In neuer Kita am Neddernfeld

Laufkartensystem für Kinder zur freien Bewegung

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Seit einer Woche ist Leben in der neuesten Kita der Gemeinde: Die Mädchen und Jungen sind von der Förderschule in der Leester Heide ans Neddernfeld, in die Nachbarschaft zum Freibad, umgezogen.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Die neue Kindertagesstätte am Neddernfeld ist die erste in Weyhe, in der die Gemeinde ein Laufkartensystem einsetzt, das Mädchen und Jungen benutzen sollen. Hintergrund: Die jungen Besucher dürfen jederzeit eigenverantwortlich im Gebäude herumlaufen. Damit die Erzieherinnen nämlich zu jederzeit wissen, wo sich ein Kind aufhält, soll es sich eigenständig aus einem Raum „aus-“ und in einen anderen Raum „einbuchen“.

„Das ist Teil unseres neuen pädagogischen Konzepts“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Janin Hoopmann. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, sich frei im Haus zu bewegen. Es ist durchaus gewünscht, dass Ältere mit Jüngeren spielen, sich kennenlernen und somit auch vernetzen und die Bewegungsräume zusammen nutzen. Damit die erwachsenen Betreuer einen Überblick bekommen, sollen die Nutzer eine Laufkarte mit Magnetstreifen erhalten. Die Kinder können diese auf Metallwänden anbringen.

Was diese Kita von anderen noch unterscheidet, ist, dass beispielsweise alle Jahrgänge morgens zusammenkommen, um gemeinsam zu singen.

Selbstbestimmtes Essen ist für die Gemeinde ein ebenso wichtiges Thema. Es gibt außerdem das gleitende Frühstück, und auch beim Mittagessen gibt es – wie etwa auf Kreuzfahrten üblich – zwei Tischzeiten. „Jeder kann selbst entscheiden, ob man sich mit dem Freund der anderen Gruppe spontan zum Essen verabredet, oder lieber weiterspielt und später isst.

Das werde sich einpendeln, ist Hoopmann sicher, zumal der Umzug von der Förderschule in die Nähe zum Freibad noch nicht lange abgeschlossen ist.

Kinder haben Gebäude schon erkundet

Helfer des Bauhofs hatten zwischen den Jahren die Möbel und die von den Kindern gepackten Kartons mit Spielzeug und Materialien transportiert.

Vor einer Woche hatten die Mitarbeiter Kinder wie Eltern mit Keksen und Luftballons in den hellen und freundlich gestalteten Räumen empfangen. Sie durften sich überall umsehen – die Presse bekommt am Montag dazu Gelegenheit.

Nach dem Jahreswechsel hat sich die Belegung auf einen Schlag vergrößert: Waren in der Leester Förderschule noch vor Weihnachten in der Krippengruppe neun und in der Kitagruppe 19 Mädchen und Jungen, gibt es jetzt eine weitere Gruppe für die Vierjährigen und älter.

Wenn – wie geplant – die Gemeinde in Kürze noch weitere zwölf Kinder für die Kita und fünf Ein- bis Dreijährige aufnimmt, sind es in Summe 42 Kita- und 15 Krippenkinder. Sie werden in der Kernzeit von 7 bis 17 Uhr betreut, wobei die Mütter und Väter unterschiedliche Bring- und Abholtermine vereinbart haben.

Jetzt 15 pädagogische Mitarbeiter

Die Verwaltung hat die Anzahl der pädagogischen Mitarbeiter um sechs auf 15 erhöht.

Für die Reinigung ist nun keine Firma mehr zuständig, sondern zwei neu eingestellte Reinigungskräfte. Sie komplettieren den weiteren Stamm aus einem Hausmeister, drei Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres und einem Hausmeister sowie einer Köchin.

Mit dieser Mitarbeiteranzahl sei es auch kein Problem, Lösungen für schwierige Kinder zu entwickeln. „Gute Pädagogik bedeutet individuelle Regeln“, so Janin Hoopmann. Und sie glaubt, richtige Strategien in ihrem Werkzeugkoffer zu haben, um den Auslösern für – wie sie es nennt – „kreative“ Handlungen zu begegnen.

In den nächsten Monaten werden die Kinder allerdings erleben, wie die Kita „wächst“, denn laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte wird angebaut, damit Platz für weitere drei Gruppen geschaffen wird.

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