Bürgermeister möchte Kirchweyher Bahnhofstunnels überwachen

Mehr Sicherheit für einen „konkreten Angstraum“

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„Angstraum“ Bahnhofstunnel: Bürgermeister Andreas Bovenschulte plant die Installation von Videokameras. 

Kirchweyhe - Von Philipp Köster. Gerade erst am Wochenende ist es passiert: Drei Männer überfielen in der Kirchweyher Tunnelunterführung eine 26-jährige Frau und versuchten, ihr die Handtasche zu rauben. Erst nachdem sie sich gewehrt hatte, ließen sie von ihrem Vorhaben an (wir berichteten).

Das Beispiel zeigt, dass sowohl die unterirdische Zuwegung zu den Gleisen als auch die Unterführung etwas weiter südlich zuweilen Orte unerwünschter Begegnungen sind, um es mal vorsichtig zu formulieren.

„Man hält sich dort nicht gerne auf“, sagt auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Das gelte vor allem für Frauen, nicht unbedingt für einen Zwei-Meter-Mann wie ihn.

Schon vor einigen Jahren sei darum die Diskussion über eine Videoüberwachung des Bahnhofsareals angeschoben worden, erinnert der Verwaltungschef an eine Anregung der Kreiszeitung. In den Bürgergesprächen des vergangenen Jahres in den Ortsteilen sei das Thema „Mehr Sicherheit für die Tunnels“ indes nur „hier und da“ angesprochen worden.

Bovenschulte hat sich nun die Frage gestellt, ob eine Überwachung sinnvoll sei. Dabei hat er eine zustimmende Einschätzung des Fachbereichs für Ordnung und Soziales eingeholt. „Auch Olly Oldenburg unterstützt es“, berichtet der Rathausboss zudem von einer positiven Reaktion des Leester Polizeichefs. Aus Datenschutzgründen gebe es keine Bedenken.

Videokameras „kein Allheilmittel“

Darum will der Verwaltungsvorstand jetzt den „Antritt“ machen. Das bedeutet: Es geht in die Planung der technischen und sicherheitsrelevanten Überlegungen, was beispielsweise die genaue Position der Kameras betrifft. Aber auch die Kosten seien zu überschlagen. Je nachdem, ob die Anschaffung den Verfügungsrahmen des Bürgermeisters überschreitet, sind auch die Parteien hinzuzuziehen. „Ich gehe aber von einer Unterstützung durch die Politik aus.“

Gleichwohl weiß Andreas Bovenschulte, dass eine solche Überwachung „kein Allheilmittel“ ist. „Niemand sitzt 24 Stunden vor dem Bildschirm und sieht sich die Aufnahmen an.“ Auch aus datenschutzrechtlichen Gründen könne er nicht „Hurra!“ rufen.

Doch es handele sich um einen „konkreten Angstraum“. Der Rathauschef verspricht sich deshalb einen disziplinarischen Effekt von dieser Maßnahme. „Eine Abschreckung ist sinnvoll.“

Infrage kommt übrigens lediglich die Installation von Videokameras in den beiden Unterführungen, nicht aber zum Beispiel beim Bahnhofsvorplatz oder dem Fahrradständer auf der sogenannten Leester Seite.

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