Wohnangebot für 24 Menschen mit geistiger Behinderung

Leuchtturmprojekt in Kirchweyhe nimmt Gestalt an

Wohneinheiten für 40 Menschen entstehen.
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Wohneinheiten für 40 Menschen entstehen.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Ein besonderes Wohnprojekt, von dem junge Erwachsene mit geistiger Behinderung profitieren werden, nimmt in Kirchweyhe Gestalt an. Die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith spricht von einem Leuchtturmprojekt im norddeutschen Raum. Wie Baudirektor Steffen Nadrowski anmerkt, sei es ein „gelungener Beitrag zur Gemeindeentwicklung“.

Die Diakonie Himmelsthür schafft zusammen mit den Investoren Philipp und Peter Hellmers ein inklusives Wohnangebot für junge Erwachsene, das es so im gesamten Landkreis kein zweites Mal gebe, erklären der Himmelsthür-Regionalgeschäftsführer Jörg Arendt-Uhde sowie der Projektmanager Philipp von Au.

Im Mittelpunkt dieses Projektes steht laut Sprecher Oliver Brinkhus ein großes Mehrfamilienhaus mit einem besonderen Innenleben und einem neuen Dienstleistungskonzept, das gemeinsam mit dem Landkreis entwickelt worden ist.

Die Investoren aus Bremen ziehen eine erste positive Bilanz. Es laufe auf der Baustelle sehr gut. „Der Neubau liegt im Zeitplan“, so Philipp Hellmers. Die Tiefgarage und das Erdgeschoss sind im Rohbau fertig. Die Handwerker arbeiten jetzt an den Stockwerken.

Die Projektbeteiligten stellen die neue Wohnanlage vor. Sie soll im Sommer 2020 eingeweiht werden.

Die Errichtung dieses Hauses hatte die Diakonie Himmelsthür vor vielen Jahren initiiert. Nach intensiven Planungen starteten vor mehr als drei Monaten die Arbeiten zum Bau der zweieinhalbgeschossigen Anlage samt Tiefgarage. An der Straße Auf dem Geestfelde, in der Nachbarschaft zum evangelischen Kindergarten, soll diese Idee umgesetzt werden: 24 Menschen mit unterschiedlichem Assistenzbedarf bekommen die Gelegenheit, barrierefrei und zeitgemäß zu wohnen. Sie müssen dann nicht mehr bei ihren Eltern oder in einer stationären Einrichtung leben. Um ein selbstbestimmteres Leben zu führen, richtet die Diakonie mehrere Wohngemeinschaften ein, die von sogenannten Barrierehelfern rund um die Uhr betreut werden. Es sollen in dem Mehrfamilienhaus, das sich an der Ecke Drohmweg befindet, je eine Wohngemeinschaft mit vier und acht Bewohnern entstehen. Außerdem bietet die Anlage Platz für jeweils zwei Sechser-WGs. Die Zimmer der Bewohner sind laut Philipp von Au mit eigenem Bad ausgestattet. Dazu kommt ein offener Wohn- und Essbereich. Was das bedeutet? Dieser Bereich beinhaltet eine Küche und bietet Raum für Begegnungen. Ein Fahrstuhl verbindet alle Etagen bis zur Tiefgarage.

Zum Konzept, die Eigenständigkeit der künftigen Bewohner stetig auszubauen, gehört auch, dass sie individuelle ambulante Betreuung dazubuchen können.

Mieten sind grundsicherungskonform

Auf die Frage, ob das nicht ein Vermögen kostet, entgegnen die Vertreter der Diakonie Himmelsthür, das die Mieten grundsicherungskonform seien. „Ein Antrag beim Landkreis genügt“, so der Regionalgeschäftsführer Jörg Arendt-Uhde. Die neuen Bewohner schließen nämlich normale Mietverträge mit den Hauseigentümern. Das sei nicht die Diakonie Himmelsthür, sondern die Investorengemeinschaft. Die Diakonie würde allerdings die Abwicklung übernehmen, ohne einen besonderen Vertrag einzugehen, hieß es. Die neuen Mieter des Hauses können öffentliche Töpfe anzapfen, um die Dienstleistungen und den Pflegedienst zu bezahlen. Philipp von Au macht klar, dass Eltern der Betroffenen sich nicht mit ihrem Vermögen einbringen müssen.

Vertragliche Garantien, dass die Menschen mit geistiger Behinderung über Jahre als Mieter dort leben können, gibt es zwar nicht, doch Philipp und Peter Hellmers wollen, dass dieses Projekt mehrere Jahrzehnte läuft. Ein Handschlag zähle noch etwas. Außerdem hatte die Felicianus-Kirchengemeinde dieses Grundstück für diesen besonderen Zweck verkauft. „Die Kirchengemeinde fördert das Projekt ideell“, so Jörg Arendt-Uhde. Es gibt noch freie Plätze. Weitere Informationen gibt es bei Johanna Mönnich unter der Telefonnummer 0162/2182388.

Den inklusiven Anspruch komplettieren acht weitere Einzel-Eigentumswohnungen. Insgesamt wird in diesem neuen Komplex Wohnraum für 40 Menschen geschaffen.

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