Bassumer Mediziner-Ehepaar Klatt plant Bau eines Zentrums am Henry-Wetjen-Platz

In Leeste soll „Leuchtturm der Augenheilkunde“ entstehen

So könnte das Augenzentrum in Leeste aussehen. - Grafik: Rottkämper /  Firma design2sense, Leipzig

Leeste - Von Philipp Köster. Viele Jahre war die augenärztliche Versorgung in Weyhe nicht gut, nachdem Hans-Joachim Langhof in Leeste aufgehört hatte. Eine minimale Betreuung durch dessen Nachfolger, den Delmenhorster Mediziner Nils Kadelbach, an ausgewählten Halbtagen änderte daran auch nicht viel.

Monatelange Wartezeiten auf Termine hier und in den Praxen in den Nachbargemeinden waren die Regel. Doch seit ein paar Monaten kümmern sich gleich zwei Augenärzte um die Patienten, Fabia Müller-Groh im Ärztehaus an der Leester Straße 44 und Alexander Klatt an der Leester Straße 62 gegenüber der Sparkasse.

Damit nicht genug. Der Bassumer Klatt plant mit seiner Frau und Kollegin Maximiliane den Bau eines augenärztlichen Zentrums in großem Stil am Henry-Wetjen-Platz. Am Dienstagabend stellten Alexander Klatt und der Leipziger Architekt Guido Rottkämper die Pläne für den „Leuchtturm der Augenheilkunde“ mit überregionaler Strahlkraft von Bremen bis Minden im Bauausschuss vor.

Demnach ist an einen zweigeschossigen Neubau mit 2 500 Quadratmeter Fläche mit Behandlungszimmern und operativer Abteilung gedacht. Diesen operativen Schwerpunkt möchte Klatt in einem „urbaneren Umfeld“ verortet wissen als es Bassum bietet und denkt dabei an den „Speckgürtel Bremens“. Das Zentrum – von einer Klinik spricht Klatt mangels stationärem Angebot nicht – soll ab 2017 täglich 100 bis 150 Patienten versorgen können.

Im Erdgeschoss sind laut Architekt Rottkämper die Wartezimmer und der Verwaltungstrakt untergebracht, im Obergeschoss befinden sich die Behandlungszimmer und die Operationsräume. Alles soll (seh-)behindertengerecht gestaltet sein, erläuterten die Protagonisten auf Nachfrage von Rudolf Dyk (SPD). Im Dachgeschoss sollen zudem fünf Wohnungen untergebracht sein. In den Neubau sollen auch eine Apotheke und ein Optikerfachgeschäft einziehen.

Der Bau entsteht südlich der heutigen Garagen beim alten Leester Rathaus, in dem noch die Rettungswache und der kassenärztliche Notdienst untergebracht sind. Beide Einrichtungen ziehen – wie berichtet – Ende des Jahres in den Neubau nach Angelse um, die Gebäude werden dann abgerissen.

Die Erschließung des Augenzentrums soll über die Kirchstraße erfolgen. Von dort sollen die Patienten auch die vielen Parkplätze anfahren, die vorgehalten werden müssen.

Zuhörerin Birgit Stolte wollte wissen, wie die Gemeinde dem erhöhten Verkehrsaufkommen Herrin werden will. Baudirektor Steffen Nadrowski zeigte sich diesbezüglich zuversichtlich und erinnerte daran, dass es im Jahr 2010 Pläne für ein drei Mal so großes Gesundheitszentrum gegeben hatte, das aber nicht verwirklicht worden ist. Ein Planungsbüro hatte damals, eine Ampel favorisiert. Diese Fragen seien in der Bauleitplanung zu klären.

Die Ausschussmitglieder waren durch die Bank angetan von dem Vorhaben und gaben einem beschleunigten Planverfahren ihren Segen. Marco Genthe (FDP) bedauerte, dass es seinerzeit mit dem Gesundheitszentrum nichts geworden sei, auch wenn es verkehrsmäßig an Grenzen gestoßen wäre. Für dieses neue Projekt habe er „viel Sympathie“. Wenn eine Ampel her müsse, „dann soll es so sein“. CDU-Ratsfrau Ingrid Söfty befand, dass die damaligen Pläne zu groß für Leeste und Weyhe gewesen seien. „Das hätte katastrophale Auswirkungen für den Verkehr gehabt.“

Die Überlegungen für das Augenzentrum begrüßte sie. „Da soll Leben hin. Das ist ein toller Tag für die Anwohner.“ SPD-Fraktionschef Frank Seidel gab zu bedenken, dass beim aktuellen Entwurf das Verkehrsproblem über die Kirchstraße gelöst wird, beim seinerzeitigen für das größere Gesundheitszentrum über die Leester Straße. Er griff das Motto einer Kampagne des Landkreises auf und rief Klatt und Rottkämper „Ärztlich willkommen“ zu.

Der Ausschussvorsitzende Elmar Könemund (Grüne) regte an, angesichts des beschleunigten Verfahrens, das eine Umweltprüfung nicht vorsieht, eine Kompensationsfläche für die dann zugebaute Wiese zu schaffen. Das wollte Bürgermeister Andreas Bovenschulte überprüfen, auch wenn es sich nur um einen „Ministreifen“ handele.

Baudirektor Steffen Nadrowski geht davon aus, dass es zwischen den Eigentümern der Grundflächen (politische und Kirchengemeinde sowie die Klatts) zu einvernehmlichen Gesprächen auch hinsichtlich der Parkplatzsituation kommen wird.

Verwaltungschef Bovenschulte lobte Architekt Guido Rottkämper dafür, dass er sich Gedanken um eine Einbindung des Neubaus in die noch anzugehende Gestaltung des gesamten Platzes mache. Das augenärztliche Zentrum passe zu den Aufgaben Weyhes, die es als „Mittelzentrum für den Bereich Gesundheit“ erfüllen soll.

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