Marktleiter: Trend zur Knallerei geht seit einigen Jahren zurück

Silvesterknaller – Spaß oder Geldverschwendung?

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Knallen oder nicht? Diese Frage stellt sich der ein oder andere vor Silvester. Archivfoto: Schritt

Stuhr/Weyhe - Von Vanessa Siemer. Muss man an Silvester böllern? Wie viel Geld geben die Stuhrer und Weyher für Knaller aus? Und wie reagieren die Tiere? Seit gestern können Kunden Knaller kaufen: Raketen, Böller, Batterien, Vulkane, Knallerbsen und Tischfeuerwerke – alles, was das Herz begehrt. Und die alljährlichen Fragen sind wieder aktuell. Begrüßt man das neue Jahr mit Feuerwerken, vertreibt man böse Geister oder schießt man nur unnötig das Geld in die Luft? Die Meinungen spalten sich, wie eine nicht repräsentative Umfrage zeigt.

„Der Verkauf ist schleppend angelaufen. In den vergangenen Jahren wurde die Nachfrage immer weniger“, sagt Dennis Gottwald, Marktleiter bei Inkoop in Brinkum. Die Kunden kauften lieber Batterien, die man nur einmal anzünden muss, um dann mehrere Feuerwerke beobachten zu können. Das sei preislich interessanter und auch bequemer. Der Trend, Silvesterknaller zu kaufen gehe allgemein zurück. „Viele Menschen finden es unnötig und ich höre auch, dass manche das Geld lieber spenden“, erzählt er.

Gisela Gildehas, 72, will keine Feuerwerkskörper kaufen: „Ich habe noch nie geböllert. Mir hat das Geld immer leid getan. Viele Menschen stöhnen, dass sie zu wenig Essen haben und dann gibt jeder Haushalt Geld für Silvesterknaller aus. Das verstehe ich nicht. Auch der Gestank und Dreck auf den Straßen gefallen mir nicht.“

Für die Tiere ist die Knallerei an Silvester ebenfalls problematisch. Zum Beispiel reagieren besonders Hunde empfindlich auf die lauten Geräusche. Aus diesem Grund möchte auch Monika Müller, 55, aus Stuhr in diesem Jahr kein Feuerwerk kaufen. Sie hat einen Welpen, den sie nicht verschrecken möchte.

Der 25-jährige Sascha Vogelmann möchte dagegen für Silvester ein großes Set Raketen kaufen. Er hat sich aber ein Limit gesetzt, mehr als 20 Euro will er nicht ausgeben. Sissy Fischer ist ähnlicher Ansicht. „Ich kaufe vielleicht Raketen, aber mehr auf gar keinen Fall. Ich gebe das Geld lieber für andere Dinge aus, man schießt es ja im Prinzip in die Luft.“

Der Stuhrer Schüler Finn Bösselmann will auch dieses Jahr an Silvester böllern, es gehört für ihn dazu. „Letztes Jahr hatten wir ziemlich viele Böller. So viele brauche ich dieses Mal nicht, ich möchte lieber nur ein paar Raketen haben“, sagt der 15-Jährige.

Lisa und Helmut Wessels aus Stuhr wollen das Spektakel ebenfalls nicht verpassen. Ihre Nachbarn zünden ein Feuerwerk, dem sie gerne zusehen. Doch selber kaufen sie keine Silvesterknaller. „Als unsere Kinder klein waren haben sie etwas Harmloses bekommen, zum Beispiel Knallerbsen.“

Der Sicherheitsaspekt ist allgemein sehr wichtig. Schnell können Mensch, Tier und Gebäude zu Schaden kommen. Das weiß die Leesterin Eileen Rosenhahn, 30, aus eigener Erfahrung. An Silvester 2011 bekam sie mitten in der Nacht einen Anruf. Sie erwartete Neujahrsglückwünsche und war ziemlich verdutzt, als sich die Polizei meldete. „Ich war auf einer Silvesterparty. In meiner damaligen Bremer Wohnung war ein Feuerwerkskörper auf dem Balkon gelandet und hatte die Räume in Brand gesetzt. Die Polizei informierte uns über den Vorfall. Seitdem kaufe ich keine Knaller mehr. Doch die Lust an Silvester ist mir nicht vergangen, ich passe nur besser auf und schlafe nach der Feier immer zu Hause.“

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