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Buch-Empfehlungen von Experten aus der Weyher Bibliothek

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Von: Fabian Pieper

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Haben was im Ärmel: Weyhes Kulturbeauftragte Hedda Stock (Mitte) sowieChrista Rödiger (l.) und Maria Pachali vom Förderverein Leselust stellen das neue Kulturangebot der Bibliothek, die Literarischen Lieblinge, vor.
Weyhes Kulturbeauftragte Hedda Stock (Mitte) sowie Christa Rödiger (l.) und Maria Pachali vom Förderverein Leselust stellen das neue Kulturangebot der Bibliothek, die Literarischen Lieblinge, vor. © Fabian Pieper

Mit dem neuen Format Literarische Lieblinge will die Weyher Bibliothek künftig wöchentlich Lesetipps präsentieren. Denn die Nachfrage nach guter Lektüre ist ungebrochen, wie die Jahresbilanz zeigt.

Die Lust aufs Lesen ist ungebremst. Daran hat auch die Corona-Pandemie nichts geändert, wie die Gemeinde Weyhe in ihrer jährlichen Bibliotheksbilanz festgestellt hat. Und um diese Begeisterung weiter anzufachen, haben sich die Gemeinde und der Bibliotheks-Förderverein Leselust ein neues Angebot ausgedacht, um guten Lesestoff in die Hände der Leute zu bringen.

Buch-Tipps immer Montagmorgen

„Literarische Lieblinge“ hat die Gemeinde Weyhe ihr neues Angebot getauft. Was sich dahinter verbirgt: Ab sofort wird auf der Internetseite der Bibliothek Weyhe jeden Montagmorgen pünktlich um 8 Uhr ein besonders lesenswertes Buch aus dem eigenen Bestand mit einer kurzen Rezension vorgestellt. Die Vorschläge kommen von den Mitgliedern des Fördervereins, die sich schon vor Corona regelmäßig getroffen haben, um sich untereinander Bücher vorzustellen und zu empfehlen.

„Davon, dass man berät und Vorschläge macht, lebt die Bibliothek“, weiß Hedda Stock, Kulturbeauftragte der Gemeinde. Sie ist überzeugt, dass das Angebot Anklang finden wird – aus Erfahrung: Schon seit Längerem stellt die Bibliothek auf ihrer Webseite regelmäßig neue Bücher vor. „Die sind häufig schnell entliehen. Daran merkt man, dass die Internetseite gut angenommen wird.“

Davon, dass man berät und Vorschläge macht, lebt die Bibliothek.

Hedda Stock, Kulturbeauftragte der Gemeinde Weyhe

Wahrscheinlich schnell vergriffen sein dürfte am kommenden Montag das Buch „Der letzte Satz“ von Robert Seethaler. Dieses stellt den Startschuss für die Literarischen Lieblinge dar und wurde von Christa Rödiger ausgewählt. Darin geht es um die letzten Wochen im Leben des Komponisten Gustav Maler, in dessen Gedankenwelt der Autor einzutauchen versucht. „Es ist keine Biografie“, stellt Christa Rödiger klar, „die Figur stellt lediglich den Rahmen. Es geht darum, welche Gedanken uns zum Ende unseres Lebens durch den Kopf gehen.“

Sämtliche literarische Genres abdecken

Kein ganz leichter Lesestoff. Entsprechend richtet sich das Angebot an erwachsene Leser. „Die Bibliothek macht bereits viel für Kinder“, stellt Hedda Stock klar. Bis auf Kinderlektüre sollen so zukünftig allerdings sämtliche literarische Genres abgedeckt werden. Deshalb hält sie sich mit ihrem Urteil auch nicht zurück: „Wir freuen uns, dass wir diese Reihe starten konnten.“

Dass der Gemeinde Weyhe die Bibliothek und deren Nutzer am Herzen liegen, ist für Hedda Stock offensichtlich: „Lesen ist für die Bildung und Entwicklung unheimlich wichtig. Kinder, die viel lesen, haben später weniger Probleme in der Schule“, sagt sie, während Maria Pachali, Vorsitzende des Fördervereins, ergänzt: „Und es ist für einen selbst sehr bereichernd. Man lernt dadurch viel kennen. Es ist das Tor zur Welt.“

72.253 ausgeliehene Medien in 2021

Welche Bücher in den kommenden Wochen vorgestellt werden, das will das Trio indes noch nicht verraten. Ganz anders sieht das mit der Jahresbilanz der Bibliothek aus, die Hedda Stock strahlend präsentiert. „Die Zahlen steigen“, sagt sie – ein Satz, der in Corona-Zeiten für gewöhnlich negative Assoziationen weckt, bezogen auf die Ausleihzahlen der Gemeindebibliothek jedoch für gute Laune sorgt. „Wir sind sehr zufrieden, dass sie so gut angenommen wird“, resümiert die Kulturbeauftragte und untermauert ihre Aussagen mit konkreten Zahlen: Im Jahr 2021 seien insgesamt 72 .253 Medien ausgeliehen worden – ein neuer Rekordwert, nachdem in 2020, trotz coronabedingt erschwerter Ausleihbedingungen, immerhin 60 .000, 2019 sogar 67. 000 Ausleihen verzeichnet worden waren. Rekordhalter ist eine Person, die in zwölf Monaten ganze 732 Medien ausgeliehen hat.

Davon, dass die Lesebegeisterung der Weyher auch im Jahr 2022 anhält, sind alle drei überzeugt – nicht zuletzt, weil mit dem bevorstehenden Umzug in die noch im Bau befindliche Kulturscheune ein ganz neuer Rahmen für die Bibliothek geschaffen werden soll. „Wir freuen uns auf die neue Bibliothek“, sagt Maria Pachali, die in der neuen Umgebung mit Aufenthaltsqualität eine „Begegnungsstätte“ sieht. Und auch Hedda Stock gibt sich keine Mühe, ihre Vorfreude auf den für den Sommer geplanten Umzug von rund 25. 000 Medien von der KGS Kirchweyhe an ihren neuen Standort zu verbergen. „Es kribbelt schon in den Fingern.“

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