Corona-Umfrage in Weyhe

Mehr Freiheiten für Geimpfte?

Der Impfstoff wird auf eine Spritze gezogen.
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Sollten geimpfte Menschen Vorteile genießen dürfen?

Sollten geimpfte Menschen Vorteile genießen dürfen? Die Antworten auf diese Frage sind bei den Weyher Parkplatzgesprächen in Kirchweyhe geteilt ausgefallen.

Weyhe - Die Weyher haben auf Arealen von Verbrauchermärkten klare Vorstellungen davon geäußert, was sie der Politik raten, wenn das Infektionsschutzgesetz verschärft werden soll.

Sie würde „alles dafür tun“, um die Art von Normalität wieder zu erleben, die es vor der Corona-Krise gegeben hat, sagt Brigitte Droste (53) aus Leeste. Sie vermisse zwanglose Baumarkt- und Kino-Besuche, Vorstellungen im Weyher Theater und den Besuch der Weyher Geschäfte. „Ich würde am liebsten gestern geimpft worden sein“, sagt die 53-Jährige. „Gerne mit den Stoffen von Moderna oder Biotech“, ergänzt sie. Brigitte Droste begrüßt es, wenn Geimpfte Vorteile hätten. Würde es Kreuzfahrten also nur für geimpfte Menschen geben, sie wäre gerne dabei.

Aus Leeste: der Abiturient Ruben Schilling (18).

Ihre 23-jährige Tochter Kim glaubt, dass sie selbst frühestens im September oder Oktober ein Impfzentrum betreten darf. Die Lehramtsstudentin wäre sicherlich nicht wählerisch, sondern würde „alles nehmen, was es an Impfstoffen gibt“, sagt sie. Doch solange weiter auf alles verzichten? Besuche in der Uni-Bibliothek, im Kino oder Essen in Restaurants? Nein, das möchte sie nicht. Sie schlägt der Politik vor, dass Menschen, die einen negativen Schnelltest vorweisen, rechtlich den Geimpften gleichgestellt werden und ebenfalls Vorteile genießen sollten. Eine Umsetzung dieser Idee könnte sie sich in Weyhe durchaus vorstellen. Es müssten an mehreren Stellen Teststationen eingerichtet werden. Getestete würden dann einen personalisierten Tagesausweis bekommen.

Aus Leeste: Tobias Busch (45).

Auch Angelika Prautzsch aus dem Jeebel möchte „das Leben wieder zurück. Ich vermisse die Restaurant-Besuche und Partys oder die Treffen mit Freunden, ohne die Angst im Nacken haben zu müssen.“ Die 58-Jährige würde sofort zugreifen, wenn sie derzeit die Möglichkeit bekäme, eine Spritze gegen das Coronavirus zu bekommen. Die Jeeblerin findet, dass Geimpfte shoppen gehen dürften. Aber diese Gruppe sei noch zu klein. Deshalb rät sie der Politik und den Verwaltungen, Teststationen wie in Tübingen einzurichten. Kunden hätten dann eine gewisse Zeit, in der sie sich in den Geschäften frei bewegen dürften. Namen müssten festgehalten werden, man müsste sich auch ausweisen. Um die Impfung zu beschleunigen, sollten ihrer Meinung nach Ärzte und medizinisches Personal aus der Rente herausgeholt werden.

Der Abiturient Ruben Schilling aus Leeste sagt, dass er es noch nicht abschätzen könne, wann er dran kommt. „Wahrscheinlich erst im nächsten Jahr.“ Er vermisse einen langfristigen Plan der Politik. „Unsere Generation möchte einen Sommer haben und nicht einen Lockdown nach dem anderen.“ Wenn nicht alle Menschen ein Impfangebot bekommen, sollte es für wenige auch keinen Vorteil geben. Der 18-Jährige plädiert dafür, sich konsequent an die Empfehlungen der Wissenschaftler zu halten und verstärkt auf Schnelltests zu setzen.

Aus Leeste: Brigitte Droste (53) mit Tochter Kim (23).

Dass verschiedene Altersklassen noch lange auf ein Impfangebot warten müssen, findet Tobias Busch (45) „unfair“. Wenn das Tempo so weitergeht, werde er erst 2022 dran sein. Was das bedeutet: „Der Sommer fällt aus. Kein Restaurant, kein Biergarten und auch keine Veranstaltungen.“ Wie Ruben Schilling setzt Busch ebenso auf Schnelltests. Sie seien verfügbar. Man müsste sie nur einsetzen. Sein Arbeitgeber verhalte sich vorbildlich. Er und seine Arbeitskollegen würden regelmäßig getestet. Er sei sogar mit einem Schreiben ausgestattet, falls eine Ausgangssperre drohen würde. Der Leester appelliert an die Politik, dafür zu sorgen, dass das Verbindende, was „unsere Gesellschaft ausmacht“, wieder zurückkommt: „Das Erleben von Gemeinschaft.“ Der 45-Jährige vermisst Fußballspiele und Trainingseinheiten und leckere Essen in Restaurants.

Für Kerstin Kramer sei es „ein Unding“, dass „die Wirtschaft in die Knie gezwungen wird“. Sie bedauert die Besitzer von kleineren Läden, die nicht so viel auf der hohen Kante hätten. Sie plädiert dafür, die Geschäfte zu öffnen, weil es vernünftige Hygienekonzepte gibt und die auch gut funktionieren.

Aus Sudweyhe: Kerstin Kramer (45).

Die 45-Jährige aus Sudweyhe sagt, dass die Gesellschaft die Krise bislang intelligenter hätte angehen müssen. Jeder sollte sein Handeln reflektieren und Regeln, die bestehen, konsequent einhalten. Das passiere aber nicht. Sie gibt ein paar Beispiele: Wer krank ist, sollte daheim bleiben. Niemand sollte sich zur Arbeit schleppen. Das sollte auch für Kinder gelten, die leichte Anzeichen einer Erkrankung haben. Auch sie sollten grundsätzlich daheim bleiben.

Aus dem Jeebel: Angelika Prautzsch (58).

In Sachen Impfung laufe es für Kerstin Kramer persönlich auf eine Risikoabwägung hinaus: Folgen der Corona-Erkrankung gegen mögliche Folgen einer Impfung. Sie findet, dass zum Beispiel nur die Menschen geimpft werden sollten, die über 80 Jahre alt sind und die, die Vorerkrankungen haben. Man müsse sich viele Gedanken machen, wie man individuell der Corona-Gefahr begegnet. Bei den Masken sei es so, dass nicht alle sie so wechseln, wie sie es müssten, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten. Das Thema „psychische Folgeschäden“ würde ihrer Meinung nach viel zu wenig beachtet. Was macht ein Lockdown mit Kindern und Familien, die nirgendwo hinkönnen? Besser sei es, so Kerstin Kramer, verstärkt auf kleinere Veranstaltungen zu setzen.

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