Möglichkeiten der Kuhnorgel ausgereizt

Hyunjoo Na spielt meisterliches Konzert in Weyhe

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Die hochkarätige Musikerin Hyunjoo Na entlockt der Kuhnorgel die ganze Bandbreite an Tönen.

Kirchweyhe - Von Angelika Kratz. Zu einem festlichen Orgelkonzert hatte die Felicianuskirche für Freitagabend eingeladen. Doch auch eine hochkarätige Musikerin wie Hyunjoo Na an der Kuhnorgel konnte nicht mit einem wunderschönen Abend in der Natur konkurrieren. Nur wenige Besucher fanden den Weg in die Kirche und wurden, anders als erwartet, von der Seckenhausener Organistin Brigitte Poppe in Vertretung für Elisabeth Geppert begrüßt.

Das gut einstündige Konzert führte in die Zeit des Barock und der Romantik. Die Titel der einzelnen Stücke konnten die Orgelliebhaber, die sich in Zweiergruppen zum Mittelgang gesetzt hatten, einem eher dürftigen Programmzettel entnehmen. Brigitte Poppe entschwand eilends nach oben zur Hilfestellung beim Notenblättern. Mit einem gewaltigen Einsatz der Orgel begann das Programm ohne weitere Erklärungen mit dem „Praeambulum Primo Toni“ von Matthias Weckmann (1616 bis 1674). Nach diesem Weckruf kamen die Töne etwas zur Ruhe, und die gestresste Alltagsseele fand sich langsam zurecht.

Studium in Dresden, Halle, Bremen und Hamburg

Weckmann war Sängerknabe und Mitglied der Dresdner Hofkapelle und kam mit 17 Jahren als Stipendiat des sächsischen Kurfürsten nach Hamburg zum dortigen Organisten der Sankt-Petri-Kirche, Jacob Praetorius. Später war er Organist an der kurfürstlichen Schlosskirche in Dresden und wurde an den dänischen Hof berufen.

Nach dem überraschend lauten und dennoch fröhlichen Auftakt bildete Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) als größter Orgelmeister Deutschlands eine ganz andere Herausforderung für die koreanische Kirchenmusikerin Hyunjoo Na. Sie hatte Musik in Korea studiert und absolvierte anschließend ein Aufbaustudium für Kirchenmusik und Orgel in Dresden und Halle. Danach schloss sich ein Studium in Alter Musik in Bremen an. Abgeschlossen hat sie ihr Kirchenmusikstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Musikalisches Kontrastprogramm

Derzeit ist Hyunjoo Na als Organistin und Chorleiterin an der Simon-Petrus Kirche in Bremen-Habenhausen tätig. Von Johann Sebastian Bach brachte sie „Allein Gott in der Höhe sei Ehr“ in eher getragenen, tieferen Tonlagen zu Gehör.

Weiter ging es im musikalischen Kontrastprogramm mit Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707) und dem „Praeludium e moll“. Bach war seinerzeit 400 Kilometer zu Fuß von Thüringen nach Lübeck gewandert, um dort Buxtehude zu hören und bei ihm zu studieren. Der hätte sicherlich seine Freude an der koreanischen Musikerin gehabt, die Buxtehudes Komposition meisterlich durch das Kirchenschiff schweben ließ.

Ganz andere Töne wurden der Kuhn-Orgel beim Choral aus der Romane Symphony von Charles-Marie Widor abverlangt. Der französische Sprössling einer renommierten musikalischen Familie zeigte schon früh seine Begabung im Orgelspiel und vertrat bereits mit elf Jahren seinen Vater als Organisten. Fast schon dramatisch zog Hyunjoo Na alle Register, es brummte fühlbar auf den Kirchenbänken, gleichzeitig nahmen die Ohren die ganz hellen Höhen wahr.

Keine leichte Kost zum Abschluss

Keine leichte Kost für Musikerin und Zuhörer war der Abschluss mit der Choralfantasie „Wie schön leucht uns der Morgenstern“ von Max Reger (1873 bis 1916). Ein wahres Orgelgewitter zog durch die Kirche. Gerne hätte wohl manch einer dem sicherlich akrobatischen Einsatz von Händen und Füßen an der Orgel zugeschaut.

Mit viel Applaus und einem Blick nach oben dankte das Publikum einer fantastischen Musikerin für ein außergewöhnliches Konzert. Gefehlt hat dennoch etwas: mehr Informationen, sei es auch nur mit einem umfangreicheren Programmzettel.

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