Kosten: 4,1 Millionen Euro

Inklusive Wohnanlage in Weyhe: Ein Leuchtturmprojekt für Niedersachsen

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Stellen das Projekt vor: (v.l.) Philipp und Peter Hellmers (HPE3-GmbH), Jörg-Arendt Uhde (Himmelsthür), Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski und Rita Gogolin (Himmelsthür). 

Weyhe - Von Sigi Schritt. Was lange währt, wird endlich gut: Mit dem inklusiven 4,1 Millionen Euro schweren Pilotprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung entsteht in Kirchweyhe ein in Niedersachsen „einzigartiges Leuchtturmprojekt“, sagt Jörg-Arendt Uhde, Regionalgeschäftsführer der Diakonie Himmelsthür.

Die Diakonie hatte das Vorhaben zusammen mit dem damaligen Kirchweyher Pastor Albert Gerling-Jacobi bereits im Jahr 2014 im Rathaus skizziert (wir berichteten), aber erst zwischenzeitlich die HPE3-Gesellschaft aus Wildeshausen als Investorin gewinnen können. Sie errichtet auf dem rund 2 200 Quadratmeter großen Grundstück an der Straße „Auf dem Geestfelde“ einen Neubau mit 18 Einzelappartements (30 und 50 Quadratmeter) und vier Wohngemeinschaften für insgesamt 42 Personen. Es sei auch für den Landkreis komplettes Neuland, begründete Architekt Philipp Hellmers von der Investorengesellschaft, weshalb sich das Projekt gezogen habe. Nun aber liegt die Baugenehmigung vor. „Die Maschinen sollen im September rollen – eine Fertigstellung ist für den Winter 2019/2020 geplant“, so Hellmers.

„Wir möchten Menschen mit jedwedem Assistenzbedarf eine Heimat bieten“, erläutert Diakonie-Projektleiterin Rita Gogolin die zündende Idee. Also auch „Menschen, die eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen, bekommen in Kirchweyhe die Möglichkeit, so selbstbestimmt wie möglich mit einer individuellen und vielseitigen Unterstützung zu wohnen“.

Auf diesem Areal hinter der Haltestelle soll das Gebäude errichtet werden.

Das macht sich auf der 2 350 Quadratmeter großen mehrgeschossigen Wohn-, Nutz- und Verkehrsfläche in der Bauweise bemerkbar: Es sind vier Wohngemeinschaften vorgesehen, für die je ein Barrierehelfer zur Seite stehen wird – zusätzlich zu den Betreuern und den Helfern, die festgelegte Fachleistungsstunden erbringen. Früher mussten Menschen mit einem hohen Unterstützungsbedarf ins Heim ziehen, im „Haus Geestfelde“ sind sie Mieter. Ihre vier Wände umfassen eine eigene Küche und ein Bad. Ihnen stehen auch Gemeinschaftsräume zur Verfügung – zum Beispiel ein voll ausgestattetes Pflegebad. Außerdem gibt es einen Fahrstuhl, der die Etagen mit der Tiefgarage verbindet.

Da sich außerdem ein Teil des Wohnraumangebots auch an junge Singles und Paare sowie ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen richtet, ist das Projekt in der vollen Tragweite laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte ein exzellentes Beispiel dafür, dass private Träger in der Lage sind, eine Lücke zu schließen. Denn es gebe auch in Weyhe einen Bedarf an mietbaren Ein-Zimmer-Wohnungen.

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