Ausschuss-Sitzung

Brandmelder für die Feuerwehr und weniger Wahlkreise für Weyhe

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In Weyhe bekommt die Feuerwehr eine Brandmeldeanlage.

Weyhe - „Das wäre schon ein Stück aus dem Tollhaus, wenn es im Feuerwehrgerätehaus brennt und keine Brandmeldeanlage da ist.“ Damit brachte der Sozialdemokrat Frank Seidel die Thematik im Weyher Ausschuss für Ordnung und Soziales im Grunde ziemlich gut auf den Punkt.

Das Feuerwehrgerätehaus in Leeste sei zwar ziemlich neu, verfüge aber nicht über dieses wichtige System, bestätigte der Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen. Grund genug für die Ausschussmitglieder, für diesen Posten 10.000 Euro im Haushaltsplan 2020 einzuplanen. Eine Diskussion über die Finanzierung gab es dennoch.

Warum das neue Gerätehaus noch keine Brandmeldeanlage besitzt, konnte im Ausschuss nicht abschließend geklärt werden. Scharringhausen machte jedoch deutlich: „Wir haben da Millionenwerte stehen.“ Und: „Die Verantwortung liegt bei der Politik – ganz klar.“

Um Fälle abgebrannter Feuerwehr-Wachen, wie vor einigen Jahren etwa in der Nachbarstadt Syke, zu verhindern, beschieden die Mitglieder einstimmig die Anschaffung einer Anlage. Das reguläre Feuerwehr-Budget bleibt dabei unangetastet.

Geprüft werden soll auf Antrag der FDP-Fraktion auch die Anschaffung eines Defibrillators. „Es wäre schön, wenn wir das on top machen könnten. Es geht hier um Leben“, argumentierte Antje Sengstake von den Liberalen. Nur zwei von sieben Wehren in Weyhe seien aktuell mit den Geräten ausgestattet. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Folkard Wittrock ergänzte: „Wir würden uns so ein System auch aus Eigenschutz wünschen.“

Immerhin hätten die Wehren 2019 bisher 144 Einsätze verzeichnet, wie die beiden Feuerwehrmänner in einer Übersicht vorstellten. 238 mal seien sie insgesamt ausgerückt. Den größten Einsatz hatten sie am 8. August in Melchiorshausen am Bollmannsdamm, wo ein Wirtschaftsgebäude in Flammen stand.

Worüber Scharringhausen und Wittrock keine weiteren Infos geben konnten, war die Einführung der Digitalen Alarmierung. „Ich werde keinen Zeitpunkt mehr geben, wann das ganze funktionieren wird“, sagte Wittrock müde lachend und verglich die Situation mit dem Berliner Flughafen.

Neben dem Bericht der Gemeindebrandmeister stieß der Ausschuss in einem weiteren Tagesordnungspunkt noch eine bedeutende Neuerung an. Die FDP hatte beantragt, die Wahlbereiche I und II in der Gemeinde zusammenzufassen.

Die Idee für diesen Änderungsantrag sei laut Antje Sengstake in folgender Situation entstanden: Vor etwa einem Jahr habe der Ratsherr Frank Seidel auf einer Veranstaltung gesprochen. Währenddessen sei aus dem Publikum laut die Frage gekommen, wer er denn überhaupt sei. Da habe sie nachgedacht, so Sengstake: „Warum weiß der Weyher oder Leester nicht, wer Frank Seidel ist? Ich finde, das kann’s nicht sein.“ Mit zusammengelegten Wahllisten, so die Hoffnung, werden die Abgeordneten auch über ihre aktuellen Wahlkreise hinaus bekannter. Nach einer kurzen Diskussion sprachen sich die Ausschussmitglieder einstimmig dafür aus, den Antrag zur weiteren Besprechung in den Rat einzubringen.

In weiteren Punkten wurde ein ausgeglichener Haushalt der Weyher Sozialstation vorgestellt, sowie deren Pläne für das kommende Jahr. Auch die anderen Projekte und Investitionen im Fachbereich 3 (Ordnung und Soziales) wurden präsentiert.

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