Mehr als 90 Jahre alte Dampflokomotive macht am Kirchweyher Bahnhof „Rast“

Rund eine Tonne Kohle in Eimern geschaufelt

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Die Mitglieder des Weyher Dampflokvereins um Karl-Heinz Stickan (3.v.l.) helfen den Eisenbahnenthusiasten aus Lengerich, den historischen Zug kohlenbeladen und mit gefülltem Wassertank auf die Reise nach Hamburg zu schicken.

Kirchweyhe - Unter Eisenbahnfreunden spricht es sich schnell herum, wenn irgendwo wieder eine Dampflokokomotive unter Dampf steht und auf Reise geht. Daher wurden die Mitglieder des Eisenbahn-Traditionsvereins Lengerich am Freitag von vielen Zuschauern bei der Einfahrt in den Kirchweyher Bahnhof begrüßt.

Sechs Stunden hatten die Liebhaber vormittags die Lokomotive in Ibbenbüren angeheizt, dann konnte die Reise beginnen. Zehn Personenwaggons, ein Kesselwaggon mit 24 Kubikmetern Wasser und ein Güterwaggon mit mehreren Tonnen Kohlen bildeten den Zug. Ziel der Reise war zunächst Rotenburg an der Wümme, von wo aus die Vereinsmitglieder Eisenbahn-Rundfahrten nach Hamburg anboten.

Die Lok hatte die Reise nicht in einem Rutsch geschafft. In Kirchweyhe waren nach 130 Kilometern Fahrtstrecke die Kohlen und neun Kubikmeter Wasser aufgebraucht. „Die fährt wirklich sparsam“, kommentierte der Vorsitzende und Lokführer Steffen Jäckle diese Zahlen.

Die „alte Dame“, wie er die preußische T18 nannte, wurde 1923 in Gleiwitz/Oberschlesien gebaut. Bis 1968 war sie in Wuppertal in Betrieb und wanderte dann nach Hamburg-Wilhelmsburg ins Museum. Zur Bundesgartenschau 1999 in Magdeburg wurde sie reaktiviert und anschließend von den Lengericher Eisenbahnfreunden erworben.

Rund 10000 Kilometer ist die T18 pro Jahr noch unterwegs. Für die Fahrten nach Hamburg hatten sie die Eisenbahnfreunde Bebra gechartert – zusammen mit dem Fahrpersonal.

In Weyhe endete am Freitagabend die erste Etappe auf dem Zustellgleis der Firma RBS. Dort entschlackten die Aktiven die Lok und füllten den Wasserkessel wieder auf. Gleichzeitig benötigte der Heizer Nachschub, aber die Kohle befand sich auf dem Anhänger. Da kein geeigneter Radlader zur Verfügung stand, mussten die Liebhaber rund eine Tonne Kohle in Eimer schaufeln, zur Lok tragen und dort ausschütten. Gleichzeitig war der Maschinist damit beschäftigt, die rund 100 Schmiernippel am Getriebe nachzuölen.

Die sechs Zugbegleiter bedankten sich beim RBS-Geschäftsführer Frank Fischer sowie beim Vorsitzenden des Weyher Dampflokvereins, Karl-Heinz Stickan, die dafür gesorgt hatten, dass wenigstens die Wasseraufnahme problemlos erfolgen und das im Kesselwaggon mitgeführte Wasser noch über bleiben konnte.

Am Sonnabend ging die Reise nach Rotenburg weiter, und nachdem die drei Sonderfahrten von dort aus nach Hamburg erledigt waren, kehrte der Zug nach Kirchweyhe zurück, um wieder Wasser zu nehmen, um nach Ibbenbüren zu kommen.

bt

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