Brasilianische Gäste aus Gravatá informieren und tanzen

Mit Luther in der Keksdose

Die jungen Gäste mit ihren Gastgebern. 14 Tage waren die Brasilianer in Deutschland, zuvor in Schleswig-Holstein. - Foto: Kratz

Lahausen - Gäste aus Brasilien hatte die Felicianusgemeinde in den vergangenen Tagen: Zu Besuch war eine Abordnung der Partnergemeinde in Gravatá bei Recife. Adriana, Simone, Rutiane, Germesson, Iractan sowie Diakon und Projektleiter Davi Haese gestalteten zum Abschluss ihrer 14-tägigen Deutschlandreise einen unterhaltsamen und informativen Abend mit spontanem Gospelchorbesuch im Gemeindehaus am Kleiberweg.

Mit einer Diashow versuchte Davi Haese die schwierigen Anfänge des Projekts des evangelisch-lutherischen Gemeindehauses mit seiner kleinen Kirche in Brasilien vor zwei Jahrzehnten vorzustellen. Seit 18 Jahren begleitet die Felicianuskirchengemeinde die Arbeit in einem von etlichen aussichtslosen Gebieten Brasiliens. Das Projekt „Pro Ludus O Caminho“ hat das Ziel, junge Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. Kein einfaches Unterfangen, wie die vielen Fotos und die eher zurückhaltenden Kommentare von Davi vermittelten. Vor dem Projekt hätte es für die Jugend keine Zukunft in Gravatá gegeben. Prostitution, Drogen, Alkohol und Gewalt waren an der Tagesordnung. In einer lutherischen „Wüste“ wurde die Gemeinde in Gravatá gegründet – und hat über die Jahre einiges bewirken können. Davi zeigte die oft über die Grenzen gehenden Aufgaben seiner Kirchengemeinde. Die ist längst zu Schule, Kindergarten, Krippe und Familienberatung sowie Arbeitgeberin geworden. „Adriana, Simone, Ratiane, Germesson und Iractan haben es geschafft“, berichtete Übersetzer Rudolf Preuss von dem Quintett. Es arbeitet in der Kirchengemeinde mit. „Simone und Germesson haben vor zwei Monaten geheiratet“, und dies sei die erste Trauung von Davi gewesen. Viel Wert würde im Projekt auf ein anderes Umweltverhalten gelegt, was bei Kindern ganz einfach sei, aber bei den Erwachsenen einen langen Weg brauche. „Wir wollen ein Beispiel geben und Familien mit einbinden“, betonte Davi. Schwierig sei die doppelte Belastung zwischen Projektarbeit und Kirchenaufgaben. „Die Glaubwürdigkeit ist ein wichtiger Punkt“ und dazu trügen viele Gemeinschaftsveranstaltungen im Viertel bei.

Immer mehr tauchten die Gäste in die Geschichte ihrer jungen brasilianischen Freunde ein. Die boten zum Abschluss des Abends einen farbenfreudigen und temperamentvollen Einblick in heimische Tänze. Nebenbei gingen noch Martin Luther und seine Ehefrau Katharina in einer Keksdose von Hand zu Hand: Gerade einmal zwei Zentimeter groß konnten die handgearbeiteten Püppchen aus Brasilien für zwei Euro an den Schlüssel oder ans Revers gehängt werden. „Wenn die Nachfrage entsprechend ist, dann könnten drei Frauen in Brasilien einen Job finden und ihre Kinder ernähren“, sagte Rudolf Preuss. - ak

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