei Frühlingskonzert mit gelungener Mischung aus verschiedenen Genres zu überzeugen

Mit Piratenkopftuch, Augenklappe und Taktstock zu „Fluch der Karibik“

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Julius Jacob (11) begleitet die Amboss-Polka stilecht mit Hammerschlägen.

Melchiorshausen - Von Uwe Goldschmidt. Abwechslungsreichtum hat das Frühlingskonzert des Blasorchesters des TSV „Blau-Weiss“ Melchiorshausen in der KGS Leeste geprägt.

Die 36 Musiker starke Formation bot den vielen Gästen in der ausverkauften Schulaula am Samstagabend eine gelungene Mischung aus traditionellen Märschen, Pop-, Film- und Musicalmelodien, gemixt mit brasilianischen Sambaklängen.

Gewohnt locker begrüßte Moderator Reiner Bischoff das Publikum, in dem auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte saß, bevor die Musiker unter Leitung von Benjamin Frank den musikalischen Reigen mit dem Konzertmarsch „Abel Tasman“ von Alexander Pfluger schwungvoll begannen. Musikalisch begaben sich die Akteure dabei mit dem holländischen Seefahrer Abel Tasman auf große Entdeckungsreise. Angefangen vom quirligen Treiben im holländischen Hafen, von dem das Schiff ausläuft, nehmen sie Fahrt auf und meistern einen Sturm auf hoher See, um schließlich Tasmanien zu entdecken. Bereits jetzt merkte man, dass sich die intensive Probenarbeit gelohnt hat. Mehrere Monate Vorbereitung und ein Probenwochenende in Bad Gandersheim mit verschiedenen Dozenten waren dem Konzert vorausgegangen.

Ihre Vielseitigkeit demonstrierten die Melchiorshauser Bläser im Verlauf des Abends mit einem bunten Potpourri aus dem Musical „König der Löwen“ aus der Feder von Sir Elton John. Höhepunkte der Bühnenshow wie „Circle of Life“ und „Can You Feel The Love Tonight“ wurden gekonnt interpretiert. Die Solistinnen Astrid Stünkel (Flöte) und Birgit Würdemann (Saxofon) bedachte das Publikum mit besonderem Beifall.

Nach der Fuchsgrabenpolka von Karel Vavec ging es mit Melodien aus dem Kinofilm „Fluch der Karibik“ weiter. Arrangeur Ted Ricketts hat die spannendsten Momente der Filmmusik in ein Medley verpackt, das das Ensemble stimmungs- und kraftvoll aber auch zuweilen dramatisch vortrug. Orchesterleiter Frank kam zum Dirigieren eigens mit Piratenkopftuch und Augenklappe auf die Bühne, benutzte dann aber statt des Säbels doch lieber seinen Taktstock.

Bunt gemischt wie ein Frühlingsstrauß gestaltete sich auch der zweite Teil des Abends. Wer mitklatschen wollte, kam beim „Colonel Bogey March“, auch bekannt als „River Kwai Marsch“ auf seine Kosten.

Beeindruckend an diesem Abend war auch die Leistung von Simone Hoffmeister, die begleitet vom Orchester das effektvolle Xylofon-Solowerk „Erinnerungen an Zirkus Renz“ von Gustav Peter zum Besten gab.

„Jetzt wird es spannend, wir kommen in den Ruhrpott“, versprach Bischoff den Zuhörern mit dem Medley „Grönemeyer!“. Herbert Grönemeyer, dem es seit seinen Anfängen in den 1980er-Jahren gelungen ist, seinem unverkennbaren Stil treu zu bleiben, lieferte die stilistisch kontrastiven Songs, wie „Männer“, „Mensch“ oder „Mambo“, aus denen Arrangeur Wolfgang Wössner ein prägnantes, abwechslungsreiches Medley geschaffen hatte. Dynamisch und präzise setzten besonders die Perkussionisten Simone Hoffmeister und Peer Hansemann die Titel in Szene. Minutenlang sorgten sie mit Schlagwerker Bernd Kruse beim Titel „Mambo“ mit Trillerpfeife, Claves, Kuhglocken und Trommeln für Samba-Feeling.

Traditioneller wurde es dann wieder mit der Amboss-Polka, zu der elfjährige Julius Jacob in Montur eines Schmiedes das Orchester mit zwei Hämmern am echten Amboss begleitete.

„Musik war meine erste Liebe“ – so beginnt übersetzt der Text dieses Pop-Klassikers aus den 1970er-Jahren von John Miles, der mit dieser Zeile damals und heute den Nerv aller begeisterten Musiker sowie Fans der Welt traf und trifft. Leise und laut, gefühlvoll und dramatisch vorgetragen, zog diese schöne Liebeserklärung in der Blasorchester-Bearbeitung von Philip Sparke die Zuhörer unweigerlich in ihren Bann und zeigte noch einmal die Vielseitigkeit der Darsteller.

Nach zwei Zugaben, dem Radetzkymarsch und dem Titel „Was ich dir noch sagen will“ von Udo Jürgens, bei dem auch Benjamin Frank sein Können als Interpret an der Trompete bewies, fand ein – nach dem Urteil des Publikums – klasse Konzert nach zwei Stunden seinen Abschluss.

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