Letzter Vorhang für das Erfolgsstück „Cash“ am Weyher Theater ist gefallen

„Für Wehmut ist keine Zeit“

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„Cash“ ist das erfolgreichste Stück des Theaters. Am Ende der letzten Aufführung gab es besonders langen Applaus.

Kirchweyhe - Von Rainer Jysch. Eigentlich war es wie schon 188 Mal zuvor. Keine Ansprache, kein Hinweis und keine Abschiedszeremonie auf der Bühne, die auf das Ende der Aufführungen „Cash“ im Weyher Theater hingedeutet hätten. Doch mit der 189. Vorstellung über das Leben des Country-Sängers und Songschreibers Johnny Cash war am Sonntag endgültig Schluss.

Gute Stimmung im ausverkauften Haus, Mitklatschen bei allen Liedern, Ovationen und tosender, nicht endender Beifall – auch wie immer. Nur der Blumenkorb, den Cash-Fans zur Verwunderung und zur Freude des beim Schlussapplaus versammelten Ensembles auf die Bühne stellten, konnte man als Wink für eine besondere Aufführung am Ende einer Erfolgsserie werten.

An die allererste Vorstellung vor Publikum am 23. August 2010 kann sich Intendant Kay Kruppa, der auf der Bühne die Titelfigur verkörperte, noch gut erinnern. Obwohl der Kartenvorverkauf zunächst nicht wie erwartet lief, war das Stück von Anfang an ein voller Erfolg. „Das Publikum ist hier vor Begeisterung regelrecht ausgeflippt“, erinnert er sich. So war es dann auch bei den folgenden Aufführungen. „Das erlebt man als Theatermensch wohl nur einmal im Leben“, blicken Kruppa und Dramaturg Frank Pinkus eher glücklich als stolz auf die Erfolgsgeschichte namens „Cash“ zurück.

„Wir können uns noch sehr gut daran erinnern, als wir in London bei einer Aufführung des Musicals ,Jersey Boys‘ über die Geschichte der ,Four Seasons‘ und ihres Leadsängers Frankie Valli die Idee hatten, ein solches Stück über Johnny Cash in Weyhe auf die Bühne zu bringen“, erzählt Kruppa. „In einem Pub skizzierten wir grob, wie wir das Leben des Country-Stars in zwei Stunden darstellen wollen. Beim vierten Bier einigten wir uns darauf, dass ich sagt Kruppa.

Die Rohfassung des Stückes haben er und Frank Pinkus dann innerhalb von wenigen Tagen zu Papier gebracht. „Im gesamten Team herrschte von Anfang an ein guter Geist. Alle waren vom Konzept überzeugt.“

„Es gibt kein Stück, das wir nach der Premiere so viel verändert haben wie dieses“, berichtet Frank Pinkus. „Wir haben ganze Szenen und auch die Rolle des Elvis Presley herausgenommen, weil sie für das Erzählen der Geschichte nicht mehr erforderlich waren. Die Aufführung wurde dadurch zwölf Minuten kürzer.“ Bei der letzten am Sonntag waren nur noch vier der acht Schauspieler aus der Erstbesetzung dabei. Auch in der dreiköpfigen Band gab es personelle Veränderungen.

„Ein Stück 189 Mal in fünf Jahren zu spielen, das ist schon bemerkenswert“, sind sich die beiden Autoren einig. „Aber für Wehmut ist jetzt nicht die Zeit. Das kommt vielleicht später“, wirft Frank Pinkus ein. „Ich glaube, für einige im Publikum, die das Stück schon mehrere Dutzend Mal gesehen haben, wird der Abschied schwieriger als für die meisten von uns.“

„Wir blicken jetzt nach vorne. Das Theater entwickelt sich weiter. Und man verabschiedet sich von Stücken. Das ist nun mal so“, meint Frank Pinkus. „Wir glauben daran, dass uns in der Zukunft noch einmal etwas Ähnliches gelingt“, machen die Theaterleute Appetit auf Kommendes. Dafür sei bei ihnen noch reichlich kreatives Potenzial vorhanden. Ein Künstlerportrait wie über Johnny Cash wird es aber wohl nicht sein. „Wir wollen so etwas nicht einfach kopieren“, sagt Pinkus.

Neue Ideen haben die beiden von ihren jüngsten Besuchen in London schon mitgebracht. Ein Konzept ist bereits geschrieben. „Das muss erst noch reifen“, lassen sich Pinkus und Kruppa nicht in die Karten blicken. „Natürlich ist ,Cash‘ eine außergewöhnliche und die größte Erfolgsgeschichte des Weyher Theaters. Aber wir sind jetzt auch neugierig auf das, was kommt.“

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