Pfandbons statt Weinfest

Lions Club in Weyhe: Führungswechsel in schwierigen Zeiten

Führungswechsel beim Lions Club Bremer Süden: der Mediziner Andreas Schreckenberg (l.) folgt als Präsident auf Nils Otto.
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Führungswechsel beim Lions Club Bremer Süden: der Mediziner Andreas Schreckenberg (l.) folgt als Präsident auf Nils Otto.

Nach einem schwierigen Jahr wechselt turnusmäßig die Präsidentschaft beim Lions Club Bremer Süden. Der hat wegen Corona kaum Spenden einnehmen können – und sucht Alternativen.

Weyhe – Der Lions Club Bremer Süden lebt von Spenden, um etwa bedürftigen Kindern oder Obdachlosen Weihnachtsgeschenke zu ermöglichen. Und diese Spenden, die bringen Veranstaltungen wie das Weinfest ein, normalerweise. Aber ebenso wie der Frühlingsmarkt mit seiner Lions-Tombola wird das Weyher Weinfest in diesem Jahr erneut ausfallen.

Trotz des „Bremer Südens“ im Namen: Kerngebiet der Aktivitäten des Clubs – einem von fast 1 600 in Deutschland – ist Weyhe. Und da das Vorstandsjahr bei den Lions von Juli bis Juni reicht, gab es auf diesem, jährlich neu gewählten, Posten gerade einen Wechsel: Für Nils Otto, Maschinenbau-Meister, hat Andreas Schreckenberg übernommen.

In der nach wie vor anhaltenden Corona-Zeit müssen die Lions in Weyhe erfinderisch sein. Das komplett vom Lions Club Bremer Süden ausgerichtete Weinfest, sagt Nils Otto, „ist die große Einnahmequelle“. Er blickt auf eine schwierige Amtszeit zurück. Überlegungen für ein „Weinfest 2.0“ an einem anderen Termin als dem traditionellem zweiten Augustwochenende konnten die Lions nicht verwirklichen.

Die Südbremer Lions haben auch in den Jahren 2020 und 2021 Hilfe geleistet, durch die Beteiligung an einer Spendenaktion des Lions Clubs Deutschland für die Flutopfer etwa. Aber auch weiterhin für die Bremer Bahnhofsmission. Im April haben sie den neuen Kleintransporter der Syker Tafeln mit ermöglicht. Für seine Aktivitäten hat der Club ein Defizit in seiner Kasse in Kauf genommen, das durch ein finanzielles Polster aus den Vorjahren abgefedert wird.

Für Einnahmen in veranstaltungsarmen Zeiten sorgt seit Februar eine Kooperation mit dem Edeka-Markt Husmann. Dort können Kunden am Pfandautomaten „Spende“ drücken, statt den Bon mitzunehmen. Damit kann der Club die Aktion „Familien in Not“ fortführen. Rund 1 000 Euro seien auf diese Weise bisher zusammengekommen, berichtet Otto.

Sein Nachfolger stellt sich mit „Dr. med. Andreas Schreckenberg“ vor. „Nicht aus Dünkel“, wie der Internist und Kardiologe betont. Sondern weil er seine Erfahrungen aus der Notfallmedizin in seine Präsidentschaft mit einfließen lassen will.

Den Notarztwagen-Dienst in Weyhe habe er 1991 gegründet und bis vor fünf Jahren besetzt, erzählt der Mediziner. Und bei Notfällen komme es auf Minuten an. Bei Reanimationen sinke die Erfolgsquote nach der vierten Minute alle 60 Sekunden um zehn Prozent. Er erinnert sich an einen zusammengebrochenen Jogger, der nur wegen einer Herzdruckmassage durch zwei anderen Joggern überlebt habe. „Das beeindruckt mich jedes Mal.“ Aber: „Viele schrecken vor einer Herzdruckmassage zurück.“ Deshalb will er auf die Akut-Defibrillatoren aufmerksam machen, die an immer mehr Orten hängen. Aber auch auf Wegweiser-Apps wie „Defikataster“ oder Apps, die bei der Herzdruckmassage helfen.

„Die Planbarkeit wird sicherlich eine Herausforderung sein“, sagt Schreckenberg mit Blick auf Veranstaltungen und Corona-Beschränkungen, die auch wieder verschärft werden könnten. Jürgen Lemmermann, bei den Südbremer Lions für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ergänzt: „Man macht sich Sorgen: Wie geht es weiter mit der sozialen Arbeit?“

Ein Club lebt von regelmäßigen Treffen. Die 29 Weyher Lions hatten sich ab Oktober nur noch online, per Zoom-Konferenz, getroffen. Innerhalb der vergangenen sechs Wochen sind sie wieder zu Präsenz-Sitzungen übergegangen. Davon erhofft sich Andreas Schreckenberg, dass wieder ein stärkeres Wirgefühl entsteht: „Eine Entwicklung, auf die mich freue“, sagt der neue Präsident.

Infos und Kontakt

www.lions.de/web/lc-bremen-bremer-sueden

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