Torsten Kobelt tritt für die Spaßvereinigung „Die PARTEI“ im Weyher Wahlbereich II an

Linksverkehr als Touristenmagnet

Torsten Kobelt

Weyhe - Bei der Kommunalwahl am Sonntag tritt in dem Ahauser Torsten Kobelt auch ein Kandidat der „PARTEI“ an. Gegründet hat sie der frühere Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“, Martin Sonneborn („heute show“). Kobelt ist 51 Jahre alt und lebt in einer Beziehung. Der gelernte Tischler arbeitet in der Windenergiebranche. Im Interview stellt er sich den Fragen von Redakteur Philipp Köster.

Sie treten im Wahlbereich II der Gemeinde für die „PARTEI“ an, die gemeinhin als Spaßvereinigung gilt. Böse Zungen sprechen ihr sogar die nötige Ernsthaftigkeit ab. So spricht sich Ihre Partei aktuell für eine Burka-Pflicht für Nazis aus. In der Vergangenheit hat sich „Die Partei“ für Fracking stark gemacht. Sigmar Gabriel und Peter Altmaier sollten gefrackt werden, um ein für alle Mal die Energieprobleme zu lösen. 

Können wir uns auf ähnliche Vorschläge – auf Weyhe heruntergebrochen –freuen, wenn die Sie in den Gemeinderat gewählt werden? Wie sehen Sie sich als Kommunalparlamentarier?

Torsten Kobelt: Weyhe braucht aufgrund der katastrophalen Verkehrssituation im Bremer Süden einen eigenen Flughafen. Wir könnten Bremen den Fluglärm heimzahlen und gut betuchte Weyher mitsamt ihren SUV wären von den Straßen verschwunden. Wir könnten aber auch den Linksverkehr einführen. Das wäre ein bundesweiter Touristenmagnet und ängstliche Syker würden unsere Abfahrten meiden. Auch eine Autofähre von Dreye in die Bremer City wäre denkbar. Nach dem Motto: Alles ist besser als die A 1. Wobei diese Ideen wohl noch nicht absurd genug sind, als dass sie nicht ein findiger Stadtplaner schon mal ernsthaft erwogen und dafür Geld kassiert hätte. Bei allem Zynismus sehe ich mich aber durchaus als ernsthaften Kommunalpolitiker. Schließlich lebe ich hier und beobachte die Entwicklung der Gemeinde mit wachem Blick und spitzer Zunge. Allein das qualifiziert mich in mindestens gleicher Weise wie jeden anderen Bewerber.

Aktuell ist die Umgestaltung des Marktplatzes in der Diskussion. Mehr Sitzgelegenheiten, ein Baumdach und Wasser für die Kinder statt eines großen Fontänenfelds sind die Vorschläge. Wie sieht Ihr Marktplatz der Zukunft aus?

Herr Bovenschulte bezeichnete den Marktplatz Kirchweyhe ja unlängst als fast 20-jährige Erfolgsgeschichte. Das ist natürlich in Anbetracht des geplanten Rückbaus, der in der Sitzungsvorlage staatsmännisch „Zonierung“ genannt wird, eine sportliche Formulierung. Es führt allerdings kein Weg an dieser Maßnahme vorbei. Das überdimensionierte Carré eignet sich momentan nur zum Pokémon-Go-spielen.

Was fehlt Ihrer Ansicht nach in Weyhe? Wofür würden Sie sich stark machen wollen?

Mein Schwerpunkt wäre definitiv die Bildungspolitik. Bildung macht stark. Bildung ist Zukunft. Ob es daran in Weyhe mangelt, könnte ich sicher schon in der ersten Sitzung des Gemeinderates feststellen. Außerdem würde ich versuchen, mich für meinen völlig unterrepräsentierten Wohnort Ahausen stark zu machen.

Haben Sie daran gedacht, sich „ernsthaft“ in anderen Parteien zu engagieren oder haben Sie es früher getan?

Die Altparteien haben sich in den letzten Jahren kuschelig und bequem eingerichtet. Was hochtrabend Große Koalition genannt wird, ist doch nur verzweifelter Überlebenskampf der Dinosaurier. Denn irgendwann wird jeder aus dem Paradies vertrieben. Die aggressivste Drückerkolonne kommt dabei leider momentan von Rechtsaußen und vernebelt die Sicht. Die „PARTEI“ ist daher die einzig wirkliche Alternative. Jung, zukunftsorientiert, lässig, flexibel und humorvoll begleiten wir das Geschehen und verzeichnen monatlich Dutzende von Neuanträgen, während den Altparteien die Mitglieder davonlaufen. Die Parteilandschaft verändert sich, und wir sind Teil davon. Es gab und gibt für mich keinen Grund, in einer anderen Partei mitzuwirken.

Wie sind Sie zur „Partei“ gekommen?

Bei meiner starken Affinität zu zynischer Gelassenheit sowie großem Interesse an Zeitgeschehen und Politik bot die „PARTEI“ einfach die ideale Schnittmenge. Und sie ist nötig. Denn die Politik strotzt doch vor Zynismus. Herr Böhrnsen zum Beispiel ließ sich im Wahlkampf in Bremen als „Katzenfreund“ auf einem Plakat ablichten und wiederwählen, nur um direkt nach der Wahl sein Amt niederzulegen und eine völlig andere Mannschaft antreten zu lassen. Grober kann man doch Wahlen nicht mehr missachten. Nur wegen denen gibt es uns. Danke Merkel!

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