Wie es auf dem Weyher Wochenmarkt in der Pandemie läuft / Letzter Tag für Familie Brüning

Mehr Umsatz dank Corona?

Betriebsamkeit mit Mund- und Nasen-Bedeckung sowie regelkonformen Abständen beim geduldigen Schlangestehen. Auf dem Weyher Wochenmarkt läuft der Verkauf trotz der Corona-Beschränkungen problemlos.
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Betriebsamkeit mit Mund- und Nasen-Bedeckung sowie regelkonformen Abständen beim geduldigen Schlangestehen. Auf dem Weyher Wochenmarkt läuft der Verkauf trotz der Corona-Beschränkungen problemlos.

Weyhe – Silke Dahremöller und Bianca Uhrmann aus Kirchweyhe sind mit ihrem Verkaufswagen „Grünling“ auf dem Weyher Wochenmarkt kaum zu übersehen. „Heute haben wir eine klassische Erbsensuppe und eine Möhren-Kokos-Ingwer-Suppe zum Mitnehmen im Angebot“, erklärt Bianca Uhrmann. Mit vegetarisch geprägten, hausgemachten Speisen sind die beiden erst seit Kurzem auf dem Weyher Wochenmarkt. Auch süßes Gebäck und vitaminreiche Getränke bieten sie an. Ökologisch hergestelltes Geschirr und umweltfreundliche Verpackungen sind für sie selbstverständlich. „Unser Besteck ist aus Mais-Stärke“, so Silke Dahremöller. „Wir gehören zu den Verrückten, die während der Coronazeit den Sprung in die Unternehmertätigkeit wagen“, scherzt Bianca Uhrmann. Anders als bei ihren Marktnachbarn fehlt den Jungunternehmerinnen der Vergleich zu einem coronafreien Marktgeschehen in Weyhe.

Bei Brigitte Brüning im Gemüsestand gegenüber sieht es da ganz anders aus. „Seit 1997 sind wir hier auf dem Wochenmarkt“, beschreibt die 63-Jährige ihre langjährige Erfahrung im Verkauf von Gemüse, Obst, Eiern, Marmelade, Honig und mehr. „Ich finde, die Nachfrage ist in Coronazeiten größer geworden. Es wird generell mehr zuhause gekocht und die Kunden legen verstärkt Wert auf regionale Produkte. Und man kauft bewusster ein“, hat sie festgestellt. Für Familie Brüning endet indes am morgigen Samstag die Zeit auf dem Wochenmarkt. Dann bleibt Gerd (66) und Brigitte Brüning aber noch ihr Lahauser Hofladen. „Es macht sehr viel Spaß. Aber irgendwann muss man auch mal kürzer treten.“

„Auf dem Wochenmarkt machen wir mit Corona mehr Geschäfte“, bestätigt auch Wolfgang Kahlke von „Bines Verführungen“. Essige, Öle, Gewürze, Tees stehen bei Sabine und Wolfgang Kahlke zum Verkauf bereit. „Aber dadurch, dass die sonntäglichen Sonder- und Bauernmärkte coronabedingt weggefallen sind, setzen wir insgesamt weniger um“. Auf dem Weyher Wochenmarkt sind sie nur einmal im Monat. Donnerstags haben sie noch einen festen Platz auf dem Wochenmarkt in Habenhausen.

Seit 16 Jahren ist Mario Kampe (53) aus Syke-Barrien mit einem Stand auf dem Weyher Wochenmarkt vertreten. Zertifizierte Bio-Früchte und mehr, zum Teil aus eigenem Anbau, liegen aufgereiht in seinem rollenden Geschäft. Lediglich drei Kunden gleichzeitig dürfen in den gelben, wettergeschützten Verkaufsraum eintreten, um Grünkohl, Hokkaidokürbis, Süßkartoffeln, Pastinaken oder etwas anderes aus dem großen Sortiment zu erwerben. Geduldig warten die anderen Kunden im regelkonformen Abstand davor. „Das funktioniert sehr gut. Alle sind verständnisvoll“, freut sich Kampe.

Bereits vor der Pandemie habe sein Geschäft Rückenwind erhalten durch den Wunsch vieler Kunden nach Regionalität und der Sorge wegen des Klimawandels. „Da sind schon Einige aufmerksam geworden und haben sich umgesehen: Wie versorge ich mich eigentlich?“, sagt er.

„Wir werden nicht völlig überrannt, aber die, die mehr zuhause sind, kochen auch mehr für sich“, sagte der 53-Jährige. „Das haben wir im ersten Lockdown noch mehr gespürt als jetzt. Inzwischen hat sich die Gastronomie ja auf den Außer-Haus-Verkauf eingestellt.“

Von Rainer Jysch

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