Anstatt Urlaub erstmal nur Verwüstung

„Mini-Tornado“ hinterlässt „Kleinholzwüste“

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Der Sturm hat unter anderem Dachpfannen von Marco Glawons Haus geweht.

Melchiorshausen - Von Katharina Schmidt. Eigentlich würde Marco Glawon auf Mallorca am Strand liegen. Stattdessen räumt er bei zwölf Grad und Regen zerbrochene Dachpfannen und Müllfetzen weg. Er wollte gerade in den Urlaub aufbrechen, als Sturmtief „Xavier“ vor seiner Haustür unweit der B6 in Melchiorshausen ein Trümmerfeld anrichtete.

Es ist eine Szene, die Glawon wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird: Er war gerade dabei, die letzten Vorbereitungen für den Urlaub zu treffen, als seine Frau meinte, er solle aus dem Fenster schauen. Dann ging alles ganz schnell. „Plötzlich war es rundherum am Klötern“, erzählt Marco Glawon im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein „Mini-Tornado“ habe draußen gewütet. Überall seien Dachpfannen umhergeweht. „Da hatte sich das mit dem Urlaub erledigt.“

Wenn er von vergangenem Donnerstag spricht, klingt Glawon ruhig, aber resigniert. Alles in allem beschreibt er die Situation als „abenteuerlich“. Er wollte die Feuerwehr anrufen – habe aber nach ein paar Versuchen aufgegeben. „Da war kein Durchkommen.“ Überall habe er Sirenen gehört und Blaulicht gesehen.

Nachbarn helfen beim Aufräumen

Insgesamt erfasste die Feuerwehr im Landkreis Diepholz rund 270 sturmbedingte Einsätze, davon 45 in Weyhe.

Bei Marco Glawon und seiner Familie halfen schließlich Bekannte und Nachbarn, die Folgen der Windhose zu beseitigen.

Das ganze Ausmaß der Verwüstung zeigte sich nach und nach: Das Dach ist abgedeckt, der First gebrochen. Der Sturm hat einen Pflaumenbaum aus der Erde gerissen und auf ein Auto geweht. Das Trampolin lag nach dem Unwetter 50 Meter von seinem ursprünglichen Platz entfernt am Zaun des Nachbarsgrundstücks. Die Mülltonnen waren umhergewirbelt. Gelbe Müllsäcke hingen auf dem Dach. Der Gartenpavillon ist zerstört. Das neue Spielgerüst war umgekippt und weitergeweht. „Es war ein kurioses Bild. Ein Scherbenhaufen“, fasst Glawon zusammen.

Besonders schade findet er, dass große Bäume auf einem Nachbargrundstück umgeknickt sind. „Alles am Haus lässt sich reparieren, aber der alte Baumbestand nicht“, bedauert er. Beim Blick aus dem Fenster habe er bisher einen schönen Wald gesehen. Jetzt sei da nur noch eine „Kleinholzwüste“.

Ironie des Schicksals: Als der 40-Jährige nach dem ersten Schock eine Pause einlegte und den Blick von der Zerstörung am Boden in den Himmel richtete, sah er ein Flugzeug. Es war genau die Maschine, in der er eigentlich sitzen sollte.

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