Glasfasernetz Nordischnet: Bauarbeiten für Weyhe starten in der nächsten Woche

Mehr Datenpower für die Haushalte

Geben den Startschuss für den Glasfasernetz-Ausbau in Melchiorshausen: Claudia Pelzl (GVG Glasfaser), Landrat Cord Bockhop, Bürgermeister Frank Seidel, Heiner Eilers (Baufirma Infratech) sowie Wirtschaftsförderer Dennis Sander (v.r.n.l.).
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Geben den Startschuss für den Glasfasernetz-Ausbau in Melchiorshausen: Claudia Pelzl (GVG Glasfaser), Landrat Cord Bockhop, Bürgermeister Frank Seidel, Heiner Eilers (Baufirma Infratech) sowie Wirtschaftsförderer Dennis Sander (v.r.n.l.).

Weyhe – Nach den Vorstellungen von Bürgermeister Frank Seidel soll Weyhe eine Kommune werden, in der schnelles Internet durch Glasfaser-Leitungen für die Bürger und öffentlichen Einrichtungen zu einem Standard wird. Beim Startschuss für die Bauarbeiten der kreisweiten Breitband-Initiative in Weyhe sprach Seidel sogar davon, dass die Wesergemeinde in Sachen Breitband-Ausbau eine Vorreiterrolle übernehmen will:

Alle Schulen und Einrichtungen sollen schnelles Internet bekommen, so der Verwaltungschef. „Schnell ist für uns alle gut“, ergänzt er. Wer auf Geschwindigkeit setzt, der setze nicht mehr auf Kupferkabel, sondern auf Glasfaser.

Den Ausbau des Glasfasernetzes in Weyhe, so erklärt Frank Seidel, würden drei Anbieter vorantreiben. „Nordischnet“ sei ihm von den drei Unternehmen das liebste, weil es zusammen mit der Breitband-Initiative ein gemeinsames Projekt vom Landkreis Diepholz und den Kommunen sei, zu denen auch Weyhe gehört. Durch den geförderten Ausbau könnten all jene Straßenzüge und Ortsteile der Gemeinde profitieren, die für private Anbieter nicht interessant seien, erklärt der Bürgermeister. Ab der nächsten Woche sollen die Bagger rollen, kündigt Landrat Cord Bockhop an. Start ist in Melchiorshausen. Vom Ausbau würden insgesamt mehr als 330 Grundstücke in Melchiorshausen, aber auch in Leeste, Jeebel sowie Sudweyhe profitieren.

Um in den sogenannten „weißen Flecken“ einen kostenlosen Glasfaser-Hausanschluss zu bekommen, muss ein Vertrag bei der GVG Glasfaser GmbH abgeschlossen werden, kündigt Claudia Pelzl, Projektleiterin dieser Firma, an. Diese Verträge müssten bis Ende März abgeschlossen werden. Ursprünglich sollte diese Nachfragebündelung Ende Januar abgeschlossen sein, aber wegen des Corona-Lockdowns gebe es eine Verlängerung. Mitarbeiter würden in den nächsten Tagen von Haus zu Haus gehen, um Telefonnummern aufzunehmen. Ein Team von 40 Mitarbeitern würde dann die möglichen Glasfaser-Interessenten am Telefon beraten. Ein Vertrag könne online abgeschlossen werden.

Landrat Cord Bockhop hofft, dass viele Weyher sich für Glasfaser entscheiden. Wie wichtig Breitband sei, sei in der Pandemie sichtbar, weil Menschen daheim arbeiten und Schüler online unterrichtet würden. „Streamen war vor drei Jahren noch kein Thema“, so Bockhop. Er sei sich sicher, dass die Datenraten perspektivisch weiter steigen.

Vor nicht allzulanger Zeit habe der Landrat noch das sogenannte Vectoring und den alten DSL-Anschluss angepriesen, das auf konventionelles Kupferkabel setzt und eine Bandbreiten-Steigerung verspricht. Das sei damals auch richtig gewesen, aber es habe sich gezeigt, dass nur die ersten Anschlüsse davon profitiert hätten. „Wenn alle die Kupferleitung nutzen, kommt die Kupferleitung schnell an ihre Grenzen. Je länger die Leitung wird, desto weniger kommt hinten an.“ Verträge würden nicht den vollen Datendurchsatz garantieren, erklärt der Jurist. Das sei beim Glasfaser--Netz anders. Cord Bockhop und Frank Seidel hoffen, dass das neue Telekommunikations-Netz zwischen Weihnachten 2021 und Ostern 2022 fertig ausgebaut ist.

Sollten bei den Arbeiten andere Leitungen beschädigt werden, würden noch am selben Tag schnelle Reparaturlösungen getroffen werden. Noch bevor die Bauarbeiten in einem Abschnitt beendet würden, würden die Gräben kontrolliert. Es dürfe nicht vorkommen, dass Bürger wie zuletzt Anwohner der Schiffstelle in Leeste längere Zeit von der Kommunikation abgeschnitten werden. Da seien sich Bockhop und Seidel einig. Kommunikation sei existenziell. Dennoch könnten Fehler jederzeit passieren. Man müsse nur sofort reagieren. Und das verspricht Seidel für die Gemeinde.

Von Sigi Schritt

Zeigt sogenannte „weiße Flecken“ der Breitband-Versorgung, also unterversorgte Gebiete an: Ein Ausschnitt einer Karte des Landkreises. Grafik: Landkreis DiepHolz

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