Mehrheit gegen CDU-Antrag / Störungsfreier Unterricht jederzeit möglich

KGS-Dependance vom Tisch

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Die Schülervertreter setzten sich erfolgreich dafür ein, dass die Oberstufe auch während der Sanierungsarbeiten in der KGS Leeste bleibt.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Mit ihrem Antrag, die Förderschule in der Leester Heide in eine Außenstelle der KGS Leeste umzuwandeln, konnten sich die Christdemokraten am Dienstagabend im Schulausschuss nicht durchsetzen.

Die Mehrheit lehnte es ab, dass die Politik den Bürgermeister mit entsprechenden Verhandlungen beauftragt, um das Gebäude ab dem Schuljahr 2016/2017 vom Landkreis anzumieten oder zu übernehmen. CDU-Chef Dietrich Struthoff begründete seinen Antrag, dass die Gemeinde als Schulträger für die geplante Kompaktsanierung keine Fördermittel erhält und die Christdemokraten sich für die veranschlagten 6,5 Millionen Euro „möglichst viel Sanierung“ wünschen. Außerdem wies der CDU-Chef darauf hin, dass die Förderschule wegen der Inklusion bald keine eigenen Schüler mehr hat. Im Herbst hatte Struthoff angemerkt, dass die Gemeinde er kein Geld für mögliche Mobilbauten ausgeben soll. Die Sitzung machte allerdings deutlich, dass die KGS diese nicht benötigt.

Die Schüler- und Elternvertreter, KGS-Schuldirektor Rainer Patzelt sowie die Vertreter von SPD, Grünen und der FDP setzten sich vehement für eine Ablehnung des Antrags ein. Eine Zuschauerin bemängelte die Fahrsituation zur Melchiorshauser Schule. Ihrer Meinung nach bekommen Lehrer Probleme, wenn sie die mehr als drei Kilometer lange Strecke mehrfach bewältigen müssen, wenn sie Stunden an beiden Schulstätten geben müssten.

Die CDU-Begründung, dass mit den umfangreichen Sanierungsarbeiten ein störungsfreier Unterricht in großen Teilen unmöglich sei, hatte nach Darstellung von Patzelt eine Verunsicherung ausgelöst. Er bezeichnete den Antrag sogar als „unsäglich“ in Form und Inhalt. „Wenn die KGS renoviert wird, wird regulärer Unterricht möglich sein.“ Es sei eben nicht so, dass der Unterricht gestört würde.

Bislang ist aber laut Patzelt noch nicht klar, in welcher Abfolge die KGS renoviert wird. Zu diesem Zeitpunkt könne niemand fundierte Aussagen zur Raumverteilung machen. „Die Bibliothek wird verlegt“, so Patzelt. Diese Fläche bilde eine Verschiebemasse für den Bauzeitpunkt. Der KGS-Direktor räumte allerdings ein, dass Wanderklassen als Einschränkung möglicherweise hingenommen werden müssten. Der Pädagoge glaube jedoch nicht, dass die acht Klassenräume ausreichen, um dort die Oberstufe mit 260 Schüler nach der CDU-Idee unterzubringen. Er bescheinigte der Schule zwar eine gute Inneneinrichtung, doch die Ausstattung der Fachräume etwa mit Modulen für Magnetismus und für den E-Motor seien „keine Gegenstände“ für den KGS-Unterricht. Auch Schülervertreter Pascal Seidel sah Probleme, falls die Schüler wegen der Fachräume nach Leeste radeln müssten: „Man kommt verschwitzt im Unterricht an.“

Die von Patzelt angesprochene Verunsicherung erwähnte der Elftklässler ebenfalls. Zwar seien einige seiner Freunde bereits nach der neunten Klasse an eine Bremer Schule gewechselt, weil dort Luft- und Raumfahrttechnik angeboten werde, doch die verbliebenen Schüler und auch die Eltern würden nervös.

Christdemokratin Ingrid Söfty betonte, dass niemand die KGS Leeste schlecht reden wolle, erst recht nicht die CDU. Ihre Tochter sei dort zur Schule gegangen und habe eine gute Grundlage für ein sehr erfolgreiches Medizinstudium bekommen.

Schließlich plädierte Patzelt, zur Sachdiskussion zurückzukommen. Dafür sorgte Alois Lompa, Architekt und Stadtplaner des von der Gemeinde beauftragten Planungsbüros Drees & Huesmann aus Bielefeld. Derzeit befinde man sich in der Planungsphase Null, in der die nicht-öffentlich tagenden Projekt- und Lenkungsgruppen unter anderem das pädagogische Konzept definieren und den Raumbedarf ermittelten. Das Planungsbüro schlägt vor, die vorhandene heterogene Gebäudestruktur mit der Mensa im sogenannten Hattesohltrakt zu einem Gebäudeensemble, zu einem Campus, zu verknüpfen. Der Planer will auch die künftige Straßenbahnhaltestelle mit dem Park&Ride-Platz in die Überlegungen einbeziehen. Ziel sei es, nach dem Abschluss der Sanierung alle Schulklassen im Obergeschoss unterzubringen und Räume zu schaffen, die eine sehr gute Aufenthaltsqualität bieten, damit sich die Nutzer gut mit ihrer Schule identifizieren könnten. Im Juni würden alle konkreten Überlegungen, Planungen, Alternativen und Lösungsansätze der Öffentlichkeit als Diskussionsgrundlage vorgestellt.

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